Höchstes Gebäude Baden-Württembergs 20.08.2015, 13:12 Uhr

ThyssenKrupp Elevator: Aufzug-Testturm in Rottweil im Rohbau fertig

Er ragt stolze 244 m in den Himmel über Rottweil: Der Testturm für Aufzüge der Firma ThyssenKrupp Elevator AG ist das höchste Gebäude Baden-Württembergs. Der Rohbau steht, jetzt geht es an den Innenausbau.

Städte wachsen künftig mangels Platz in die Höhe. Für die Hochhäuser braucht es Aufzüge. ThyssenKrupp Elevator bereitet sich vor und baut derzeit in Rottweil einen Aufzug-Testturm. Der Rohbau ist jetzt fertiggestellt. 

Städte wachsen künftig mangels Platz in die Höhe. Für die Hochhäuser braucht es Aufzüge. ThyssenKrupp Elevator bereitet sich vor und baut derzeit in Rottweil einen Aufzug-Testturm. Der Rohbau ist jetzt fertiggestellt. 

Foto: ThyssenKrupp

Immer mehr Menschen ziehen aus den ländlichen Gebieten in die großen Städte. Bis 2050 werden 70 % der Weltbevölkerung in Städten leben. Das erzeugt einen enormen Handlungsdruck, das Platzangebot in den Städten ist begrenzt. Die einzig sinnvolle Wachstumsmöglichkeit ist die nach oben.

Fertiger Rohbau des Aufzug-Testturms.

Fertiger Rohbau des Aufzug-Testturms.

Foto: ThyssenKrupp

Nach einem Bericht des McKinsey Global Institute steigt die Geschossfläche von Gebäuden dadurch allein bis 2025 um schätzungsweise 85 %. Die Nachfrage nach schnellen, umweltfreundlichen, raumsparenden und effektiven Aufzügen wächst weltweit. 

Rottweil wird Zentrum für Aufzüge der Zukunft

Um diese Nachfrage mit neuen Produkten beantworten zu können, baut die ThyssenKrupp Elevator AG in Rottweil in Baden-Württemberg einen 244 m hohen Testturm für Aufzüge.

Vorgeschmack auf die Aussichtsplattform: ThyssenKrupp hat die Seite

Vorgeschmack auf die Aussichtsplattform: ThyssenKrupp hat die Seite „Live aus Rottweil“ eingerichtet. Webcams zeigen den aktuellen Stand der Bauarbeiten – und liefern Panoramabilder. 

Foto: ThyssenKrupp

Rottweil wird damit zum Zentrum für die Zukunft der vertikalen Personenbeförderung. Am 12. August 2015 hatte der Rohbau des Turms mit 244,1 m seine volle Höhe erreicht. Die letzten beiden Meter folgen mit der Fertigstellung der Fassade.

Turm bekommt verdrehte Glasfaser-Hülle

Jetzt geht es an den Innenausbau. „Im ersten Schritt werden die einzelnen Stockwerksdecken eingezogen, denn mit Hilfe der Gleitschalungstechnik, bei der die Arbeitsplattform kontinuierlich mit dem Turm nach oben wuchs, ist zunächst eine Betonröhre mitsamt Aufzugsschächten und Wänden entstanden“, erklärt Ulrich Weinmann, Vorstand der E. Züblin AG.

Neben seiner Funktion als Forschungs- und Entwicklungszentrum soll der Testturm zu einem attraktiven Anziehungspunkt für Touristen in Baden-Württemberg werden. Auf 232 Metern entsteht dafür Deutschlands höchste Aussichtsplattform. Der Turm wird bis Ende 2016 fertiggestellt.

Neben seiner Funktion als Forschungs- und Entwicklungszentrum soll der Testturm zu einem attraktiven Anziehungspunkt für Touristen in Baden-Württemberg werden. Auf 232 Metern entsteht dafür Deutschlands höchste Aussichtsplattform. Der Turm wird bis Ende 2016 fertiggestellt.

Foto: ThyssenKrupp

Ab Herbst folgt der Einbau der Gebäude- und Aufzugstechnik. Im März 2016 beginnen dann die Arbeiten an der Außenmembran. Der Turm wurde von den renommierten Architekten Helmut Jahn und Werner Sobek entworfen und wird von einer in sich verdrehten Hülle aus Glasfasergewebe umschlossen.

Täglich 3,6 m gewachsen

Der Turm besticht durch Superlative: Er wuchs jeden Tag um 3,6 m in die Höhe – dreimal schneller als Bambus. Und das Bauprojekt ist eine wahre Materialschlacht: Nach der Fertigstellung werden 30.000 m3 Aushub bewegt worden sein.

Der Turm bringt das Gewicht von 8000 ausgewachsenen afrikanischen Elefanten auf die Waage. Er wiegt 40.000 t. Zudem wird der Turm auf der schwindelerregenden Höhe von 232 m die bundesweit höchste öffentliche Besucherplattform haben.

Aufzug ohne Seil

Der Turm hat einen Durchmesser von 21 m. Hinter seinen Mauern befinden sich zwölf Schächte, in denen die Ingenieure Aufzüge mit Geschwindigkeiten von bis zu 18 m pro Sekunde auf und ab jagen. Drei der zwölf Turmschächte, die jeweils 100 m messen, sind für das neue Multi-System reserviert, das ThyssenKrupp im November 2014 vorgestellt hat. Diese neue Aufzugstechnik schickt das 160 Jahre alte Konzept einer seilgetragenen Personenkabine in die wohlverdiente Aufzugsrente.

Alle 15 bis 30 Sekunden ein Aufzug

Ähnlich wie im Paternoster können mit Multi mehrere selbstfahrende Aufzugskabinen pro Schacht in einem Umlaufsystem betrieben werden. Die Beförderungskapazität pro Schacht erhöht sich so um bis zu 50 %. Der Platzbedarf für den Aufzug im Gebäude reduziert sich um die gleiche Größenordnung. Multi wird sich im Umlaufsystem mit einer Geschwindigkeit von etwa 5 m/s bewegen. Dadurch erhalten Passagiere alle 15 bis 30 Sekunden Zugang zum Aufzug.

ThyssenKrupp Elevator-Chef Andreas Schierenbeck: „Pro Jahr warten Büroangestellte in New York City zusammen 16,6 Jahre auf einen Aufzug, weitere 5,9 Jahre verbringen sie in den Kabinen. Diese Zahlen zeigen, dass die Erhöhung der Verfügbarkeit von Aufzügen immens wichtig ist.“

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