Astronauten-Recruiting 11.02.2021, 08:30 Uhr

Astronaut(in) gesucht: Revolution bei Weltraumbehörde

Erstmals seit 2008 sucht die Esa neue Astronauten und Astronautinnen. Diversität ist diesmal ein großes Thema. Ein Programm der Esa kommt gar einer überfälligen Revolution gleich.

Wer Astronautin oder Astronaut werden will, kann sich bald bei der Esa bewerben. Foto: panthermedia.net/sdecoret

Wer Astronautin oder Astronaut werden will, kann sich bald bei der Esa bewerben.

Foto: panthermedia.net/sdecoret

Once in a blue moon: Die Chance, Astronautin oder Astronaut zu werden, gibt es nicht oft. Die Esa sucht jetzt zum ersten Mal seit 2008 nach neuen Kandidatinnen und Kandidaten für das neue Astronautencorps.

Ab dem 31. März bis zum 28. Mai 2021 können sich angehende Bewerberinnen und Bewerber bei der Esa melden. Nach einem umfangreichen Auswahlverfahren, in dessen Verlauf sechs Runden durchlaufen werden, soll feststehen, wer zu den wenigen Europäern zählt, die künftig die Chance haben, ins All zu fliegen. Nächste Woche will die Esa Details zu den Einstellungsvoraussetzungen mitteilen. Doch schon jetzt kündigte die Europäische Weltraumbehörde an: Es wird diesmal einige Besonderheiten geben.

Top Stellenangebote

Zur Jobbörse
FH Münster-Firmenlogo
Mitarbeiter/in (w/m/d) zur Koordination der Schulkontakte FH Münster
Steinfurt Zum Job 
über ifp l Personalberatung Managementdiagnostik-Firmenlogo
Stellvertretende Leitung Bau- und Gebäudetechnik (m/w/d) über ifp l Personalberatung Managementdiagnostik
Rhein-Main-Gebiet Zum Job 
Die Autobahn GmbH des Bundes-Firmenlogo
Bauingenieur (w/m/d) Brückenprüfung Die Autobahn GmbH des Bundes
TAUW GmbH-Firmenlogo
Projektingenieur:in (m/w/d) Hydro(geo)logische Modellierungen TAUW GmbH
verschiedene Standorte Zum Job 
PNE AG-Firmenlogo
Experte Technischer Einkauf für Windenergieanlagen (m/w/d) PNE AG
Hamburg, Husum, Cuxhaven Zum Job 
Stadtwerke München GmbH-Firmenlogo
Instandhaltungsmanager*in (m/w/d) Stadtwerke München GmbH
München Zum Job 
Rittal GmbH & Co. KG-Firmenlogo
Maschinenbauingenieur / Prüfingenieur (m/w/d) Dynamik / Schwingungstechnik Rittal GmbH & Co. KG
Herborn Zum Job 
Fraunhofer-Institut für Angewandte Festkörperphysik IAF-Firmenlogo
Wissenschaftler (m/w/d) - angewandte NV-Magnetometrie und Laserschwellen-Magnetometer Fraunhofer-Institut für Angewandte Festkörperphysik IAF
Freiburg im Breisgau Zum Job 
Deutsche Rentenversicherung Bund-Firmenlogo
Teamleiter*in Bauprojekte Elektrotechnik (m/w/div) Deutsche Rentenversicherung Bund
Stadtwerke Frankenthal GmbH-Firmenlogo
Energieberater (m/w/d) Stadtwerke Frankenthal GmbH
Frankenthal Zum Job 
Griesemann Gruppe-Firmenlogo
Lead Ingenieur Elektrotechnik / MSR (m/w/d) Griesemann Gruppe
Köln, Wesseling Zum Job 
Vita Zahnfabrik H. Rauter GmbH & Co. KG-Firmenlogo
Konstrukteurin / Konstrukteur Maschinen und Anlagen Vita Zahnfabrik H. Rauter GmbH & Co. KG
Bad Säckingen Zum Job 
PARI Pharma GmbH-Firmenlogo
Senior Projekt-/Entwicklungsingenieur (m/w/d) in der Konstruktion von Medizingeräten PARI Pharma GmbH
Gräfelfing Zum Job 
ABO Wind AG-Firmenlogo
Projektleiter (m/w/d) Umspannwerke 110kV für erneuerbare Energien ABO Wind AG
verschiedene Standorte Zum Job 
Berliner Wasserbetriebe-Firmenlogo
Bauingenieur:in Maßnahmenentwicklung Netze (w/m/d) Berliner Wasserbetriebe
Die Autobahn GmbH des Bundes-Firmenlogo
Abteilungsleitung (m/w/d) Umweltmanagement und Landschaftspflege Die Autobahn GmbH des Bundes
Residenzstadt Celle-Firmenlogo
Abteilungsleitung (d/m/w) für die Stadtplanung im Fachdienst Bauordnung Residenzstadt Celle
Die Autobahn GmbH des Bundes-Firmenlogo
Ingenieur (w/m/d) Verkehrsbeeinflussungsanlagen Die Autobahn GmbH des Bundes
Hamburg Zum Job 
VIVAVIS AG-Firmenlogo
Projektleiter (m/w/d) Angebotsmanagement VIVAVIS AG
Ettlingen, Berlin, Bochum, Koblenz Zum Job 
Die Autobahn GmbH des Bundes-Firmenlogo
Projektingenieur (w/m/d) Telematik-Infrastruktur Die Autobahn GmbH des Bundes
Frankfurt am Main Zum Job 

