21.11.2014, 06:58 Uhr | 0 |

Ideal für unterwegs Leerer Smartphone-Akku: Reserve-Batterie für den Notfall

Ein chinesischer Designer hat einen Akku entwickelt, der einfach eingestöpselt wird. Dann funktioniert das Smartphone wieder für bis zu sechs Stunden. Die Idee wurde beim Essener Design-Wettbewerb Red Dot Award ausgezeichnet.

Öko-Akkus des chinesischen Designers Tsung Chih-Hsien
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Der Öko-Akkus für unterwegs des chinesischen Designers Tsung Chih-Hsien: Er kann bei leerem Akku unterwegs eingesteckt werden. Anschließend wird die Hülle des Akkus kompostiert, der Rest recycelt.

Foto: Yanko Design

Kleiner als ein USB-Stick ist eine Batterie, die abgeschlafften Smartphones zu neuem Leben verhilft. Sie werden einfach in die Buchse gesteckt, in der sonst das Ladekabel angeschlossen wird. Die Jury des Red Dot Design Awards, den das Design Zentrum Nordrhein Westfalen ausschreibt, war von der Idee und Gestaltung so beeindruck, dass es die Öko-Akkus des chinesischen Designers Tsung Chih-Hsien auszeichnete, der unter dem Label Yanko Design arbeitet.

Zu kaufen gibt es die besonderen Akkus aber noch nicht. Geplant sind Batterien unterschiedlicher Größe, die die Versorgung des Smartphones für zwei, vier oder sechs Stunden sicherstellen.

Abbaubare Hülle statt Plastik

Vor allem in Japan sind derartige Notversorgungen beliebt. Sie unterscheiden sich von der chinesischen Entwicklung nur in einem Punkt: Sie haben eine Hülle aus Kunststoff, während Tsungs Mini Power genannter Stromspender eine biologisch abbaubare Ummantelung hat.

Drin steckt das Gleiche wie in allen anderen Lothium-Ionen-Batterien. Das heißt, nach Gebrauch muss das kleine Ding fachgerecht entsorgt und recycelt werden. Der Designer geht davon aus, dass die Geschäfte, die seine Mini Powers verkaufen, die entleerten zurücknehmen und zu Recyclern transportieren. Diese müssen die kleinen Akkus aus der Hülle schälen. Diese würde kompostiert, der Rest pyrometallurgisch behandelt.

Dabei werden die geschredderten Batterien erhitzt, sodass alle Metalle schmelzen. Die wertvolleren werden aus der Schmelze extrahiert. Das Lithium geht allerdings meist verloren, weil es dafür keine preiswerte Gewinnungstechnik gibt.

Auch für die Verpackung hat Tsung sich etwas Besonderes ausgedacht. Um Material zu sparen, sollen die Mini Powers stangenweise verkauft werden. Wenn eine Batterie gebraucht wird, bricht man sie einfach ab und setzt sie ein. Die Sollbruchstelle ist perforiert.

Ideal für Wanderer, die Apps lieben

Sollte es Tsung gelingen, einen Hersteller zu finden, wird er einen großen Absatzmarkt finden. Nicht jeder, der sich längere Zeit in der Natur aufhält, hat ein Solarladegerät dabei, um sein Smartphone bei längerer Abwesenheit von einer Steckdose aufzuladen. Dessen Batterie entleert sich schnell, wenn Apps genutzt werden, etwa um stets zu wissen, wo man sich gerade befindet. Wanderer, die in unbekannten Regionen unterwegs sind, lieben derartige Hilfsprogramme.

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Von Wolfgang Kempkens
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