Bewerbertipps zu Active Sourcing 14.11.2017, 01:00 Uhr

So werden Sie von Ihrem Wunschunternehmen gefunden

Gute Fachkräfte suchen nicht nach einem Arbeitgeber, sie werden gesucht. Das nennt sich neuerdings Active Sourcing und erleichtert das Leben für Ingenieure erheblich. Wenn sie ein paar Regeln beherrschen.

Post vom Arbeitgeber in spe: Kandidaten direkt im Netz anzusprechen ist ein Trend, um den manche Unternehmen gar nicht umhin kommen.

Post vom Arbeitgeber in spe: Kandidaten direkt im Netz anzusprechen ist ein Trend, um den manche Unternehmen gar nicht umhin kommen.

Foto: panthermedia.net/garagestock

Wohl dem, der das Richtige studiert hat oder bereits gut in der Berufswelt unterwegs ist. Denn der wird sich kaum mit Bewerbungsschreiben aufhalten müssen. Die Jobangebote kommen von allein. Fast jedenfalls. Denn in Zeiten des Ingenieurmangels durchforsten Recruiter gezielt das Internet nach geeigneten Kandidaten – sie betreiben Active Sourcing. Die Devise lautet: Sich finden lassen, statt zu suchen.

Active Sourcing ist eine Reaktion auf den Fachkräftemangel

„Active Sourcing ist mehr als ein Trend, es ist bereits eine etablierte Methode, um Mitarbeiter zu finden“, sagt Ulrike Winzer, Unternehmens- und Personalberaterin von Candi Gate. Der Grund ist einfach: „Die Unternehmen haben erkannt, dass es nicht mehr ausreicht, Stellenanzeigen zu schalten und abzuwarten, sondern dass sie selbst aktiv handeln müssen.“ Eine Erfahrung, die auch Mark Reich, Head of Business Development bei der Jobbörse Absolventa macht: „Active Sourcing ist aus meiner Sicht eine wichtige Möglichkeit für Unternehmen, um auf die niedrige Arbeitslosenquote, den anhaltenden demografischen Wandel und damit die geringe Verfügbarkeit von Fachkräften auf dem Markt zu reagieren.“

Und eine der Berufsgruppen, die von dieser Entwicklung profitiert, sind Ingenieure. Das geht auch aus einer Studie des Heidelberger Institute for Competitive Recruiting (ICR) hervor: Laut Active Sourcing Report 2013 (ein neuer ist gerade in Arbeit), für den das ICR über 5000 Personaler befragte, werden auf diese Weise vor allem ITler, Ingenieure und Vertriebsmitarbeiter gesucht. Jeder dritte Befragte gab an, durch die aktive Kandidatensuche mehrere und bessere Bewerber zu erhalten.

Ziel der Recruiter: wechselwillige Arbeitnehmer erreichen

Active Sourcing verschafft Recruitern einen entscheidenden Vorteil gegenüber herkömmlichen Stellenanzeigen: Sie erreichen eine Zielgruppe, die sie meist nicht auf ihre Karriereseiten locken können – diejenigen, die zwar wechselbereit, aber nicht aktiv auf Jobsuche sind. Das macht die Sache für High Potentials recht angenehm, im Grunde können sie sich zurücklehnen und abwarten.

„Mit Active Sourcing können Menschen erreicht werden, die sich nicht in Stellenbörsen bewegen und nach Anzeigen Ausschau halten“, betont Winzer, „Mehr noch: So können Kandidaten bewegt werden, die gar nicht über einen Wechsel nachgedacht haben, die jedoch bei einer attraktiven Aufgabe neugierig werden.“ Gerade Engpasskandidaten wie Ingenieure erwarteten geradezu, dass sie gefunden würden. Winzer: „Das einseitige Bewerben gehört der Vergangenheit an. Heute ist gegenseitiges Umwerben State-of-the-art.“

Zu dieser Gegenseitigkeit gehört allerdings, dass es sich Wechselwillige und Jobsucher nicht vollends gemütlich machen: Sie müssen irgendwie sichtbar sein, idealerweise einen guten Eindruck im Netz hinterlassen.

