Ein Werk von Open Architecture 30.11.2018, 08:15 Uhr

Neueröffnung: Das Dune Art Museum in China

In der chinesischen Provinz Qinhuangdao wurde kürzlich das Dune Art Museum eröffnet. Das in eine riesige Sanddüne eingebettete Museum beherbergt insgesamt zehn miteinander verbundene Galerien und ein Café. Erste Besucher zeigen sich vom Museum, seinem Aufbau und seinem einzigartigen Design begeistert. Wir stellen das architektonische Kunstwerk im Detail vor.

Blick auf den Eingang des Museums

Das Dune Art Museum ist Teil der Dünenlandschaft der Provinz Qinhuangdao im Norden Chinas.

Foto: UCCA

Blick aus dem Museum auf den Strand

Es fügt sich nicht nur harmonisch in die Küste ein, sondern wird selbst Teil der Landschaft.

Foto: UCCA

Blick auf einen offenen Vorraum des Museums

Der Strand vor dem Museum setzt sich in den Außenbereichen des Museums fort.

Foto: UCCA

Treppenaufgang im Innern des Museums

Die wellenförmigen Strukturen setzen sich auch im Innern des Gebäudes fort.

Foto: UCCA

Blick von innen aus den runden Öffnungen nach draußen

Öffnungen unterschiedlicher Größe sorgen für viel Licht in den Ausstellungsräumen.

Foto: UCCA

Moon Garden by Liang Shaoji

Die erste Ausstellungen heißt "After Nature" und zeigt u.a. den Moon Garden von Liang Shaoji.

Foto: UCCA

Beim UCCA Dune Art Museum zeigt sich wieder einmal, dass Museen schon lange nicht mehr nur als reine Ausstellungshallen für Kunst betrachtet werden, sondern vielmehr selbst als Kunstwerke wahrgenommen werden möchten. Nach mehr als dreijähriger Bauzeit ist das UCCA Dune Art Museum in China eröffnet worden und beweist: Es ist einmal mehr gelungen. Denn die Architekten von Open Architecture haben das Museum mit seinen insgesamt 930 Quadratmetern Grundfläche von einer riesigen Sanddüne begraben lassen. So ist ein einzigartiger Gebäudekomplex entstanden, der auch ohne ausgestellte Kunst ein kunstvolles Bauwerk ist. Dank der insgesamt 10 miteinander verbundenen Galerien kommen die kunstliebenden Besucher auch im Innern des Museums auf ihre Kosten.

Der Bau des Dune Art Museums

Die Bauherren des Dune Art Museums verfolgten das Ziel, eine möglichst natürliche Integration in die umgebende Umwelt zu erreichen und dennoch im Innern einzigartige Strukturen abzubilden, diehe den Kunstwerken innerhalb der Museumsarchitektur eine optimale Wirkung erlauben würden. Hierzu wurde die Betonhülle der Gebäude in der Region Qinhuangdao von Hand gefertigt und anschließend an den Museumsplatz transportiert. Während das Museum inmitten der Dünenlandschaft kaum zu erkennen ist, zeigt sich die klare Betonstruktur im Innern umso deutlicher. Lichtöffnungen in unterschiedlicher Größe und Form erlauben rund ums Jahr ein natürliches Tageslicht im Innern des Museums und schaffen einzigartige Lichtmuster für die ausgestellten Kunstwerke. Neben dem Licht überzeugt auch das Klimakonzept des Museums, da die umgebenden Dünen die Räume im Sommer vor Hitze schützen und es in den Ausstellungsräumen angenehm kühl bleibt. Im Winter können die Räume mit einer umweltfreundlichen Wärmepumpe beheizt werden.

Die Designer und Architekten von Open Architecture und UCCA

Geplant und entworfen wurde das Dune Art Museum von den Architekten von Open Architecture. Jener Gruppe an Architekten und Designern, die beispielsweise auch für die minimalistischen Häuser für die Marsbesiedelung oder für die Ausgestaltung der Fangshan Hochschule in Peking verantwortlich zeichnen. Durch die klare Linienführung und die intelligente Nutzung des natürlichen Lichts ist nun im Norden Chinas ein einzigartiges Bauprojekt entstanden, das sowohl Kunst- als auch Architekturliebhaber aus der ganzen Welt anziehen wird. Die organischen Formen – ein Markenzeichen von Open Architecture – in Verbindung mit den vielen kleinen und strukturierenden Elementen sorgen für ein einzigartiges Raumgefühl und eine Weite, die Kunstliebhaber in vielen Museen der Welt schmerzlich vermissen.

Erst im September 2018 hatte das UCCA, also das Ullens Center for Contemporary Art in China, beschlossen, sich an der Verwaltung und Organisation des Museums zu beteiligen und somit gemeinsam mit Open Architecture und Aranya das Museum effektiv zu betreiben. Da das UCCA die führende und unabhängigste Institution für zeitgenössische Kunst in China ist, darf der Besucher durchaus davon ausgehen, dass die meisten Ausstellungen im UCCA Dune Art Museum in der zeitgenössischen Kunst angesiedelt sein werden. Weitere Angaben über die aktuellen Ausstellungen in den 10 Kammern des Museums sind aktuell jedoch noch nicht verfügbar.

Bekannt ist aber, dass das Dune Art Museum als Teil eines Projekts namens „Dialogue by the Sea“ entstanden ist. Open Architecture arbeitet derzeit an einem weiteren Museum, das direkt im Meer gegenüber dem Dune Art Museum entstehen soll. Der gemeinsame Komplex soll es Besuchern erlauben, bei Ebbe trockenen Fußes zwischen den Museen zu wechseln. Ein ehrgeiziges Projekt, das jedoch eine ganze Reihe an neuen Möglichkeiten und Ausstellungsvarianten bietet.

Kritik der bisherigen Besucher und Fachrezensenten

Betrachtet man die Kritiken und Berichte der ersten Besucher, so muss das UCCA Dune Art Museum auf ganzer Linie überzeugen. Die Besucher wissen die natürlichen Formen der Räume, die hervorragende Beleuchtung und die enorme Weite besonders zu schätzen. Die Fachpresse hingegen lobt vor allem die perfekte Ausführung der Lichtfenster und Fensterbereiche, die einen unverstellten Blick auf den Himmel und das weite Meer erlauben. Auch das ins Dune Art Museum integrierte Café mit seiner großen Terrasse und dem weiteren Ausblick konnte Besucher aus aller Welt überzeugen. Insgesamt ein Museum, das sich sowohl Kunst- als auch Architekturliebhaber merken sollten.

 

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Von ingenieur.de

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