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Happy Birthday Golden Gate Bridge!

25. Mai 2012

Die Golden Gate Brücke in San Francisco feiert ihren 75. Geburtstag. Am 27. 5. 1937 wurde sie offiziell eingeweiht und ist seitdem eine der wichtigsten Verkehrsverbindungen in Kalifornien, aber auch eines der weltweit meistfotografierten Wahrzeichen.
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Wenn sich feucht-warme Luft über einen kalten Untergrund schiebt, entsteht bekanntermaßen Nebel. Das ist an der Grenze zwischen der San Francisco Bay und dem offenen Pazifik recht häufig der Fall, denn dort trifft die über der Bay aufgeheizte feuchte Luft auf den kalten Pazifik. Genau an dieser Stelle – dem sogenannten Golden Gate – befindet sich die Golden Gate Brücke, die seit 75 Jahren ein Wahrzeichen der Stadt und des Staates Kalifornien ist.

Majestätisch erheben sich auf beiden Seiten die markanten Pfeiler, deren Spitzen bis zu 230 m über den Meeresspiegel herausragen. Meistens sieht man nur diese Spitzen, denn der Rest der Brücke ist im dichten Nebel verhüllt. Viele weitangereiste Touristen haben die Brücke nur auf den Postkarten der Souvenir-Shops gesehen und vom Original bestenfalls die Spitzen fotografiert. Doch wenn es einen klaren Sonnentag gibt, weiß man sofort, warum diese Brücke als eine der schönsten der Welt gilt und warum der US-Reiseführer Frommers der Meinung ist, dass sie die meistfotografierte Brücke der Welt sei.

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Golden Gate Bridge verbindet San Fransisco mit dem Festland

Der 27. 5. 1937 war so ein sonniger Tag und damit passte das Wetter zum bedeutendsten Ereignis für die Golden Gate Brücke, denn an diesem Tag wurde sie offiziell eröffnet. Damit ersetzte sie eine fast 120 Jahre bestehende Fährverbindung zwischen der Halbinsel San Francisco und dem nördlichen Festland. Die Fähre diente ursprünglich nur der Wasserversorgung der Stadt. Erst mit dem Aufkommen des Automobils überwog der Fahrzeugtransport.

Die Überfahrt dauerte in den 30er-Jahren zwar nur 20 Minuten und kostete auch nur 1 Dollar, doch die Wartezeiten wurden immer länger. In den Jahren vor der Eröffnung der Brücke musste man mindestens eine Stunde warten, um auf die Fähre zu gelangen.

Trotz dieser Verkehrsprobleme zog sich das Brückenprojekt jahrzehntelang hin. Als Joseph Baermann Strauss 1921 erstmals seine Pläne für eine Brücke über das Golden Gate präsentierte, erntete er viel Skepsis und später massiven Widerstand. „Das ist alles sehr nebulös“, hieß es damals. Erst Jahre später klärten sich die Fronten – und der Projektnebel.

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Strauss war kein Ingenieur, sondern eher ein geschickter Verkäufer, Organisator und Visionär – vielleicht vergleichbar mit dem langjährigen Apple-Chef Steve Jobs. Und was den Brückenbau angeht, so hatte er nur Erfahrungen im Management von Zugbrücken – von Kabel-Hängebrücken hatte er keine Ahnung. Er wollte deshalb eine feste Stahlkonstruktion mit einem Mittelpfeiler errichten, doch das gefiel niemandem. Den Design-Zuschlag erhielt schließlich Leon Moisseiff aus New York, der als Vorbild seinen Entwurf von der Brooklyn-Brücke wählte und damit die Herzen der Kalifornier im Sturm nahm.

Strauss blieb aber Projektleiter und nachdem seine Pläne weitestgehend genehmigt waren, fehlte nur noch das Geld. Die Baukosten wurden ursprünglich auf 30 Mio. Dollar veranschlagt, wofür die Stadt Schuldscheine verkaufen wollte – doch es fanden sich keine Abnehmer. Erst 1932 sprang die Bank of America ein und kaufte alle Schuldscheine auf, um der örtlichen Wirtschaft zu helfen. Das Budget wurde später auf 35 Mio. Dollar aufgestockt, doch bei der Fertigstellung waren davon 1,3 Mio. Dollar nicht ausgeschöpft.

