Wasser und Energie inklusive 02.06.2015, 15:19 Uhr

Wohn-Ei: Ecocapsule ist das autarke Mini-Heim für jeden Ort

Einfach mal weg in die Wildnis, Natur pur genießen. Damit diese Sehnsucht nicht zum qualvollen Verzicht auf geliebte Annehmlichkeiten des Lebens wie Strom und fließendes Wasser wird, haben Architekten aus der Slowakei jetzt ein Überraschungsei gebaut: Das Ecocapsule ist das autarke mobile Mini-Haus der Zukunft.

Mit allem Pipapo ausgestattet und ökologisch dazu: das Ecocapsule

Mit allem Pipapo ausgestattet und ökologisch dazu: das Ecocapsule

Foto: Nice Architects

Und das steckt drin im Ei: Das vom Architektenteam Nice Architects aus Bratislawa in der Slowakei entworfene Ecocapsule ermöglicht vollkommen unabhängig von öffentlicher Strom- und Wasserversorgung gehobenen Outdoor-Wohnkomfort für zwei Personen. Es hat eine Kompost-Toilette, eine Dusche mit fließendem heißen Wasser, eine kleine Kitchenette mit 2-Platten-Miniherd sowie Wasserhahn und Spülbecken. Die seitlich angebrachten Fenster lassen sich öffnen und die gebogene Eingangstüre klappt nach oben auf.

Luxus auch an den abgelegensten Orten der Welt

Es gibt einen kleinen Ess- oder Arbeitstisch mit zwei Stühlen und ein Bett, welches sich tagsüber einklappen lässt. An Stauraum haben die Entwickler auch gedacht. Das alles haben sie auf gut acht Quadratmeter untergebracht.

Das Ecocapsule bietet Komfort im Innern. 

Das Ecocapsule bietet Komfort im Innern. 

Foto: Nice Architects

Das Ecocapsule ist 2,55 Meter hoch, 4,45 Meter lang und 2,25 Meter breit. So garantiert das Ecocapsule den Luxus eines Hotelzimmers, bietet diesen jedoch auch an den abgelegensten und widrigsten Orten dieser Welt. 

Dank Dämmung auch im Winter warm

Das Wohn-Ei wiegt 1,5 Tonnen und passt auf jeden handelsüblichen Anhänger für Pkw. Die Wände des Ecocapsule sind sehr gut gedämmt, so dass die Bewohner auch im Winter nicht frieren müssen. Den Strom holt sich das Gefährt aus zwei Quellen rein ins Ei.

Das Raumwunder aus Bratislava: Wer nicht viel Platz braucht, kann mit diesem Öko-Wohn-Ei lange in der Wildnis zubringen. Die für Outdoor- und Sport-Aktivitäten benötigten Utensilien lassen sich in dem von Außen zugänglichen Stauraum unterbringen, der in der Zeichnung auf der linken Seite dargestellt ist. 

Das Raumwunder aus Bratislava: Wer nicht viel Platz braucht, kann mit diesem Öko-Wohn-Ei lange in der Wildnis zubringen. Die für Outdoor- und Sport-Aktivitäten benötigten Utensilien lassen sich in dem von Außen zugänglichen Stauraum unterbringen, der in der Zeichnung auf der linken Seite dargestellt ist. 

Foto: Nice Architects

Das an einem der Enden montierte Windrad hat eine Leistung von 750 Watt, die 2,6 Quadratmeter Solarmodule auf dem Dach bringen 600 Watt. Der geerntete Strom fließt in einen 10-kWh-Speicher. Damit kommt ein nachhaltiger Haushalt gut über den Tag und die Bewohner sitzen auch abends nicht im Dunkeln.

Oberfläche besteht aus einer Wasserfilter-Membran

Bei der Wasserversorgung zeigt sich das Öko-Wohn-Ei ebenfalls unabhängig. Es ist die auffällige Eiform, die für die Wasserernte zuständig ist. Das Regenwasser, welches auf das Ei fällt, fließt an der runden Oberfläche entlang und gelangt in einen Sammelbehälter unter dem Ei-Boden.

So versorgt sich die Ecocapsule mit Strom und mit Wasser. Scheint die Sonne, sind die Sonnenkollektoren zuständig, wenn es windet, dreht sich der Rotor der Windkraftanlage. Regen wird über  die Eiform des Gefährts in einen Behälter darunter geleitet und dabei gleichzeitig gereinigt. 

So versorgt sich die Ecocapsule mit Strom und mit Wasser. Scheint die Sonne, sind die Sonnenkollektoren zuständig, wenn es windet, dreht sich der Rotor der Windkraftanlage. Regen wird über  die Eiform des Gefährts in einen Behälter darunter geleitet und dabei gleichzeitig gereinigt. 

Foto: Nice Architects

Die Oberfläche des Ecocapsule besteht aus einer wasserfilternden Membran. So werden Morgentau und Regen von Verunreinigungen gereinigt, bevor sie in den Sammler tropfen.

Erste öffentliche Präsentation auf dem Pioneers Festival in Wien

Auf dem Pioneers Festival 2015 in Wien haben die Entwickler von Nice Architekts Ende Mai einen Prototypen des Ecocapsule erstmals öffentlich gezeigt. Auf der EXPO 2015, die noch bis zum 31. Oktober 2015 im italienischen Mailand geöffnet ist, soll das eiförmige Gefährt im slowakischen Pavillon ebenfalls zu sehen sein.

Auf dem abgerundeten Dach des Ecocapsule befinden sich Sonnenkollektoren mit einer Fläche von 2,6 Quadratmeter, die 600 Watt an Stromertrag liefern. Das reicht aus, um über den einsamen Eremiten-Tag zu kommen.

Auf dem abgerundeten Dach des Ecocapsule befinden sich Sonnenkollektoren mit einer Fläche von 2,6 Quadratmeter, die 600 Watt an Stromertrag liefern. Das reicht aus, um über den einsamen Eremiten-Tag zu kommen.

Foto: Nice Architects

Den Preis für das Öko-Wohn-Ei wollen die Entwickler erst im letzten Quartal des Jahres 2015 nennen. Mit der Serienproduktion wollen sie in der ersten Jahreshälfte 2016 beginnen. Soviel verraten die Entwickler dann aber doch: „Wir denken, es wird nicht billig sein.“ 

Transport per Schiff kostet viel Geld

Einen Kostenpunkt können die Jungs von Nice Architects allerdings jetzt bereits klar benennen: den Transport. Von der Slowakei im Standard-Versandbehälter nach Buenos Aires kostet er 1.800 Euro, nach New York sind es 2.200 Euro, nach Johannesburg gar 2.700 Euro. Am billigsten ist der Transport des Ecocapsule nach Melbourne mit 1.500 Euro.

„Die Preise sind auf Versandkosten-Schätzung für einen Behälter von der Schifffahrtsgesellschaft zur Verfügung gestellt worden. Sie können von Hafen zu Hafen erheblich variieren“, warnen die kreativen Architekten auf ihrer Webpräsenz.

Von Detlef Stoller

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