Trends auf dem Arbeitsmarkt

Ingenieurjobs mit Zukunft

Im Zuge der digitalen Transformation wandeln sich Berufsbilder. Für Ingenieure gibt es zum Beispiel einige neue Jobs mit guten Zukunftsperspektiven. Ein wichtiges Feld ist die Robotik.

Ingenieurjobs der Zukunft: Dank Digitalisierung mehr Spezialisten gefragt.

Ingenieurjobs der Zukunft: Dank Digitalisierung mehr Spezialisten gefragt.

Foto: panthermedia.net/boggy22

Dass die Digitalisierung einen umfassenden Wandel in der Arbeitswelt auslöst, ist inzwischen nicht mehr nur gefühlte Realität. Bitkom-Präsident Thorsten Dirks weist aber auf einen wichtigen Zusatz hin:, „Das heißt auch: Ohne Digitalkompetenz kommt man im Berufsleben künftig nicht mehr aus. Wer gut qualifiziert ist, dem eröffnen sich zugleich immer mehr und bessere Chancen auf Berufe, die spannend, fordernd und erfüllend sind.“

Ungeachtet des Umbruchs in der Arbeitswelt haben Ingenieure, die jetzt in den Beruf einsteigen oder noch frisch im Job sind, beste Aussichten auf eine recht krisensichere Karriere, wenn sie auf das richtige Pferd setzen. Laut einer Studie des Branchenverbands Bitkom schafft die Digitalisierung vor allem neue und attraktive Jobs für Spezialisten: Demnach rechnet jedes zweite Unternehmen damit, dass es in den kommenden zehn Jahren zusätzliche Stellen für gut ausgebildete Arbeitnehmer geben wird. Doch welche? Welche Qualifikationen in welchen Branchen werden gefragt sein?

Diesen Fragen gingen Marktbeobachter von Gehalt.de nach und nennen „Trendberufe mit den besten Zukunftsaussichten“ samt derzeit üblicher Jahresgehälter, wofür 2447 Vergütungsangaben untersucht wurden. Dabei tun sich für Ingenieure gleich mehrere interessante Optionen auf.

Was mit Robotern machen…

Im Zuge der umfassenden Automatisierung, der Entwicklung zur sich selbst steuernden Industrie 4.0 werden auf lange Sicht Robotik-Ingenieure äußerst gefragt sein. Insgesamt wird die digitale Transformation Experten brauchen, die in vielen gesellschaftlichen Bereichen Prozesse planen, steuern und kontrollieren. „Automatisierungsingenieure im Bereich Robotik werden zukunftssichere Jobs haben“, sagt Artur Jagiello, Sprecher der COP CompensationPartner GmbH, die Gehalt.de betreibt. „Wer seine Kenntnisse in die Entwicklung von intelligenten Maschinen einbringt, liegt hinsichtlich dem Trend rund um Industrie 4.0 nicht falsch.“

Dem aktuellen Mangel an solchen Fachkräften begegnen Hochschulen allmählich mit neuen Angeboten: „Es werden sich vermehrt Studiengänge wie Ingenieurinformatik entwickeln und etablieren, damit die Korrelation zwischen Ingenieurwissenschaften und Informatik stärker forciert wird“, ist sich Jagiello sicher.

Ingenieure für die Energiewende und die Luft- & Raumfahrt

Mit Umwelt- und Energietechnik haben Hochschulen bereits vor längerer Zeit auf einen Bedarf reagiert, der noch lange tragen wird: „Spezialisierungen wie auf regenerative Energietechnik sind zukunftsfähig, denn sie tragen einen wesentlichen Teil zur Energiewende bei“, erklärt Jagiello.

„Insgesamt haben aber Ingenieure vieler Fachbereiche derzeit besonders gute Chancen auf einen gelungenen Berufseinstieg mit hohen Gehältern – neben Robotik gehören hierzu die Bereiche Verfahrenstechnik sowie Luft-und Raumfahrttechnik“, berichtet Jagiello. Physiker, Mathematiker, Astronomen sowie Ingenieure werden jetzt und künftig in Unternehmen der Luft- und Raumfahrt gesucht. Eine Branche, die nicht zuletzt aufgrund der hohen Nachfrage nach Telekommunikationssatelliten und dem stetig wachsenden weltweiten Luftverkehr expandiert.

Programmierkenntnisse öffnen Ingenieuren sämtliche Branchentüren

Für Ingenieure interessant sind auch Jobs in einem speziellen Bereich der Softwareentwicklung: Nicht nur die Spielebranche, sondern verstärkt die Industrie – und hier die Konstruktion – setzt auf Augmented und Virtual Reality. „Diese Technologien haben in den letzten Jahren deutlich Fahrt aufgenommen. Damit werden in diesem Bereich immer mehr Softwareentwickler gesucht“, sagt Jagiello. Wer hier die speziellen Skills als Programmierer mitbringt, ist eine gesuchte Kraft.