Astronaut oder Astronautin: „Ein Bestreben, das wir sehr ernst nehmen“

So sagte David Parker, Esa-Direktor für Astronautische und Robotische Exploration: „Sämtliche Gruppen unserer Gesellschaft abzubilden, ist ein Bestreben, das wir sehr ernst nehmen.“ Klingt erst einmal selbstverständlich. Aber die Esa war lange Zeit für eine tendenziell eher konservative Personalpolitik bekannt.

Hier wird Ihnen ein externer Inhalt von Podigee angezeigt.
Mit der Nutzung des Inhalts stimmen Sie der Datenschutzerklärung von youtube.com zu.

Im aktuellen Astronauten-Korps ist mit der italienischen Pilotin Samantha Cristoforetti nur eine einzige Frau – eine deutsche Astronautin gab es übrigens noch nie. Zum Vergleich: Bei der Nasa sind fast genauso viele Frauen wie Männer im Astronautenteam.

Astronautin in spe: „Wenn jemand eine Barbie von mir machen will: Gern“

Doch spätestens seit Ingenieur Jan Wörner Generaldirektor der Esa ist, herrscht ein etwas anderer Wind. Er übernahm die Position 2015 und machte Diversität und Inklusivität zu Top-Themen: „Die Esa verstärkt auch ihre Bemühungen, ein modernes, integratives Arbeitsumfeld zu schaffen, in dem die Menschen die Vielfalt in Teams schätzen, die Perspektiven anderer berücksichtigen und sich wohl fühlen – unabhängig von Geschlecht, Geschlechtsidentität und -ausdruck“, so Wörner. Jüngst wurden immerhin 40 Prozent der neuen Stellen in der Behörde mit Frauen besetzt – in den Spitzenpositionen allerdings sieht es immer noch anders aus: Die zehn Direktorposten haben neun Männer inne.

„Die Frage ist: Warum haben sich so wenige Frauen beworben?“

2008 hatten auf die Astronauten-Stellenausschreibung der Esa nur 16 Prozent Frauen reagiert. Eine von ihnen war Astrophysikerin Suzanna Randall, die sich inzwischen bei der privaten Initiative „Die Astronautin“ auf einen möglichen Flug zur ISS in einer SpaceX-Rakete vorbereitet. „Die Frage ist: Warum haben sich so wenige Frauen beworben? Das fängt schon damit an, dass in der Bewerbungsausschreibung fast nur Männerfotos abgebildet waren. Frauen fühlen sich von einer solchen Ausschreibung sicherlich weniger angesprochen“, glaubt sie. In diesem Jahr könnte das anders aussehen.

