11.11.2013, 13:29 Uhr | 13 |

Bergung der Brennelemente gestoppt Radioaktive Wasserblase aus Fukushima treibt zur amerikanische Westküste

Die Situation im Atomkraftwerk Fukushima gerät zunehmend außer Kontrolle. Die Betreiberfirma Tepco hat wegen Problemen die Bergung der 1300 Brennelemente aus Reaktorblock 4 verschoben. Gleichzeitig hat sich im Pazifik eine Blase mit radioaktiv verseuchtem Wasser gebildet, die auf die kalifornische Küste zutreibt.

Ingenieure in Fukushima
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Ingenieure vor dem Abklingbecken für Brennstäbe im Reaktor 4 des Atomkraftwerkes Fukushima: Die Bergung der 1300 Brennelemente wurde wegen technischer Probleme verschoben.

Foto: dpa/Kimimasa Mayama

Die riesige radioaktive Wasserblase, die sich im Pazifik gebildet hat, treibt auf Kaliforniens Küste zu und hat offenbar im Meer schon für erhebliche Schäden gesorgt. 300 Tonnen verseuchtes Wasser fließen täglich ins Meer. Das Wasser aus den leckenden Tanks auf dem Kraftwerksgelände hat nach Angaben des Kraftwerksbetreibers Tepco Strahlenbelastungen von 100 Millisievert pro Stunde. Das ist der Strahlungswert, den ein Mitarbeiter in einem japanischen Atomkraftwerk innerhalb von 5 Jahren abbekommen darf. In Fukushima ist man dieser Strahlenbelastung in nur einer Stunde ausgesetzt.

Das ausgetretene Wasser enthält unter anderem Strontium, das Wissenschaftler gerne als „Knochenkiller“ bezeichnen. Strontium schädigt das Knochenmark und kann Leukämie auslösen. Hält sich ein Mensch nur eine Stunde direkt neben diesem Wasser auf, treten nach zehn Stunden erste Anzeichen der Strahlenkrankheit auf: Übelkeit und ein Rückgang der weißen Blutkörperchen.

Blase mit radioaktivem Wasser erreicht im März Kalifornien

Wie Wissenschaftler herausgefunden haben, hat dieses stark belastete Wasser eine riesige Blase gebildet, die im Pazifik auf die USA zutreibt. Nach Untersuchungen der Strömungsverhältnisse im Pazifischen Ozean hat das gravierende Folgen für die US-amerikanische Westküste. Nuklearingenieur Arjun Makhijani, Präsident des Instituts für Energie- und Umweltforschung IEER mit Sitz in Takoma Park in Maryland, erwartet, dass die Blase im März 2014 die US-Küste erreicht. Der Höchststand dieser vor allem mit Cäsium 137 verseuchten Wasserblase wird für das Jahr 2016 erwartet.

Fische bluten aus Kiemen, Bäuchen und Augäpfeln

„Wir müssen Lebensmittel besser überwachen. Ich glaube nicht, dass der US-Umweltschutz und die Lebensmittelbehörde einen guten Job machen“, so Makhijani. Offenbar gibt es schon jetzt Schäden durch die Radioaktivität in den US-Gewässern. So sind vor Südkalifornien rund 45 Prozent aller Seelöwen-Jungtiere gestorben. Normalerweise sterben weniger als ein Drittel der Jungen. Entlang der Pazifikküste Kanadas und Alaskas ist die Population des Rotlachses auf ein historisches Tief gesunken. Entlang der kanadischen Westküste erkranken Fische aus unbekannter Ursache. Sie bluten aus Kiemen, Bäuchen und Augäpfeln.

Experten schätzen, dass sich die Radioaktivität der Küstengewässer vor der US-Westküste in den nächsten fünf bis sechs Jahren verdoppeln wird. In Kalifornien stellten Wissenschaftler bei einer Untersuchung von 15 Blauflossen-Thunfischen fest, dass alle durch radioaktiven Fallout aus Fukushima kontaminiert waren.

Experten haben im Plankton zwischen Hawaii und der Westküste der USA sehr große Mengen von Cäsium 137 gefunden. Plankton ist der Beginn der maritimen Nahrungskette. Nach einer Simulation des Geomar Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung in Kiel werden bis zum Jahre 2020 auch die entlegendsten Winkel des Pazifischen Ozeans mit größeren Mengen von Cäsium 137 verseucht sein.

100-mal so viel Strahlung freigesetzt wie Tschernobyl

Die Angaben der Experten und des Betreibers Tepco zur Menge der ins Meer geratenen radioaktiven Strahlung weichen zwar voneinander ab, liegen aber allesamt auf einem sehr hohen Niveau. Forscher am Meteorologischen Forschungsinstitut der japanischen Behörde für Meteorologie schätzen, dass täglich radioaktives Cäsium und Strontium mit einer Aktivität von jeweils 30 Milliarden Becquerel in den Pazifik gelangen.

