Soziale Kompetenz

Wie Sie konstruktive Kritik äußern

Selbst konstruktive Kritik äußern und mit Kritik richtig umgehen – das sind 2 Seiten einer Medaille. Beide Fähigkeiten sind wichtig für Beruf und Karriere und man kann sie lernen. Hier erfahren Sie, wie Sie selbst konstruktiv kritisieren.

Je konstruktiver Kritik geäußert wird, desto leichter fällt es uns, damit umzugehen.

Je konstruktiver Kritik geäußert wird, desto leichter fällt es uns, damit umzugehen.

Foto: panthermedia.net/Jeanette.Dietl

Kritisieren, ohne dem anderen zu nah zu treten, ist für Ingenieure und Informatiker im beruflichen Alltag oft nicht leicht. Hier ist es vor allem wichtig, konstruktive Kritik von demotivierender oder destruktiver Kritik zu unterscheiden. Konstruktive Kritik kann sehr fruchtbar sein, indem sie einen produktiven Reflexionsprozess auslöst und dazu anregt, das eigene Handeln zu hinterfragen. Darüber hinaus gibt es jedoch Menschen, die nur um des Kritisierens willen kritisieren. Eine solche Form der Kritik ist einfach, aber sinnlos. Denn sie bietet in der Regel keine Lösung an. Es selbst besser zu machen ist eine Sache der Übung und der Selbstbeherrschung.

Kriterien des konstruktiven Kritisierens

Als Ingenieur oder Informatiker sollten Sie Kritik äußern können – und zwar konstruktive Kritik. Hier ist erstmal der richtige Tonfall wichtig. Denn schon der Volksmund sagt: „Der Ton macht die Musik“.

Darüber hinaus sollte gute, konstruktive Kritik den folgenden Kriterien entsprechen:

  • Exakte Formulierung: Als konstruktiver Kritiker formulieren Sie Ihre Kritik sachlich, klar und präzise. Auf vage und emotionale Formulierungen verzichten Sie hingegen. Sie scheuen sich nicht, auch unangenehme, aber angebrachte Fragen zu stellen. Ihre konstruktive Kritik bleibt stets offen für Gegenargumente.
  • Analytisches Vorgehen: Als konstruktiver Kritiker sammeln und analysieren Sie erst Informationen, bevor Sie konstruktive Kritik üben. Ihre Kritik ist daher sachlich und fundiert. Und sie gibt ausgewogene und praktische Anregungen. „Schnellschüsse“ und dumpfes Rummotzen sind Ihnen fremd.
  • Lösungsorientierte Denke: Denken und handeln Sie lösungsorientiert und suchen Sie nach Alternativen und/oder Kompromissen. Im Idealfall denken Sie noch einen Schritt weiter: Bei jedem Lösungsvorschlag bedenken Sie auch mögliche Konsequenzen und Implikationen.

 

Konstruktive Kritik setzt respektvollen Umgang voraus

Die wichtigste Grundlage für konstruktive Kritik ist ein respektvoller Umgang miteinander. Sonst werden Ihnen Kollegen oder Mitarbeiter nicht zuhören. Selbst gut gemeinte (und eigentlich konstruktive) Kritik geht dann unter, weil der Kritisierte aus gekränkter Eitelkeit nicht mehr kritikfähig ist, weil er aus Prinzip auf seinem Standpunkt beharrt. Wenn Sie als Ingenieur oder Informatiker Meetings moderieren oder Mitarbeiter führen, sollten Sie immer einen respektvollen Umgang vorleben und vorgeben.

Das bedeutet jedoch nicht, „Kuschelkritik“ zu üben. Benennen Sie die Dinge ruhig klar und zuweilen in der Sache auch scharf. Ebenso gibt es Mitmenschen, die nicht diskussionsbereit sind oder sich Argumenten gänzlich verschließen. Hier hilft es nur, das Gespräch abzubrechen.