Astronaut Ulrich Walter im Interview: „Starlink ist ein Meilenstein

Lesen Sie auch:
Was macht man als Wirtschaftsingenieur?
Schnittstelle: Ingenieurwesen und Wirtschaft

Was macht man als Wirtschaftsingenieur?

Engineering im Anlagenbau

Ganz neu ist dieser Vorstoß bei der Esa: „Dabei sollte die Diversität bei der ESA nicht nur auf die Herkunft, das Alter, den Hintergrund oder das Geschlecht unserer Astronautinnen und Astronauten abzielen, sondern eventuell auch auf Menschen mit körperlichen Behinderungen“, kündigt David Parker an. „Um diesen Traum wahr werden zu lassen, starte ich parallel zur Rekrutierung neuer Astronautinnen und Astronauten auch das so genannte Parastronaut Feasibility Project – für dieses innovative Unterfangen ist es nun an der Zeit.“

Wer wird Astronaut? Die Anforderungen waren zuletzt hoch

Wie genau dieses Projekt aussehen wird, erfahren wir wohl nächste Woche, wenn die Esa weitere Details bekannt gibt. Esa-Generaldirektor Jan Wörner sagte im Vorfeld: „Dank des starken Mandats, das uns die ESA-Mitgliedsstaaten auf unserem letzten Ministerratstreffen im Jahr 2019 gegeben haben, nimmt Europa seinen Platz in der Weltraumforschung ein. Um noch weiter gehen zu können als je zuvor, müssen wir auch unseren eigenen Horizont so stark erweitern wie noch nie zuvor. Dieses Auswahlverfahren ist der erste Schritt dafür. Ich freue mich schon sehr darauf, mit anzusehen, wie sich ESA in den nächsten Jahren mit unseren internationalen Partnern in allen Bereichen der Weltraumforschung und der Innovation entwickeln wird.“

Astronauten: Ausbildung und Herausforderungen

Grundsätzlich dürften bei der Kandidatensuche aber zumindest ähnliche Voraussetzungen gewünscht sein wie 2008. Damals suchte die Esa Menschen, die ihre Studienfach überdurchschnittlich gut abgeschlossen hatten – am liebsten im Bereich der Naturwissenschaften, Ingenieurswissenschaft oder Medizin. Auch erfahrene Pilotinnen oder Piloten waren gern gesehen, generell wünschten sich die Esa-Recruiter mindestens drei Jahre einschlägige Berufserfahrung von den angehenden Astronauten und Astronautinnen. Raucherinnen und Raucher hatten keine Chance, das dürfte auch heute gelten. Bewerber mussten zudem fließend Englisch sprechen. Damals suchte die Esa nach recht jungen Kandidaten im Alter von 27 bis 37 Jahren. Ob das auch 2021 noch so ist, ist noch unklar.

Ein Beitrag von:

  • Peter Sieben

    Peter Sieben schreibt über Forschung, Politik und Karrierethemen. Nach einem Volontariat bei der Funke Mediengruppe war er mehrere Jahre als Redakteur und Politik-Reporter in verschiedenen Ressorts von Tageszeitungen und Online-Medien unterwegs.

Themen im Artikel

Zu unseren Newslettern anmelden

Das Wichtigste immer im Blick: Mit unseren beiden Newslettern verpassen Sie keine News mehr aus der schönen neuen Technikwelt und erhalten Karrieretipps rund um Jobsuche & Bewerbung. Sie begeistert ein Thema mehr als das andere? Dann wählen Sie einfach Ihren kostenfreien Favoriten.