Photo taken from a Kyodo News helicopter shows the crippled Fukushima Daiichi Nuclear Power Station in Fukushima Prefecture on Aug. 20, 2013. Plant operator Tokyo Electric Power Co. said the same day that an estimated 300 tons of highly radioactive water had leaked from one of the water storage tanks at the plant, making it the worst incident of leakage from the containers. Workers can be seen on the tank.
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Blick aus einem Hubschrauber auf die undichten Wassertanks auf dem Reaktorgelände in Fukushima: Inzwischen ist so viel radioaktiv verseuchtes Wasser in den Pazifik geflossen, dass sich eine radioaktive Wasserblase gebildet hat, die im März 2014 die Westküste der USA erreichen wird.

Foto: Kyodo

Tepco gibt an, dass seit Beginn der Fukushima-Katastrophe radioaktives Tritium mit einer Aktivität zwischen 20 und 40 Billionen Becquerel ins Meer gelangt ist. Es wird geschätzt, dass durch Fukushima bis zu 100 Mal so viel radioaktive Strahlung in den Ozean freigesetzt wurde, wie während der gesamten Katastrophe von Tschernobyl.

Bergung der Brennelemente gestoppt

Nicht weniger beunruhigend ist die Nachricht, dass der Versuch, die 1300 beschädigten Brennelemente aus Reaktorblock 4 zu bergen, vorerst gescheitert ist. Ein Riesenproblem bei der Bergung ist das Chaos der Brennelemente: Sie haben durch die Kräfte der Naturgewalten Mikado gespielt und sind entsprechend durcheinander gebracht worden. Tepco wollte die Brennelemente ursprünglich manuell bergen. Laut dem Nuklearexperten Arnie Gundersen ist aber die einzige Möglichkeit eine computergesteuerte Bergung.

Bei Kernschmelze müsste Tokio mit 35 Mio. Menschen evakuiert werden

Es besteht offenbar eine sehr große Gefahr bei diesem Bergungsprojekt. Richard Broinowsky von der Universität Sydney sagte im australischen Radiosender ABC, dass die Gefahr bestehe, dass die Brennelemente im Fall einer Kernschmelze ungeheure Mengen von Radioaktivität in die Atmosphäre abgeben würden. Im Falle ungünstiger Winde müsste Tokio evakuiert werden, so Broinowsky.

Das geht aber kaum. In der Metropolregion um Tokio leben über 35 Millionen Menschen. Und deshalb haben die japanischen Behörden jetzt den Bergungsplan erst einmal verschoben, in der kühnen Hoffnung, dass sie weiter die Brennelemente mit Wasser kühlen und so das schlimmste verhindern können. Es ist eine Wette auf die Zukunft. Denn Tepco hat bereits 1000 Tanks auf dem Gelände der Atomruine und in den Bergen um Fukushima errichtet, in denen das verseuchte Kühlwasser gespeichert wird. Und der Zustand dieser Tanks ist eine einzige Katastrophe.

„Ich muss klar sagen, dass wir schludrig gearbeitet haben.“

Was kein Wunder ist, denn es musste ja schnell gehen nach der Atomkatastrophe am 11. März 2011. Ein Zeuge dieser Flickschusterei ist der Automechaniker Yoshitatsu Uechi, der im Auftrag von Tepco im vergangenen Jahr sechs Monate am havarierten AKW Fukushima gearbeitet hat. Seine Aufgabe: Tanks zusammenbauen, im Eiltempo. „Ich muss klar sagen, dass wir schludrig gearbeitet haben. Wahrscheinlich lecken die Tanks deshalb schon jetzt“, sagte der 48-Jährige freimütig gegenüber der Nachrichtenagentur AP und ergänzt. „Jedes Mal, wenn hier die Erde ein bisschen bebt, bricht mir der Schweiß aus.“

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Im havarierten Reaktor 4 des Atomkraftwerkes Fukushima lagern 1300 Brennelemente. Die sind durch das Erdbeben vor zwei Jahren durcheinander geraten, so dass die Bergung besonders schwer ist.

Foto: dpa/Tomohiro Ohsumi

Wenn er dann erzählt, dass etwa der Rostschutz auf Nieten und Schweißnähten nicht wie vorgeschrieben unter trockenen Bedingungen aufgebracht wurden, sondern bei Regen und Schneefall, versteht man die Sorge des Automechanikers. Sein Bericht geht so weit, dass Tanks mit radioaktiv verstrahltem Wasser in die Tanks gefüllt worden ist, bevor diese fertig waren.

„Ihre Qualität ist an der absoluten Untergrenze.“

Ebenso unglaublich: Die Dichtheitsprüfungen der Tanks wurde bei Regen durchgeführt. „Wir waren in einer Notsituation und mussten viele Tanks so schnell wie möglich bauen“, rechtfertigt Teruaki Kobayashi von Tepco die unorthodoxe Dichtheitsprüfung der Tanks und gibt zu: „Ihre Qualität ist an der absoluten Untergrenze.“

Auf dem Gelände des Kraftwerks werden derzeit rund 370 000 Tonnen radioaktiv kontaminierten Wassers gelagert. Etwa ein Drittel davon befindet sich in Stahltanks mit gummierten Nähten, die mit Bolzen geschlossen werden. Ein absolutes Provisorium. Bis März 2016 will Tepco diese Provisorien komplett gegen robustere Tanks austauschen. Dazu will das Unternehmen die Speicherkapazität für das kontaminierte Wasser auf 800 000 Tonnen erhöhen.