Vor allem in der Autoindustrie und im Maschinenbau nehmen VR-/AR-Anwendungen gerade richtig Fahrt auf. Sei es in der Forschung und Entwicklung, in der Fabrik- und Prozessplanung, der Qualitätssicherung oder im Mitarbeitertraining. Der Trend erscheint fast zwingend, nachdem nicht nur Autos und Maschinen immer komplexer werden und herkömmliche Anleitungen und Beschreibungen auf Papier langsam an ihre Grenzen stoßen.

Ganz zu schweigen von der Mitarbeiterschulung: Monteure und Reparateure können sich schwerlich anhand von Zeichnungen und Diagrammen einen praxisnahen Überblick verschaffen – und wer kann es sich schon leisten, am lebenden Objekt etliche Reparaturschritte durchzuexerzieren? „Virtual/Augmented Reality ist keine kurzfristige Modeerscheinung“, sagt Angelika Huber-Straßer, Bereichsvorstand bei der Beratungsgesellschaft KPMG. „Vielmehr sehen wir großes Potenzial für die gesamte Wirtschaft, da Prozesse entlang der Wertschöpfungskette im Detail simuliert werden können.“ Ingenieure, die solche Lösungen aufsetzen können, haben laut Branchenbeobachtern auf lange Sicht gute Arbeitsmarktchancen.

Data Scientists verwandeln Daten in Information

Einen sehr guten Start können Ingenieure auch als Data Scientists machen, ein Feld, das hierzulande noch recht unbeackert ist, auf dem aber hohe Nachfrage herrscht. Speicherhersteller und Cloud-Anbieter wie Dell EMC suchen händeringend nach Experten, die aus unstrukturierten Daten wertvolle Informationen gewinnen; nach Mitarbeitern, die in der Lage sind, aus Bergen von Bits und Bytes Erkenntnisse über potenzielle Kunden, neue Geschäftsmodelle und innovative Produkte zu gewinnen.

Die Technik dafür gibt es zwar, aber an kreativen und technisch denkenden „Bedienern“ mangelt es. „Data Scientists sind auf dem Arbeitsmarkt äußerst begehrt“, heißt es an der Hochschule Darmstadt, wo ein entsprechender Masterstudiengang angeboten wird. Absolventen träfen branchenübergreifend auf ein hervorragendes Stellenangebot, unter anderem als Analysten, Consultants, Systemarchitekten, im Management und in der Wissenschaft.

Computerspiele(n) zum Beruf machen

Aus der Abteilung „das Hobby zum Beruf machen“ stammt der Job des eSports-Managers. Wer gerne daddelt, IT-affin, kreativ und gut organisiert ist, der könnte mit dieser Ausbildung durchstarten. Denn der Computerspielemarkt im Bereich „Electronic Sports“ (eSports) boomt. Bei den am heimischen Bildschirm ausgetragenen Gaming-Turnieren, die sich mitunter zu massentauglichen Live-Events auswachsen, sind Fachleute gefragt, die als Community- oder Projektmanager die Spielergemeinde bei Laune halten – und den Gaming-Anbietern reiche Umsätze bescheren. Denn bei Übertragungen von E-Sports-Großevents wird kräftig geworben. Noch ist die Zahl der auf diesem Feld Beschäftigten überschaubar, da der Job relativ neu ist. Doch die Experten von Gehalt.de sprechen von einem Durchschnittssalär in Höhe von 43.041 EUR im Jahr.

Aber auch klassische Qualifikationen haben Zukunft: „Maschinenbauer bleiben weiterhin sehr gefragt und haben hervorragende Chancen auf dem Arbeitsmarkt“, betont Jagiello. Er sagt aber auch: „Insbesondere Fachkräfte, die sich bereits während ihres Studiums mit Programmiersprachen beschäftigen, werden auf dem Arbeitsmarkt händeringend gesucht.“

 

Sie wollen wissen, wie Ingenieur 2030 arbeiten? Wir haben die großen Branchenverbände gefragt.

Auch interessant: Wie wir uns die Zukunft der Arbeit im Jahr 2012 vorgestellt haben. Wir haben im Archiv gewühlt:

  1. Zukunft der Arbeit (1): Der „feste“ Schreibtisch war gestern
  2. Zukunft der Arbeit (2): Flexible Arbeitszeitmodelle liegen im Trend
  3. Zukunft der Arbeit (3): Die zersplitterte Arbeitskraft

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