Projekt Aequorea 20.01.2016, 10:02 Uhr

Wie vor Rios Küste schwimmende Wohninseln aus Plastikmüll entstehen

71 % der Erde sind mit Wasser bedeckt. Der Lebensraum für den Menschen ist knapp. Warum nicht auf künstlichen Inseln auf dem Meer leben? Der Architekt Vincent Callebaut will schwimmende Inseln aus Plastikmüll und Algen bauen. Die ersten vor den Stränden Rio de Janeiros. 

Künstliche Inseln vor der Küste Rio de Janeiros: Vor der brasilianischen Traumstadt will der belgische Architekt Vincent Callebaut Inseln aus Plastikmüll und Algen bauen, auf denen bis zu 20.000 Menschen leben können. Der Wohnraum reicht bis zu 1000 m tief ins Meer.

Künstliche Inseln vor der Küste Rio de Janeiros: Vor der brasilianischen Traumstadt will der belgische Architekt Vincent Callebaut Inseln aus Plastikmüll und Algen bauen, auf denen bis zu 20.000 Menschen leben können. Der Wohnraum reicht bis zu 1000 m tief ins Meer.

Foto: Vincent Callebaut Architectures

Wie vor Rios Küste schwimmende Wohninseln aus Plastikmüll entstehen

Künstliche Inseln vor der Küste Rio de Janeiros: Vor der brasilianischen Traumstadt will der belgische Architekt Vincent Callebaut Inseln aus Plastikmüll und Algen bauen, auf denen bis zu 20.000 Menschen leben können. Der Wohnraum reicht bis zu 1000 m tief ins Meer.

Foto: Vincent Callebaut Architectures

Wie vor Rios Küste schwimmende Wohninseln aus Plastikmüll entstehen

Foto: Vincent Callebaut Architectures

Wie vor Rios Küste schwimmende Wohninseln aus Plastikmüll entstehen

Foto: Vincent Callebaut Architectures

Wie vor Rios Küste schwimmende Wohninseln aus Plastikmüll entstehen

Foto: Vincent Callebaut Architectures

Wie vor Rios Küste schwimmende Wohninseln aus Plastikmüll entstehen

Foto: Vincent Callebaut Architectures

Wie vor Rios Küste schwimmende Wohninseln aus Plastikmüll entstehen

Foto: Vincent Callebaut Architectures

Wie vor Rios Küste schwimmende Wohninseln aus Plastikmüll entstehen

Foto: Vincent Callebaut Architectures

Wie vor Rios Küste schwimmende Wohninseln aus Plastikmüll entstehen

Foto: Vincent Callebaut Architectures

Wie vor Rios Küste schwimmende Wohninseln aus Plastikmüll entstehen

Foto: Vincent Callebaut Architectures

Wie vor Rios Küste schwimmende Wohninseln aus Plastikmüll entstehen

Foto: Vincent Callebaut Architectures

Wie vor Rios Küste schwimmende Wohninseln aus Plastikmüll entstehen

Foto: Vincent Callebaut Architectures

Wie vor Rios Küste schwimmende Wohninseln aus Plastikmüll entstehen

Foto: Vincent Callebaut Architectures

Wie vor Rios Küste schwimmende Wohninseln aus Plastikmüll entstehen

Foto: Vincent Callebaut Architectures

Der belgische Stararchitekt Vincent Callebaut, der mit seinem großen Architekturbüro inzwischen in Paris arbeitet, will mit seinem Projekt Aequorea gleich zwei Menschheitsprobleme anpacken. Er will den begrenzten Siedlungsraum auf der Erde dadurch erweitern, dass die Menschen auf schwimmenden Inseln im Ozean leben und arbeiten.

Diese Inseln sollen von einem 3D-Drucker aus einem Gemisch aus dem im Meer schwimmenden Plastikmüll und aus Algen hergestellt werden. Die erste Insel will Callebaut vor Rio de Janeiro in Brasilien realisieren.

Entstehungskosten von 1950 € je Quadratmeter

Im Kopf des Architekten ist sogar schon der Quadratmeter-Preis klar benannt: Die Entstehungskosten der Aequorea gibt Callebaut mit 1950 € je Quadratmeter an. Die wegen ihrer Form und den Tentakeln an Quallen erinnernden runden Inseln sollen etwa 500 m im Durchmesser haben. Und die Ähnlichkeit mit Quallen gab dem Projekt auch seinen Namen. Denn Aequorea kommt von der floureszierenden Qualle Aequorea Victoria.

Die Inseln haben Nesseln und reichen wie ein Trichter tief ins Meer. Dadurch sollen starken Schwankungen verhindert werden. 

Die Inseln haben Nesseln und reichen wie ein Trichter tief ins Meer. Dadurch sollen starken Schwankungen verhindert werden. 

Quelle: Vincent Callebaut Architectures

Die wahre Dimension der Inseln erstreckt sich vertikal. Ein keilförmig um sich selbst gedrehter Turm soll etwa 1000 m in die Tiefe reichen. Dieser wirkt in Kombination mit großen Kunststoffnesseln, die diesen Turm flexibel umgeben, als Stabilisator. Damit sollen die Inseln vor Schwankungen bei starkem Wellengang oder Seebeben bewahrt werden.