Wie Wechselwillige auf sich aufmerksam machen

Ein Muss, um überhaupt aufzufallen, ist, auf Business-Netzwerken wie Xing und LinkedIn mit einem aussagekräftigen Profil zu glänzen. Wichtig ist das auch, um ein Netzwerk aufzubauen. „Gerade als junger Ingenieur oder als junge Ingenieurin ist das Kontaktnetzwerk oftmals noch nicht so ausgeprägt. Das lässt sich hier sehr einfach sinnvoll erweitern“, rät Winzer. Sie empfiehlt eine Präsenz auf beiden Plattformen. Wir sagen Ihnen, worin sich die gängigen Business-Netzwerke unterscheiden.

Egal für welches Netzwerk Sie sich entscheiden, zu einem einschlägigen Auftritt gehört ein gutes aktuelles Foto (Freizeitbilder mit Waldhintergrund oder Jugendfotos gehören – wenn überhaupt – in Facebook) und aussagekräftige Informationen. Außerdem sind Kenntnisse und Fähigkeiten wichtige Informationen, nach denen Unternehmensvertreter und Headhunter suchen. „Hier sollte das persönliche Know-how in branchengängigen Schlagworten aufgeführt sein“, so Winzer. Denn nur wer diese Informationen teilt, kann auch damit gefunden werden. Da junge oder angehende Ingenieure in den seltensten Fällen über ausgeprägte Berufserfahrung verfügen, sollten im Abschnitt Berufserfahrung auch Praktika und wichtige Nebenjobs aufgeführt werden. Sie können dann im Laufe des Berufslebens durch den beruflichen Werdegang ersetzt werden. Winzer: „Ideal ist es, wenn Dokumente zum Download ergänzt werden.“

Schlüsselbegriffe gezielt einsetzen

Ist ein Bewerber auf mehreren Plattformen registriert, rät Reich dazu, die Begriffe und Formulierungen zu variieren, um so zu verschiedenen Suchbegriffen gefunden zu werden. Hilfreich sind immer Schlüsselbegriffe wie „Projektmanagement“, „Berufserfahrung“ oder „Budgetverantwortung“. Und: „Da Active Sourcing für Personaler mit viel Recherche im Netz verbunden ist, empfehle ich Bewerbern außerdem, den eigenen digitalen Fußabdruck zu überprüfen, Profile im Internet, die einen weniger guten Eindruck machen, sollten lieber gelöscht werden.“

Stattdessen sei es sinnvoll, die eigene Abschlussarbeit im Netz zu veröffentlichen oder einem sozialen Netzwerk für Wissenschaftler beizutreten und auf diese Art bei der Internetrecherche positiv aufzufallen. Natürlich sollten nicht alle Social-Media-Auftritte sklavisch auf Karriere-Posing getrimmt sein – das kommt nicht gut. „Zu eng oder zu hoch gegriffene Wunschvorstellungen oder Übertreibungen im Lebenslauf sollte man vermeiden“, meint Reich.

Weiterer Fehler: „Bewerber nehmen sich beim Registrieren zu wenig Zeit. Denn auch wenn die Vorstellung, dass sich die Unternehmen nun bei ihnen bewerben, sehr verlockend ist, heißt das nicht, dass sich Bewerber gänzlich zurücklehnen können“, weiß der Experte und mahnt: „Ein wortkarges Profil macht es dem Recruiter schwer, sich ein Bild vom Bewerber zu machen.“

Auf der anderen Seite neigen Unternehmen dazu, gute Kandidaten mit Anfragen zu spammen. „Hier kann sehr schnell ein Gefühl der Belästigung entstehen, gerade wenn Anfragen unqualifiziert sind, nicht zum eigenen Profil passen und an Massenversand erinnern“, weiß Winzer. Trotzdem sollte man nicht gereizt reagieren: „Man sieht sich immer mehrmals im Leben. Ich empfehle eine kurze Antwort mit ‚Herzlichen Dank für Ihre Anfrage. Derzeit habe ich kein Interesse an der von Ihnen angebotene Stelle‘. Den Satz als Vorlage abspeichern und für die nächsten Absagen klickbereit ablegen. So bleibt die Form ohne Aufwand gewahrt.“

Erfahren Sie mehr darüber, wie Sie Einträge in einer Bewerberdatenbank richtig pflegen.

Dieser Artikel erschien im Magazin „Ingenieurkarriere“ der VDI nachrichten.

 

Von Chris Löwer

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