Faszinierende Architektur 10.05.2016, 07:43 Uhr

Die spektakulärsten Stadien der Fußball-EM 2016 in Frankreich

In genau einem Monat beginnt die Fußball-EM 2016 in Frankreich. Dieses Mal mit einem besonders vollen Zeitplan – noch nie gab es bei einer Europameisterschaft mehr Partien. Dafür stehen zehn Stadien zur Verfügung. Und welche sind die spektakulärsten?

Das Stadion von Marseille: Einige der zehn EM-Stadien in Frankreich sind architektonische Schmuckstücke. Das Stade Velodrome in Marseille gehört auf jeden Fall dazu.

Das Stadion von Marseille: Einige der zehn EM-Stadien in Frankreich sind architektonische Schmuckstücke. Das Stade Velodrome in Marseille gehört auf jeden Fall dazu.

Foto: Stade Velodrome

Die 15. Fußball-Europameisterschaft, die am 10. Juni 2016 mit dem Spiel Frankreich-Rumänien beginnt, wird eine Rekordveranstaltung. Warum? Weil erstmals 24 Mannschaften teilnehmen und es zu 51 Turnier-Partien kommt. Bislang hatten in der Regel 16 Teams in 31 Spielen um die Krone des Europameisters gekämpft.

Für das Turnier hat Frankreich zehn Stadien auf Vordermann bringen lassen. Fünf davon sind komplett neu oder aber sehr umfangreich umgebaut worden. Das sind die spektakulärsten und schönsten Stadien der Fußball-EM in Frankreich:

Noveau Stade de Bordeaux

Einen Augenschmaus haben die Baseler Architekten Herzog & de Meuron gebaut, die auch schon die Allianz-Arena in München entwickelt haben: das Noveau Stade de Bordeaux. Der Stadionneubau im Norden von Bordeaux bietet mit einer Grundfläche von 45.480 m2 und zwei übereinanderliegenden Rängen über 42.000 Zuschauern Platz.

Das neue Stadion in Bordeaux wurde von den Baseler Architekten Herzog & de Meuron erbaut, die auch das Stadion des FC Bayern München entworfen haben. Ein Wald aus schlanken Säulen trägt elegant das leicht wirkende Dach des Fußballstadions. 

Das neue Stadion in Bordeaux wurde von den Baseler Architekten Herzog & de Meuron erbaut, die auch das Stadion des FC Bayern München entworfen haben. Ein Wald aus schlanken Säulen trägt elegant das leicht wirkende Dach des Fußballstadions. 

Foto: Matmut Atlantique

Er ist damit kleiner als die Allianz Arena, die 75.000 Besucher fasst, und optisch leichtfüßiger. Großzügige Treppen und ein Wald aus Säulen, auf denen das schlanke Stadiondach ruht, scheinen die Grenzen zwischen Außen- und Innenraum verschwimmen zu lassen. Vier Gruppenspiele und ein Viertelfinale werden im Noveau Stade de Bordeaux stattfinden. Kostenpunkt des Neubaus: 183 Millionen Euro.

Stade Pierre-Mauroy in Lille

Als EM-Stadion hat Frankreich auch das Stade Pierry Mauroy in Lille auserkoren. Die Heimat des französischen Fußballvereins OSC Lille bietet Platz für 50.157 Zuschauer, die in den ersten Reihen besonders nah am Spielfeld sitzen und ihren Mannschaften zujubeln können.

Über 50.000 Zuschauer passen ins 2012 eröffnete neue Stadion Pierre Mauroy in Lille in Nordfrankreich. Wie die Schalke-Arena lässt sich nicht nur das Dach des Stadions verschließen. Der Innenraum lässt sich halbieren, so dass aus dem großen Fußballstadion eine Musik- und Konzerthalle wird.

Über 50.000 Zuschauer passen ins 2012 eröffnete neue Stadion Pierre Mauroy in Lille in Nordfrankreich. Wie die Schalke-Arena lässt sich nicht nur das Dach des Stadions verschließen. Der Innenraum lässt sich halbieren, so dass aus dem großen Fußballstadion eine Musik- und Konzerthalle wird.

Foto: Julien Warnand/dpa

Eine weitere Besonderheit der 282 Millionen Euro Arena, die im August 2012 eröffnet hat: Die halbe Rasenfläche lässt sich in den Nordteil verlegen und das Stadion damit halbieren. Schließt man dann noch wie in der Schalke-Arena das Dach, ist sie fertig: eine Halle, in der 30.000 Zuschauer Konzerte, Kulturveranstaltungen und Hallensport-Turniere genießen können. 

