27.09.2016, 10:04 Uhr | 2 |

3.100 Liter täglich Diese Maschine zieht Trinkwasser aus der Luft

Mehr als eine Milliarde Menschen haben keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser. Israelische Ingenieure haben deswegen Water-Gen entwickelt – eine Maschine, die jeden Tag 3.100 Liter Trinkwasser aus der Luft gewinnt.

Water-Gen im Einsatz
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Derzeit testet Water-Gen die Trinkwassermaschine in Shanghai, Mumbai und Mexiko Stadt. Sie produziert täglich bis zu 3.100 L Trinkwasser. 

Foto: Water-Gen

Morgens die Kaffeemaschine an der Spüle füllen, abends nach dem Zähneputzen den Mund am Waschbecken ausspülen. Für Menschen in Deutschland ist das eine Selbstverständlichkeit. Weltweit sieht das anders aus. Rund eine Milliarde Menschen haben keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser, knapp 3,5 Millionen Menschen sterben laut Schätzungen der UNO jedes Jahr an den Folgen verseuchten Wassers. Ihnen möchte das israelische Unternehmen Water-Gen mit einer Trinkwassermaschine helfen.

Die Maschine von Water-Gen sieht aus wie eine große Klimaanlage. An der Oberseite befindet sich ein Lamellengitter, durch das die Anlage Umgebungsluft ansaugt. Im Inneren sorgt ein Kühlsystem dafür, dass die Luftfeuchte kondensiert. „Dann fließt das Wasser durch ein Filtersystem, das mögliche chemische und mikrobiologische Verunreinigungen entfernt“, erklärt Water-Gen-Geschäftsführer Arye Kohavi der CNN. „Das gereinigte Wasser wird anschließend in einem internen Wassertank gespeichert.“

Ein Liter Trinkwasser kostet nur 2 Cent

Für Water-Gen gilt: Je feuchter und heißer die Umgebung, desto größer die Wasserausbeute. Das prädestiniert die Maschine für den Einsatz in Lateinamerika, Südostasien oder Indien. Dort soll sie täglich bis zu 3.100 Liter Wasser aus der Luft ziehen können. Sie braucht dafür lediglich einen Stromanschluss und pro Liter 350 Wh.

In Indien beispielsweise soll es möglich werden, ein Liter Wasser für 1,5 Indische Rupien zu produzieren, umgerechnet 2 Cent. Zum Vergleich: Eine Flasche Trinkwasser kostet rund 15 Rupien (20 Cent). 

Tests in Shanghai, Mumbai und Mexiko Stadt 

Derzeit führt Water-Gen Testläufe durch, unter anderem in Shanghai, Mumbai und Mexiko Stadt. Das israelische Unternehmen möchte die Maschine Ende des Jahres auf den Markt bringen.

Eine weitere Möglichkeit, um an sauberes Trinkwasser zu gelangen, ist das Drinkable Book – ein Buch mit Seiten, die dank Silber-Nanopartikeln als Wasserfilter funktionieren. Eine Seite reicht aus, um 100 l kontaminiertes Wasser zu reinigen. Ingenieure des Karlsruher Institut für Technologie (KIT) haben hingegen ein mobiles, solarbetriebenes Filtersystem entwickelt. 

 

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Von Patrick Schroeder
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kommentare
27.09.2016, 19:25 Uhr Rudolf Kohler
Das hört sich ja erstmal toll an. Wenn ich die Angaben hochrechne - 350 Watt pro Liter und 3.100 Liter pro Tag, dass die Anlage 1.085 kWh pro Tag an elektrischem Strom verbrät - oder eine Anschlußleistung von 45,2 kW im Dauerbetrieb. Gehe ich jetzt von einem Strompreis von nur 10 ct/kWh aus, dann liege ich doch schon alleine über die Verbrauchskosten bei deutlich höheren Kosten als die angegebenen 2 ct/Liter. Die Abschreibung des Kaufpreises der Anlage ist da noch gar nicht eingerechnet!

28.09.2016, 10:24 Uhr Bruno_Evo
Merkwürdig finde ich auch, dass nur 0,35 kWh je Liter Wasser benötigt werden. Dabei hat Wasser selbst eine Verdampfungs-/Kondensationsenthalpie von 2.257 kJ/kg. Das entspricht nur für die Kondensation ein Energiebedarf von 0,62 kWh je Kilo/Liter Wasser. Woher kommen die anderen 0,27kWh? Aus eine Solarzelle? Merke, bei meiner kurzen Nachrechnung sind Wirkungsgrade von kleiner 1 noch gar nicht berücksichtigt. Mir kommen die Angaben im Artikel äußerst geschönt vor.

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