So üben Sie konstruktive Kritik

Wer wertvolles Feedback geben und konstruktive Kritik üben möchte, der sollte die folgenden Tipps beherzigen:

  • Kritik nie im Affekt äußern: Sie ärgern sich zum wiederholten Male über einen Fehler, den ein Mitarbeiter oder Kollege gemacht hat? Dann rennen Sie nicht impulsiv in dessen Büro und stellen ihn wutentbrannt zur Rede. Stattdessen sollten Sie erst das Gespräch suchen, wenn Sie Ihre Kritik sachlich und souverän äußern können.
  • Bleiben Sie bei Ihrer Kritik konkret: Vermeiden Sie pauschale Kritik. Sie führt nur dazu, dass Ihr Gegenüber dicht macht und/oder zum argumentativen Gegenschlag ausholt. Geben Sie stattdessen konkrete Beispiele für das, was Sie kritisieren. So räumen Sie Ihrem Gegenüber die Möglichkeit ein, Ihre Kritik besser zu verstehen und zu akzeptieren. Konstruktive Kritik gilt es also immer im Detail und nie als Pauschalurteil zu äußern.
  • Auf eine positive Körpersprache achten: Wenn Sie Kritik üben, sollten Sie Abwertungen in der Körpersprache vermeiden. Kritisieren Sie also nicht mit verschränkten Armen. Auch sollten Sie nicht die Nase rümpfen oder mit den Augen rollen. Denn das wird Ihr Gegenüber sicherlich wahrnehmen und gegebenenfalls als Affront verstehen. Zudem verhindert es ein Gespräch auf Augenhöhe und kann das Verhältnis nachhaltig schädigen.
  • Kritik aus der Ich-Perspektive formulieren: Es ist wichtig, dass Sie Kritik aus Ihrer Perspektive formulieren. Ich-Botschaften heben besser hervor, dass Sie Ihre persönliche Meinung oder Sichtweise äußern. „Du“- oder „Sie“-Formulierungen wirken hingegen schnell vorwurfsvoll.
  • Lösungs- und Korrekturmöglichkeiten anbieten: Nachdem Sie Ihr Gegenüber konstruktiv kritisiert haben, sollten Sie nun Korrektur- oder Lösungsmöglichkeiten anbieten. So kann der Kritisierte sein Verhalten ändern, aus seinen Fehlern und gleichzeitig sein Selbstbewusstsein stärken.

Häufige Fehler beim Kritisieren

Kritik äußern ist nicht einfach. Trotzdem sollten Sie berechtigte Kritik immer vortragen. Um Fettnäpfchen aus dem Weg zu gehen, sollten Sie diese häufigen Fehler des Kritisierens vermeiden:

  • Sie kritisieren zu viel und loben zu wenig: Fragen Sie sich selbstkritisch, ob Sie im Joballtag mehr Lob oder mehr Kritik verteilen. Falls Sie eher zum Kritisieren neigen, so sollten Sie Ihre Haltung zugunsten des Arbeitsklimas überdenken. Geben Sie gute Ratschläge, die Ihre Kollegen oder Mitarbeiter aufbauen, ermuntern und ermutigen. Ihr Ziel ist es dabei immer, anderen Chancen zu eröffnen.
  • Der Zeitpunkt für die Kritik ist falsch gewählt: Üben Sie niemals Kritik, wenn Sie selbst schlecht gelaunt oder frustriert sind. Das wird sich auch in der Kritik und bei Ihrem Gegenüber mitteilen.
  • Die Kritik ist klar formuliert, kommt aber ohne Taktgefühl und Empathie rüber: Gute, konstruktive Kritik ist immer ehrlich, spezifisch und konkret. Doch das birgt das Risiko, andere zu verletzen. Deshalb gilt es bei aller Kritik auch die nötige Portion Empathie und Taktgefühl einzubringen.

 

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Von Thomas Kresser

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