Attraktion für Rotterdam 06.08.2015, 10:26 Uhr

Bewohnbarer Windgenerator mit Riesenrad

Niederländische Entwickler planen die wohl spektakulärste Windenergieanlage der Welt. Sie arbeitet absolut geräuschlos, weil sie keine beweglichen Teile hat, und bietet zusätzlich Platz für Hotelgäste und Touristen.

Nachts erinnert das bewohnbare 174 Meter hohe Windrad an ein Auge.

Nachts erinnert das bewohnbare 174 Meter hohe Windrad an ein Auge.

Foto: The Dutch Windwheel

Die niederländische Hafenstadt Rotterdam, die sich gern als Hauptstadt der Architektur bezeichnet, soll eine neue Attraktion erhalten: Einen Windgenerator, in dem 160 Hotelbetten, 72 Wohnungen und im äußeren Ring 40 Kabinen eines Riesenrades Platz haben. Die Anlage soll 174 Meter hoch werden. Der untere Teil des Gebildes verschwindet im Wasser des Hafens.

Generator im kreisrunden Auge

Die Strom erzeugende Anlage füllt das kreisrunde Auge des Komplexes aus. Es besteht aus unzähligen waagerecht angeordneten Stahlrohren, in denen elektrisch positiv geladene Wassertröpfchen erzeugt werden. Normalerweise würden diese zum elektrisch negativ geladenen Empfänger driften. Wenn der Wind sie in die entgegengesetzte Richtung drückt bewegen sie sich gegen das elektrische Feld, wie der Rotor in einem Generator, der gegen das von seinem Widerpart, dem Ständer, erzeugte elektrische Feld ankämpft.

The Dutch Windwheel: Diese futuristisch anmutende Windanlage soll in Rotterdam gebaut werden. Sie soll nicht nur Energie liefern, sondern auch bewohnbar sein. Und im im äußeren Ring soll ein Riesenrad fahren. 

The Dutch Windwheel: Diese futuristisch anmutende Windanlage soll in Rotterdam gebaut werden. Sie soll nicht nur Energie liefern, sondern auch bewohnbar sein. Und im im äußeren Ring soll ein Riesenrad fahren. 

Foto: The Dutch Whindwheel

Dabei entsteht elektrischer Strom, doch der Wirkungsgrad liegt bei mageren zwei bis fünf Prozent. Angesichts der Größe des Auges kommt dabei allerdings schon was zusammen. Es dürfte zumindest reichen, den rotierenden Teil der Anlage mit Strom zu versorgen.

Prototyp an der Technischen Universität Delft

Das Windenergieprinzip haben sich Johan Smit und Dhiradj Djairam ausgedacht, Ingenieure an der Technischen Universität Delft in den Niederlanden. Gemeinsam mit dem ebenfalls in Delft ansässigen Architekturbüro Mecanoo haben sie auf dem Campus der Hochschule einen Prototypen errichtet, den sie Ewicon (Electrostatic Windenergy Convertor) nennen. Windgeneratoren dieser Art sind vor allem für Dächer in Städten geeignet. Weil sie keine beweglichen Teile haben arbeiten sie völlig geräuschlos.

Wie teuer das gewaltige Bauwerk wird haben die Planer des eigens für diesen Zweck in Rotterdam gegründeten Unternehmens Dutch Windwheel noch nicht errechnet. Eins wissen sie aber schon: Der spektakuläre Bau soll Touristen in Scharen anziehen. Mit deren Eintrittsgeldern für Fahrten in dem ungewöhnlichen Riesenrad soll sich das Projekt finanzieren. 1,5 Millionen zahlende Gäste sollen es jährlich werden.

Der spektakuläre Bau soll Touristen in Scharen anziehen. 1,5 Millionen zahlende Gäste sollen es jährlich werden.

Der spektakuläre Bau soll Touristen in Scharen anziehen. 1,5 Millionen zahlende Gäste sollen es jährlich werden.

Foto: The Dutch Windwheel

Ehe es so weit ist wird noch einige Zeit ins Land gehen. Mecanoo-Architekt Duzan Doepel hofft, dass die Anlage bis 2025 fertig wird.

Von Wolfgang Kempkens

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