Römisches Reich 24.11.2024, 18:54 Uhr

1500 Jahre alte Basilika von Kaiser Justinian I. in Aquileia entdeckt

Frühchristliche Basilika aus der Zeit Kaiser Justinians I. entdeckt. Der Bau zeigt byzantinische Architektur und neue Verbindungen zwischen Italien und Byzanz.

Forum von Aquileia

Blick auf das Forum von Aquileia, die Basilika wurde ganz in der Nähe gefunden.

Foto: ÖAW

Archäologinnen und Archäologen haben in Aquileia, einer Kleinstadt im Nordosten Italiens, eine frühchristliche Basilika entdeckt. Dieser monumentale Bau, der aus der Zeit des oströmischen Kaisers Justinian I. stammt, ist der erste bedeutende Neubau, der in der Region seit Jahrzehnten entdeckt wurde. Die Architektur der Basilika wirft ein neues Licht auf die kulturelle, religiöse und geopolitische Bedeutung von Aquileia während der byzantinischen Herrschaft.

„Die Basilika lässt wohl auf ein größeres byzantinisches Bauprogramm schließen“, erklärt Stefan Groh, Archäologe der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW). Diese Entdeckung stellt einen Meilenstein dar, da sie die architektonischen Verbindungen zwischen Italien und dem Byzantinischen Reich aufzeigt.

Top Stellenangebote

Zur Jobbörse
AM Planungsgesellschaft für technische Gebäudeausrüstung mbH-Firmenlogo
Projektingenieur / Techniker Versorgungstechnik HLSK (m/w/d) AM Planungsgesellschaft für technische Gebäudeausrüstung mbH
Mannheim Zum Job 
sanotact GmbH-Firmenlogo
Verpackungsingenieur (m/w/d) QM, QS sanotact GmbH
Münster Zum Job 
Stadtwerke Rastatt GmbH-Firmenlogo
Projektleiter (m/w/d) Bauingenieur oder Versorgungsingenieur Stadtwerke Rastatt GmbH
Rastatt Zum Job 
Die Autobahn GmbH des Bundes-Firmenlogo
Bauingenieur für Streckenplanung (w/m/d) Die Autobahn GmbH des Bundes
Die Autobahn GmbH des Bundes-Firmenlogo
Bauingenieur als Bauwerksprüfer (w/m/d) Die Autobahn GmbH des Bundes
Die Autobahn GmbH des Bundes-Firmenlogo
Fachingenieur für Streckenplanung (w/m/d) Die Autobahn GmbH des Bundes
LWL-PsychiatrieVerbund Westfalen-Firmenlogo
Diplom-Ingenieur:in oder Bachelor of Engineering (FH) der Fachrichtung Nachrichtentechnik (m/w/d) LWL-PsychiatrieVerbund Westfalen
Lippstadt, Warstein Zum Job 
Werner Sobek AG-Firmenlogo
Projektingenieure / Projektleiter Gebäude- / Versorgungstechnik (m/w/d) Werner Sobek AG
Frankfurt, Stuttgart, Weinheim, Mannheim Zum Job 
HOERBIGER Flow Control GmbH-Firmenlogo
Industrial Engineer (w/m/d) HOERBIGER Flow Control GmbH
Altenstadt Zum Job 
Stadtwerke Wolfenbüttel GmbH-Firmenlogo
Bereichsleiter Technik (m/w/d) Stadtwerke Wolfenbüttel GmbH
Wolfenbüttel Zum Job 
Dürkopp Fördertechnik GmbH-Firmenlogo
Electrical Automation Engineer (m/w/d) - R&D Department Dürkopp Fördertechnik GmbH
Bielefeld Zum Job 
Stadt Neumünster-Firmenlogo
Ingenieur*in in der Fachrichtung Architektur Stadt Neumünster
Neumünster Zum Job 
Stadtreinigung Hamburg-Firmenlogo
Ingenieur (all genders) Hochbau Stadtreinigung Hamburg
Hamburg Zum Job 
Thüringer Landgesellschaft mbH-Firmenlogo
Sachbearbeiter Bereich Wasserwirtschaft (m/w/d) Thüringer Landgesellschaft mbH
Erfurt-Mittelhausen Zum Job 
WipflerPLAN Planungsgesellschaft mbH-Firmenlogo
Projektingenieur / Planungsingenieur (m/w/d) für Siedlungswasserwirtschaft WipflerPLAN Planungsgesellschaft mbH
Donauwörth, München-Ost (Grasbrunn), München-West (Planegg), Pfaffenhofen an der Ilm Zum Job 
TenneT-Firmenlogo
HSE Manager Baustellen & Infrastrukturprojekte (m/w/d) TenneT
Stadtreinigung Hamburg-Firmenlogo
Ingenieur (all genders) Tiefbau Stadtreinigung Hamburg
Hamburg Zum Job 
VDZ Service GmbH-Firmenlogo
Auditor (m/w/d) für die Validierung von Umweltmerkmalen und für die Produktzertifizierung VDZ Service GmbH
Düsseldorf Zum Job 
Thüringer Landgesellschaft mbH-Firmenlogo
Bauingenieur (m/w/d) Thüringer Landgesellschaft mbH
Thüringer Landgesellschaft mbH-Firmenlogo
Projektingenieur Wasserbau (m/w/d) Thüringer Landgesellschaft mbH
Erfurt, Meiningen, Neustadt an der Orla, Sondershausen Zum Job 