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Golden Gate Bridge: „Aufbäumungsprojekt“ gegen die Depression

Als die Brücke 1937 fertiggestellt war, war sie längste Hängebrücke der Welt. Noch heute ist sie nach der Verrazano-Brücke in New York die zweitlängste in den USA und die neuntlängste der Welt. Genauso wie beim Bau des Empire State Building gelang es Strauss, die damalige Rezession zu nutzen, um die besten Ingenieure und Arbeitskräfte aus dem ganzen Land um sich zu scharen.

Denn auch die Golden Gate Brücke gehört – genauso wie das New Yorker Empire State Building – zu den „Aufbäumungsprojekten“ mit denen sich die Amerikaner gegen die Große Depression stemmten. Das war auch nötig, denn die Brücke war für die damaligen technischen Möglichkeiten eine Meisterleistung. Beispielsweise besteht jedes der beiden Haupt-Tragseile aus 27 572 einzelnen Drähten, was insgesamt rund 129 000 km an Drähten bedeutet.

Die Eröffnungsfeiern dauerten eine Woche. Wie viele Stunden die Brücke davon nicht in dichten Nebel gehüllt war, ist nicht überliefert, aber es muss einige Sonnenabschnitte gegeben haben, denn es gibt Fotos von lachenden und tanzenden Menschen, die die Brücke überquerten, bevor sie für den Fahrzeugverkehr freigegeben wurde – 200 000 sollen es insgesamt gewesen sein.

San Franciscos Bürgermeister Angelo Rossi fuhr mit der Fähre ans nördliche Festland und überquerte dann von dort aus in einer Motorrad-Eskorte das neue Wahrzeichen der Stadt. Die Ampeln auf beiden Seiten wurden am Tag danach von Präsident Roosevelt vom Weißen Haus aus auf „Grün“ geschaltet – und fortan gehörte die Brücke dem tosenden Fahrzeugverkehr.

50-jähriges Jubiläum: Panik auf der Golden Gate Bridge

Erst 1987, anlässlich des 50-jährigen Bestehens der Brücke, wurde sie wieder kurzzeitig gesperrt und nur für Fußgänger geöffnet. Statt der 200 000 Menschen bei der Eröffnung waren es jetzt aber 750 000 bis 1 Mio. Menschen, was zu einer Panik auf der Brücke und zu einer der höchsten Gewichtsbelastungen führte.

Das ist der Grund, weshalb es zur 75-Jahrfeier keine Schließung geben wird. Nur über den seitlich angelegten Rad- und Fußweg kann die Brücke am 27. 5. überquert werden. Doch die Polizei ist vorbereitet und will den Zugang – vor allem aber den Abgang – von der Brücke so regeln, dass es keinen Stau und keine Panik gibt. Die Stadt feiert das Jubiläum mit vielen Events entlang der Bay und rund um die Brücke. Höhepunkte sind eine Flottenparade und ein Mega-Feuerwerk am 27.5. abends. Und damit die Millionen an Souvenirfotos von diesem Tag die Brücke im besten Licht erscheinen lassen, wird sie schon seit Monaten repariert, entrostet und gepinselt.

Ansonsten hält die Golden Gate Brücke einen traurigen Weltrekord: Es ist mit Abstand das beliebteste Bauwerk für Selbstmörder. Offiziellen Schätzungen zufolge waren es bislang 1600 Selbstmorde.

Am berühmtesten ist der Fast-Selbstmord von Kim Novak in Alfred Hitchcocks Film „Vertigo – Aus dem Reich der Toten“ aus dem Jahr 1958. Kim Novak stürzt sich von den Klippen in die Fluten, doch James Stewart springt hinterher und rettet sie, während man im Hintergrund die Golden Gate Brücke sieht – leicht dunstig, aber nicht im Nebel. 



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