Stade des Lumieres in Lyon

Zu den teuersten Neubauten für die EM 2016 zählt das Stade de Lumieres. Der Gigant des US-amerikanischen Architekturbüros Populous, das auch schon das Wembley Stadion in England gebaut hat, hat 405 Millionen Euro verschlungen. Dafür hat das zukünftige Heimatstadion des ehemaligen französischen Serienmeisters Olympique Lyon Fußballfans aber auch einiges zu bieten: unter anderem eine Kapazität von 59.000 Plätzen und somit Potential für lautstarke Jubelchöre, zwei integrierte Hotels sowie ein Freizeitzentrum.

Zu den teuersten Neubauten für die EM 2016 zählt das Stade de Lumieres in Lyon: Es hat 59.000 Plätze. 

Zu den teuersten Neubauten für die EM 2016 zählt das Stade de Lumieres in Lyon: Es hat 59.000 Plätze. 

Foto: Guillaume Horcajuelo/dpa

Und wer spielt im Stade des Lumieres, das übrigens erst im Januar 2016 fertig geworden ist? Am 13. Juni 2016 Belgien gegen Italien. Im Stadion finden dann drei weitere Partien der Gruppenphase, ein Achtelfinale und das erste Halbfinale statt.

Stade Velodrome in Marseille

Eines der ältesten Stadien der EM 2016 ist das Stade Velodrome in Marseille. Der Fußballtempel öffnete erstmals 1937 seine Tore und bot damals Platz für 30.000 Zuschauer, die Radrennen besuchten. Es folgte eine Renovierung 1984 und eine weitere 1998 anlässlich der WM, um die Kapazität auf 60.000 Plätze zu erhöhen. Für die EM 2016 hat Frankreich 268 Millionen Euro für einen weiteren Ausbau lockergemacht. Architekten haben dem Stadion damit nicht nur ein wellenförmiges Dach spendiert, das ein echter Hingucker ist, sondern auch Platz für weitere 7.000 Fans geschaffen.

Das erste Stade Velodrome wurde schon 1937 errichtet für damals beeindruckende 30.000 Zuschauer. Das Stadion wurde immer wieder vergrößert, ausgebaut und zur EM spektakulär erweitert auf 67.000 Zuschauer. 

Das erste Stade Velodrome wurde schon 1937 errichtet für damals beeindruckende 30.000 Zuschauer. Das Stadion wurde immer wieder vergrößert, ausgebaut und zur EM spektakulär erweitert auf 67.000 Zuschauer. 

Foto: Guillaume Horcajuelo/dpa

Mit 67.000 Plätzen ist das Stade Velodrome in Marseille nun das zweitgrößte Stadion Frankreichs, in dem der französische Fußballverein Olympique Marseille regelmäßig seine Platzkämpfe austrägt. Während der EM 2016 werden dort sechs Spiele stattfinden. Am 11. Juni macht die Partie England-Russland den Auftakt. Es folgen drei weitere Spiele der Gruppenphase, ein Viertelfinale und ein Halbfinale am 07. Juli.

Stade de France in Saint-Denis bei Paris

Und welches ist das größte Stadion Frankreichs? Das Stade de France in Saint-Denis. Das offizielle Nationalstadion hat eine Kapazität von mehr als 80.000 Plätzen, die auf vier Tribünen mit jeweils drei Rängen verteilt sind. Eine Besonderheit: Die untere Tribüne lässt sich rund 15 m nach hinten verschieben, sodass im Stadion auch Leichtathletik-Wettkämpfe stattfinden können.

Das Stade de France in Saint-Denis, direkt an der Stadtgrenze von Paris, ist das größte Stadion Frankreichs. Hier wird die Europameisterschaft eröffnet und natürlich auch das Finale ausgetragen.

Das Stade de France in Saint-Denis, direkt an der Stadtgrenze von Paris, ist das größte Stadion Frankreichs. Hier wird die Europameisterschaft eröffnet und natürlich auch das Finale ausgetragen.

Foto: Stade de France

Zuletzt ging das Stadion am 13. November 2015 durch die Medien, als es während des Freundschaftsspiels zwischen Frankreich und Deutschland zu den Pariser Terroranschlägen kam, die im Stadion zu hören waren.

Während der EM sollen sieben Partien im Stadion stattfinden: das Eröffnungsspiel, drei weitere Vorrundenspiele, das dritte Achtelfinale, das dritte Viertelfinale und das Finale am 10. Juli.

Von Partrick Schroeder Tags:

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