25.03.2015, 06:55 Uhr | 0 |

Im Alter mobil ins Netz Ein Smartphone-Interface speziell für Senioren

Ältere Menschen stellen andere Anforderungen an die Mobiltelefone als die jüngere Generation. Ein israelisches Start-Up Unternehmen hat deshalb ein einfaches und intuitives Interface entwickelt und die Smartphone-Technologie so angepasst, dass sie die Wünsche und Bedürfnisse von Senioren erfüllt. 

Senioren und Smartphones
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Senioren stellen andere Anforderungen an Mobiltelefone als die jüngere Generation. 

Foto: E2C

Auch für ältere Menschen spielt das Smartphone inzwischen eine immer wichtigere Rolle. Das spiegelt sich schon darin, dass der größte Zuwachs an Internetnutzern unter den über 60-Jährigen zu finden ist. Jüngste Studien zeigen auch, dass ältere Menschen durchaus bereit sind, mit dem Smartphone mobil online zu gehen.

Unkompliziertes Interface

„Wenn es Smartphones mit dem Zugriff auf Fotos und soziale Netzwerke, Fotoquellen und MP3-Player der jüngeren Generation einfacher machen in Kontakt zu bleiben, dann ist das Gleiche auch für Senioren möglich“, erläutert Amir Alon, Chef des israelischen Start-ups E2C (Easy to Connect).

Die E2C-Technologie ist bereits in Israel erfolgreich eingeführt und soll in Kürze auch in Amerika auf den  Markt kommen. Diese Technik bietet ein einfaches und unkompliziertes Interface, das auch alten Menschen ermöglichen soll auf dem Smartphone Fotos anzuschauen, Nachrichten zu senden und zu erhalten, im Internet zu surfen und vieles mehr – das alles aber mit Hilfe einer vereinfachten Version des Smartphone-Betriebssystems und angepassten Anwendungen.

Angepasste Benutzeroberflächen und Anwendungen

Ist der Umgang mit dem Smartphone für jüngere Menschen schon fast instinktiv, gilt das für ältere Menschen keineswegs immer. Für sie ist der Gebrauch des Smartphone vielfach kompliziert. Auch sind sie häufig mit der Vielfalt der Anwendungen überfordert. Zudem spielt die Größe des Displays eine ausschlaggebende Rolle. Daher sind bei E2C Schriftgröße, Symbole und Bildschirm deutlich größer. 

Der Bildschirm zeigt die Optionen klar: einen Anruf machen, Nachrichten lesen oder Fotos anschauen. Statt mit dem Finger zu wischen, muss dieser länger auf dem Bildschirm Touchscreen gehalten werden, um eine Reaktion zu erhalten.

Untersuchungen haben gezeigt, dass Senioren es als komfortabler empfinden, wenn das System in ihrem eigenen Tempo reagiert. Auch das Keyboard und das Tastenfeld reagieren beim E2C-System auf lange Klicks. Wenn eine Zahl eingegeben wird vibriert die Taste schließlich mit Hilfe eines haptischen Feedbacks. Das ist ein Hinweis darauf, dass die nächste Zahl eingegeben werden kann.

Einfachheit steht für die Älteren im Vordergrund

Auf den meisten Smartphones gibt es ganz verschiedene Quellen für Nachrichten, wie beispielsweise SMS, WhatsApp, Line oder Facebook. Die Nutzer öffnen die Nachricht und antworten dann über die App. Bei E2C wurde ein einziges Nachrichten-Zentrum eingerichtet, dass die Nutzung ebenfalls vereinfachen soll. Wenn eine Nachricht eingeht ist nur ein Klick notwendig, um die Nachricht zu lesen und zu antworten.

Das Gleiche gilt für Fotos und Videos, die auch in einer einzigen Schnittstelle erreicht werden können. Eine Kategorie „Neu“ zeigt an wenn neue Fotos oder Nachrichten eingegangen sind. Ein Notrufknopf, eine Funktion, die bei älteren Menschen sehr gefragt ist, kann ebenfalls genutzt werden.

Noch ist Marktsegment spärlich besetzt

Noch gibt es vergleichsweise wenige Unternehmen, die sich auf diesem Markt etabliert haben. Und es gibt nur wenige Geräte, die tatsächlich den Anforderungen der Senioren gerecht werden. Mit der zunehmenden Alterung der Gesellschaft allerdings bietet sich hier ein Markt mit großen Wachstumschancen.

Videoquelle: E2C

In Japan, wo die Überalterung der Gesellschaft am schnellsten voranschreitet, ist der Fujitsu-Konzern in dieses Marktsegment vorgestoßen, in Schweden bietet Doto derartige Geräte an und in Frankreich Kapsys.

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Von Peter Odrich
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