19.12.2016, 11:28 Uhr | 0 |

E-Auto ist Dreckschleuder Ernst Piëch: Das Auto ist am Ende – und VW ein Übernahmekandidat

Ernst Piëch rechnet mit dem VW-Konzern ab: Das Auto ist am Ende, Elektroautos sind Dreckschleudern, und die Chinesen haben das Kapital, um VW zu übernehmen. Der Enkel der Ferdinand Porsche hat sich von der Seele geredet, was er wohl schon lange sagen wollte.

Weihnachtlich geschmückter VW Käfer in in Ertingen
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Frohe Weihnachten VW: Der Enkel des Käfer-Erfinders Ferdinand Porsche, Ernst Piëch, beschwört das Ende des Automobils herauf. Und VW stehe vor der Übernahme durch chinesische Investoren.

Foto: Thomas Warnack/dpa

Ernst Piëch ist überzeugt, dass das Auto keine Zukunft hat. „Das Auto ist am Ende“, sagte der älteste Enkel von Käfer-Erfinder Ferdinand Porsche der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung. Es scheint Zeit für ein Umdenken. „Wir brauchen vernünftigere Lösungen für den Verkehr. Fangen wir doch endlich an, grün zu werden.“ Piëch empfiehlt den Ausbau von Schienenverkehr und öffentlichem Nahverkehr. „Wir können nicht weiter solche Blechhalden produzieren.“

Piëch: E-Autos sind Drecksschleudern

Apropos grün werden: Auch Elektroautos, die mittlerweile Eckpfeiler der VW-Strategie sind, lässt Piëch die Luft aus den Reifen. „Was aus der Steckdose kommt, ist noch dreckiger, als was aus dem Auspuff kommt.“

Allein ist er mit dieser Meinung nicht. Selbst viele Befürworter der E-Mobilität betonen, dass die Ökobilanz nur dann positiv ist, wenn Erneuerbare Energien zum Einsatz kommen – und nicht Atom- und Kohlestrom. Für den Bruder von Ex-VW-Chef Ferdinand Piëchkommt als Treibstoff allerdings nur Wasserstoff in Frage. „Wasserstoff ist die Zukunft.“

Gehört VW bald den Chinesen?

Das Auto ist am Ende, Elektroautos sind Drecksschleudern: Hat Piëch mit diesen Statements ausgeschimpft? Nein. Er hat noch einen Joker in der Hinterhand. Die Chinesen stehen angeblich längst in den Startlöchern, um VW zu kaufen. „Die haben ihre Milliarden schon zusammen, um den Konzern zu kaufen“, sagt Piëch, der seine Anteile am Familienimperium schon vor Jahrzehnten verkauft hat und heute das Oldtimer-Museum „Ferdinand Porsche Erlebniswelten“ in der Nähe von Salzburg betreibt.

Greenpeace-Aktivisten halten am 16.12.2016 in Wolfsburg (Niedersachsen) vor einem VW-Verwaltungsgebäude ein Banner mit der Aufschrift "Ruhe in Frieden Diesel". Die Umweltorganisation hat auf dem Parkplatz vor Tor 6 des Volkswagen-Werks ein 10 Meter hohes Kreuz und mehrere Autowracks verschiedener Hersteller aufgestellt, um ein Jahr nach dem VW Dieselskandal den raschen Ausstieg aller Hersteller aus der Dieseltechnologie zu fordern. Foto: Philipp von Ditfurth/dpa +++(c) dpa - Bildfunk+++
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Demonstration von Greenpeace gegen Dieselmotoren vor der VW-Konzernzentrale in Wolfsburg: Doch auch Elektroautos sind angesichts des aktuellen Strommixes in Deutschland Dreckschleudern, kritisiert Porsche-Enkel Ernst Piëch. 

Foto: Philipp von Ditfurth/dpa

Er staune über die Wirtschaftsleistung des „semikapitalistischen Landes.“ Die Fixierung von VW, der weltgrößte Autobauer zu werden, hätten in den letzten Jahren hingegen in die Irre geführt. „Das ist kein Ziel, das ist ein Wahn.“

VW geht es wirtschaftlich gut

Doch die Worte von Ernst Piëch täuschen nicht darüber hinweg, dass das Kerngeschäft von VW trotz Dieselgate glänzend läuft. 2014, ein Jahr vor dem Skandal, verdiente der Konzern 12,7 Milliarden Euro. 2015 gab es einen Verlust von 1,6 Milliarden Euro – aber nur wegen der hohen Rückstellungen von 16,2 Milliarden Euro. 2016 ist der Absatz von Januar bis September im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 2,4 % auf 7,6 Millionen gestiegen, der Umsatz lag mit 159,9 Milliarden Euro auf Vorjahresniveau. 

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Von Patrick Schroeder
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