Eine Stadt von strategischer Bedeutung

Aquileia war einst eine der bedeutendsten Städte des Römischen Reiches. Gegründet 181 v. Chr. als Militärkolonie, lag sie strategisch günstig an der Bernsteinstraße und diente als Verbindungspunkt in die Provinz Noricum, das heutige Österreich. Mit über 100.000 Einwohnerinnen und Einwohner war Aquileia in der Antike ein wirtschaftliches und kulturelles Zentrum. Heute leben dort gerade einmal noch rund 3000 Menschen.

Nach dem Zerfall des Weströmischen Reiches im 5. Jahrhundert geriet die Stadt unter die Kontrolle der Ostgoten. Doch im Jahr 540 entsandte Kaiser Justinian I. seine Truppen nach Italien, um die Region zurückzuerobern. Diese Eroberung markierte den Beginn eines neuen Bauprogramms, zu dem auch die Basilika gehörte.

Der Einfluss Kaiser Justinians I. auf Aquileia

Mit der Rückeroberung Italiens durch Kaiser Justinian I. im 6. Jahrhundert gewann die Region erneut an Bedeutung. Justinian sandte seine Truppen, um die Kontrolle über Norditalien zurückzuerlangen. Dabei wurde Aquileia Teil eines umfassenden Bauprogramms, das die byzantinische Architektur nach Italien brachte.

Die neu entdeckte Basilika ist ein spannendes Beispiel für diesen kulturellen Einfluss. Der Bau wurde wahrscheinlich in der ersten Hälfte des 6. Jahrhunderts errichtet. Seine Architektur zeigt Parallelen zu anderen byzantinischen Kirchen in Ägypten, dem Nahen Osten und dem Balkan. Die dreischiffige Transeptbasilika mit drei Apsiden ist ein Symbol für die Rückeroberung und die byzantinische Kultur in der Region.

Lage der neu entdeckten Kirche im Stadtplan von Aquileia

Lage der neu entdeckten Kirche im Stadtplan von Aquileia.

Foto: ÖAW

Ein Meisterwerk byzantinischer Architektur

Die Basilika wurde westlich von Aquileia nahe der Via Annia entdeckt, einer Handelsstraße, die die Stadt mit Mailand und Rom verband. Ursprünglich als einfacher Kirchenbau im 4. Jahrhundert begonnen, wurde die Basilika später unter Justinian I. erweitert. Ihre Ausrichtung nach Südosten in Richtung Konstantinopel und Jerusalem unterstreicht die religiöse und geopolitische Bedeutung des Baus.

„Transeptbasiliken mit Apsiden lassen sich im oströmischen Reich von Ägypten über den Nahen Osten bis zur Oberen Adria nachweisen“, erläutert Stefan Groh. Die Ähnlichkeiten zur Bischofskirche von Teurnia in Kärnten verdeutlichen, wie stark byzantinische Architektur auf andere Regionen ausstrahlte.

Die Basilika war nicht nur ein Ort der Andacht, sondern auch ein Symbol der Macht. Sie markiert die Rückeroberung Oberitaliens durch das Byzantinische Reich und die kulturelle Wiederbelebung der Region. Die monumentalen Ausmaße und die byzantinischen Gestaltungselemente zeigen, wie Kaiser Justinian I. seine Herrschaft und seinen Glauben demonstrierte.

Neue Einblicke in die städtische Entwicklung Aquileias

Die Entdeckung erfolgte durch geophysikalische Messungen und geoarchäologische Bohrungen, die von der ÖAW in Zusammenarbeit mit italienischen Behörden durchgeführt wurden. Finanziert durch den Österreichischen Wissenschaftsfonds (FWF), bietet der Fund neue Einblicke in die städtische Entwicklung Aquileias.

„Diese Basilika ist der erste neu entdeckte Großbau seit Jahrzehnten intensiver archäologischer Forschungen in Aquileia“, betont Groh. Die Forschungen zeigen, wie sich religiöse und politische Entwicklungen der Antike in der Architektur manifestierten.

Ein Beitrag von:

  • Dominik Hochwarth

    Redakteur beim VDI Verlag. Nach dem Studium absolvierte er eine Ausbildung zum Online-Redakteur, es folgten ein Volontariat und jeweils 10 Jahre als Webtexter für eine Internetagentur und einen Onlineshop. Seit September 2022 schreibt er für ingenieur.de.

Zu unseren Newslettern anmelden

Das Wichtigste immer im Blick: Mit unseren beiden Newslettern verpassen Sie keine News mehr aus der schönen neuen Technikwelt und erhalten Karrieretipps rund um Jobsuche & Bewerbung. Sie begeistert ein Thema mehr als das andere? Dann wählen Sie einfach Ihren kostenfreien Favoriten.