Platz für 20.000 Menschen auf jeder Insel

Die Unterwassertürme sollen bis zu 250 Etagen haben. So könnten in jedem Aequorea-Dorf etwa 10.000 Wohnungen mit Größen zwischen 25 und 250 qm für rund 20.000 Menschen entstehen. Der Pariser Architekt erwartet eine Wohnfläche von 1.375.000 qm je Aequorea. Hinzu kommt die notwendige Infrastruktur, von Büros über Schulen und Kindergärten bis hin zu Sporteinrichtungen.

Auf den Inseln gibt es unter Wasser nicht nur Wohnraum, sondern auch die Infrastruktur einer kleinen Stadt: von der Schule bis zum Restaurant mit Blick ins Meer.

Auf den Inseln gibt es unter Wasser nicht nur Wohnraum, sondern auch die Infrastruktur einer kleinen Stadt: von der Schule bis zum Restaurant mit Blick ins Meer.

Quelle: Vincent Callebaut Architectures

Ein Viertel der Etagen unter Wasser reserviert Callebaut für die Erzeugung von Algen. Denn die Bewohner der Inseln müssen ernährungsmäßig hart im Nehmen sein. Auf dem Speiseplan sollen vor allem Algen, Plankton und Fische stehen. Hinzu kommen Obst und Gemüse, das auf der Insel wachsen soll.

Biolumineszenz sorgt für Licht unter Wasser

Das Erdölzeitalter lassen die künftigen Aquonauten, so der Name für die Bewohner, allerdings hinter sich. Wasser- oder Energieprobleme gibt es auf Aequorea nicht, diese 3D-gedruckten Inseln werden autark sein, verspricht Callebaut. Das Trinkwasser und der Sauerstoff für die Räume unter der Meeresoberfläche sollen durch chemische Prozesse gewonnen werden.

Licht in den Untiefen will der Architekt über die Biolumineszenz von Mikroorganismen erzeugen, die in der Doppelverglasung der Fenster stecken. Elektrische Energie soll ein Kraftwerk liefern, das die Meeresströmungen in Strom verwandelt. Für wohlige Wärme der Aquonauten sollen Mikroalgen sorgen, die deren ausgeatmetes Kohlendioxid zur Energieerzeugung verwenden.

Dragonfly heißt der Entwurf für ein transparentes Hochhaus in New York.

Dragonfly heißt der Entwurf für ein transparentes Hochhaus in New York.

Quelle: Vincent Callebaut Architectures

Aequorea ist nicht das erste futuristische Projekt Callebauts. Er hat bereits an die Arche Noah erinnernde Inseln mit den Namen Lilypads entwickelt, auf denen bis zu 50.000 Menschen leben sollen. Aus seiner Feder stammen riesige Hochhäuser mit Wäldern an den Fassaden, oder in Form eines transparenten Segels, das Callebaut für New York entworfen hat.

Der belgische Architekt Vincent Callebaut hatte die ungewöhnliche Idee einer schwimmenden Stadt im Meer.

Der belgische Architekt Vincent Callebaut hatte die ungewöhnliche Idee einer schwimmenden Stadt im Meer.

Quelle: Vincent Callebaut Architectures

Callebaut ist nicht der Einzige, der mit ungewöhnlichen Ideen gegen den Plastikmüll im Meer ankämpft. Mit einer schwimmenden Ausgabe seines beutellosen Staubsaugers will zum Beispiel der milliardenschwere Erfinder James Dyson die Weltmeere von Müll befreien. Der Ocean Cleaner soll in Buchten Plastikmüll mit riesigen Netzen an Bord eines Schiffes ziehen. 

Mit einer künstlichen Seekuh versucht eine Werft in Lübeck, den Müller wieder aus dem Wasser zu fischen. 

„Hallo Volk des Landes“

Seine Vision Aequorea zur Besiedelung der Weltmeere hat Vincent Callebaut veröffentlicht, indem er den 15 Jahre alten Aquonauten Oceane am heiligen Abend des Jahres 2065 einen fiktiven Brief von „Aequorea von Rio de Janeiro“ an das „Volk des Landes“ schreiben lässt. Darin berichtet Oceane von seinen Großeltern. Diese arbeiteten zu unseren Zeiten als Ozeanographen und Architekten und sind die Konstrukteure der Aequorea.

Zur Linderung der Wohnungsnot in der haitianischen Hauptstadt Port-au-Prince hat Callebaut einen riesigen Wohnkomplex in Form eines künstlichen Korallenriffs entworfen.

Zur Linderung der Wohnungsnot in der haitianischen Hauptstadt Port-au-Prince hat Callebaut einen riesigen Wohnkomplex in Form eines künstlichen Korallenriffs entworfen.

Quelle: Vincent Callebaut Architectures

Sie erfanden den Algen-Plastik-Verbundwerkstoff aus der berüchtigten „Suppe von Kunststoffen am Anfang des Jahrhunderts im Herzen der fünf Ozeane“. Diese heute in den Weltmeeren treibenden gigantischen Plastikwirbel nennt Aquonaut Oceane verächtlich „den 7. Kontinent“.

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