Höchstes Gebäude der Welt 14.03.2016, 10:23 Uhr

Vision: 1600 m hoher Wolkenkratzer im Meer vor Tokio

Wir schreiben das Jahr 2045. Und wohnen im Meer. Im obersten Stockwerk eines Gebäudes, das 1,6 km vom Erdgeschoss entfernt ist. Wie phantastisch ist das denn? Für Architekten durchaus vorstellbar, ja planbar, wie die Entwürfe zum Projekt „Next Tokyo“ zeigen. 

Vision: 1600 m hoher Wolkenkratzer im Meer vor Tokio

Projekt Next Tokyo 2045: So stellen sich zwei New Yorker Architektur- und Ingenieurbüros den Städtebau der Zukunft angesichts wachsender Mega-Cities und steigender Meeresspiegel vor.

Foto: Kohn Pederson Fox Associates

Vision: 1600 m hoher Wolkenkratzer im Meer vor Tokio

Hier werden Algen gezüchtet, um daraus Biotreibstoff herzustellen.

Foto: Kon Pederson Fox Associates

Vision: 1600 m hoher Wolkenkratzer im Meer vor Tokio

Der Masterplan zum Projekt Next Tokyo 2045.

Foto: Kohn Pederson Fox

Nahaufnahme des geplanten Sky Mile Towers

Der eine Meile hohe Wolkenkratzer Sky Mile Tower ist Teil des Entwurfs zu Next Tokyo 2045.

Foto: Kohn Pederson Fox

Vision: 1600 m hoher Wolkenkratzer im Meer vor Tokio

Der Stadtteil im Meer soll die Mega-City Tokio auch gegen Wind und Wellen schützen. Noch ist das Projekt Tokyo 2045 eine Vision. Vom Bau spricht bislang keiner. Aber an den dafür notwendigen Technologien wird weitergeforscht. 

Foto: Kohn Pederson Fox

Vision: 1600 m hoher Wolkenkratzer im Meer vor Tokio

Im Zentrum von Next Tokyo steht der Mega-Wolkenkratzer Sky Mile Tower. Mit 1600 m Höhe wäre der Wohnturm doppelt so hoch wie das derzeit höchste Gebäude der Welt, das Burj Khalifa in Dubai. Für die insgesamt 55.000 Bewohner sind Einkaufsmöglichkeiten, Hotels, Büchereien, Kliniken und was sonst an Infrastruktur benötigt wird, vorgesehen. 

Foto: Kohn Pederson Fox

 

Steigende Meerespegel, wachsende Mega-Cities, ökologische Nachhaltigkeit: Das sind Themen, die Städteplaner mehr und mehr beschäftigen werden. Die Vision, die die beiden Architekturbüros Kohn Pederson Fox und Leslie E. Robertson für die Bucht von Tokio entwickelt haben, soll diese Probleme lösen. Im Zentrum steht ein gigantischer Wolkenkratzer mit einer Höhe von 1600 m.

Für die konkreten Probleme, die in den kommenden 30 Jahren – nicht nur – auf Tokio zukommen, gibt es keine schnellen Lösungen. In diesem Sinne hat das Architektenteam die großen Herausforderungen in große Pläne umgesetzt.

Sechseckige Ringstrukturen bilden die Grundlage für neuen Stadtteil

Und Herausforderungen gibt es in Tokio genügend. Die Stadt mit über 9 Mio. Einwohnern gilt als Teil des weltweit größten zusammenhängenden urbanen Gebietes und liegt gleichzeitig in einer der aktivsten Erdbebenzonen der Welt. Hinzu kommt die Gefahr von Taifunen sowie steigende Meerespegel, die für die flachen Küstengebiete rund um die Bucht von Tokio problematisch werden.

Ihre Vision von einem neuen Distrikt in Tokio haben die Architekten passenderweise in der Bucht, an einer 14 km breiten Stelle verortet. Dort soll eine Serie von sechseckigen Ringstrukturen entstehen, mit einem Durchmesser zwischen 150 und 1500 m. Sie haben ganz unterschiedliche Funktionen. So können sie als Anbaugebiete für Algen zur Herstellung von Kraftstoff und Frischwasserreservoire dienen. Sie bieten Raum für Erholungsgebiete mit Stränden und niedriger Bebauung.

Und sie sollen auch als Wellenbrecher funktionieren und könnten bei einer Sturmflut miteinander verbunden werden. Ansonsten bliebe die Durchfahrt für den Schiffsverkehr frei. Ein Tunnelsystem soll die beiden Küsten miteinander verbinden und die Wege für Pendler vereinfachen.

Doppelt so hoch wie das Burj Khalifa in Dubai

Mit allen Inseln wird das neue Stadtgebiet in der Bucht eine Größe von 12,5 qkm haben, davon etwa ein Viertel als hinzugewonnene Landfläche. Im Zentrum dieses Next Tokyo steht der Mega-Wolkenkratzer Sky Mile Tower. Mit 1600 m Höhe, also einer Meile, wäre der Wohnturm doppelt so hoch wie das derzeit höchste Gebäude der Welt, das Burj Khalifa in Dubai.

Für die insgesamt 55.000 Bewohner sind natürlich Einkaufsmöglichkeiten, Hotels, Büchereien, Kliniken und was sonst an Infrastruktur benötigt wird, vorgesehen. Für die Frischwasserversorgung soll die Höhe des Turmes insofern ausgenutzt werden, als dass die Feuchtigkeit aus den umgebenden Wolken an der Fassade aufgefangen und verteilt wird, hauptsächlich durch die Schwerkraft.

Die Form des Mega-Wolkenkratzers basiert auf einem sechseckigen Grundriss und besteht aus mehreren, jeweils dreiteiligen, Strukturen. Diese Stützstrukturen werden versetzt gebaut und variieren in der Höhe zwischen 60 und 90 Stockwerken, so dass statt eines geschlossenen Baukörpers ein filigran wirkendes Gebäude mit regelmäßigen Öffnungen entsteht. Alle 320 m wird über mehrere Etagen die notwendige Verbindung hergestellt mit zentralen Plätzen und den Verbindungen der Aufzüge und Treppenhäuser.

Wind ist gefährlicher für das Gebäude als Erdbeben

Maßgeblich mitbestimmt wurde diese Struktur durch die Design-Anforderungen, die sich durch die Kräfte des Windes ergeben. Obwohl der Riesenturm in einem der seismisch aktivsten Gebiete der Erde entstehen soll, wären die Windkräfte, die seitlich auf das Gebäude wirken, immer noch stärker, als die potenziellen Erdbewegungen.

Die Architekten testeten verschiedene Turmmodelle im Windkanal und kamen zu dem Ergebnis, dass eine Form mit Öffnungen und Abschrägungen dem Wind die wenigste Angriffsfläche bietet und die gefürchteten Turbulenzen nicht entstehen können. Gebaut würde der Turm vorwiegend aus Beton und Stahl, wobei der Beton die großen Lasten aufnimmt und die notwendige Steifigkeit bietet, während die Stahlverstrebungen an den Innenseiten die Strukturen miteinander verbindet und eine gewisse Beweglichkeit möglich macht.

Transportsystem mit kabellosen magnetischen Aufzügen

Auch beim Transportsystem mussten sich die Architekten etwas Neues einfallen lassen, denn herkömmliche Aufzüge kommen wegen ihrer riesigen Lasten – die Kabel sind das Schwerste – nicht infrage.

ThyssenKrupp arbeitet an einer völlig neuen Lift-Technologie, bei der die Bewegung auf mehreren Achsen stattfindet. Ohne Kabel. Die freischwebenden Transportkapseln werden mittels Magnetkraft in mehreren Kreisläufen und in jeweils einer Richtung durch das Gebäude geschickt.

ThyssenKrupp arbeitet an einer völlig neuen Lift-Technologie, bei der die Bewegung auf mehreren Achsen stattfindet. Ohne Kabel. Die freischwebenden Transportkapseln werden mittels Magnetkraft in mehreren Kreisläufen und in jeweils einer Richtung durch das Gebäude geschickt.

Quelle: ThyssenKrupp Elevator

Eine Anfrage bei ThyssenKrupp soll die Lösung für das Transportproblem innerhalb des Wolkenkratzers liefern, denn der Konzern entwickelt derzeit eine völlig neue Lift-Technologie, in der die Bewegung auf mehreren Achsen stattfindet. In diesem kabellosen System werden die Transportkapseln mittels magnetischer Levitation in mehreren Kreisläufen und in jeweils einer Richtung durch das Gebäude geschickt.

Die neue Technik will ThyssenKrupp in einem 244 m hohen Aufzugturm erproben, der in Rottweil steht. Er ist das höchste Gebäude Baden-Württembergs. Hier lesen Sie, wie die neue Aufzugtechnik funktioniert.

Kennen Sie die höchsten Gebäude der Welt? Hier sind sie.

 

Von Gudrun von Schoenebeck

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