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Von Detlef Stoller
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kommentare
14.11.2013, 23:49 Uhr stephanr.mueller
Hallo.
Was soll das IEER sein und warum hat es irgendeine Kompetenz zu den Vorkommnissen in Fukushima Stellung zu beziehen? Das Netz gibt nicht viel her zu diesem Institut. Die Webseite ist seit Jahren "Im Aufbau". Wikipedia weiß seit 2006 auch nicht wirklich viel dazu zu berichten und sonst lässt sich im Netz keine nennenswerte Aktivität finden.
Des weiteren: was soll eine radioaktive Wasserblase sein und was hat es mit "Der Höchststand dieser vor allem mit Cäsium 137 verseuchten Wasserblase wird für das Jahr 2016 erwartet." auf sich?
Wenn es sich hier tatsächlich um einen Auftritt im Namen des VDI handelt würde ich mich über Klärung dieser Fragen freuen. Seriosität ist in diesem Gewerbe doch ein bekanntes Wort, oder?

15.11.2013, 12:14 Uhr RD
Vielleicht sollten Sie sich etwas mehr mit dem Internet beschäftigen und nicht erwarten, dass jede AUSLÄNDISCHE Organisation im DEUTSCHEN WIKIPEDIA beschreiben steht.

Aber im Internet hilft man sich auch gerne weiter darum hier die Tipps:
http://en.wikipedia.org/wiki/IEER
dort ist auch die Homepage dieser Organisation zu finden:
http://www.ieer.org/
Übrigens kam ich von
http://www.sonnenseite.com/Aktuelle+News,Verstrahltes+Wasser+treibt+auf+USA+zu,6,a27038.html
zu diesem Artikel.

15.11.2013, 14:03 Uhr stephanr.mueller
Ich sehe nicht, wo ich in meinem Beitrag von der "deutschen Wikipedia" geschrieben habe. Der englische Eintrag ist genau dass, was ich beschrieben habe. Leider haben sie keine meiner Fragen beantworten können.

P.S. Sie wissen was man über Caps-Lock sagt?

15.11.2013, 23:42 Uhr Progetti
Aktfkohle- Filter, sandwichartig geschichtet mit Silikon- Kunststoff- Filtern, wobei im hitzebeständigen Silikonmaterial Bor und Cadmium suspendiert ist, könnten die Isotope aus dem Wasser ausfiltern, so dass das Wasser dann nicht gespeichert werden muß. Für die Lagerung der Filter soll die Sandwich- Anordnung beibehalten werden.
Die Kernspaltungs- Reaktion sollte im GAU - Gebiet mit wärmeisolierten Bor- Cadmium- Stäben ,welche senkrecht im Boden versenkt werden, gebremst werden. Dann senkt sich die Temperatur, und die Bergung der Brennstäbe gelingt dann besser. Ohne Bergung dieser Brennstäbe ist das Problem nicht lösbar.

17.11.2013, 00:26 Uhr b.robert
Herr Stepahn R. Mueller's Fragen sind nur allzu berechtigt!!!!
Der Artikel von Herrn Stoller ist eine Beleidigung für jeden Ingenieur mit naturwissenschaftlich-technischer Ausbildung. Es ist unbegreiflich, wie im Internet-Angebot des VDI ein praktisch völlig sinnfreier Artikel zum Fukushima-Unglück erscheinen kann. In dem Artikel gibt es praktisch keinen Fachbegriff in Zusammenhang mit Radioaktivität und Technik wie z. B. Sievert (Sv = Maßeinheit verschiedener gewichteter Strahlendosen) oder Becquerel (Bq = SI-Einheit der Aktivität eines radioaktiven Stoffes) oder Begriffe wie Dosis oder Leistung, sondern schwachsinniges Ökoangst-Gelaber. Dies ist auch nicht verwunderlich, wenn man den Autorennamen googelt und sich dessen Vita auf seiner Homepage ansieht. Es fehlt einfach jede Wissensgrundlage für diesen Bereich. Herr Stoller soltte sich auf den Bereich des Photoingenieurwesens beschränken, da hat er mal eine Ausbildung durchlaufen.
Gnade diesem Land Gott, wenn solche Leute in Zukunft die Standardautoren bei Ingeniuer.de werden.



18.11.2013, 14:30 Uhr ingenieur.de_org@SvenMeyer.de
Ich habe Informatik & Physik studiert und hing auch lange dem Glauben an, dass wir die technischen Möglichkeiten haben "alles" unter Kontrolle zu behalten. Vielleicht mag das sogar (fast) - aus technischer Sicht - stimmen. Leider kommen dann immer noch ökonomische Faktoren hinzu, sprich es wird eben nicht das technisch mögliche gemacht und auch schonmal einiges ignoriert was nötig wäre, um Mensch und Umwelt besser zu schützen.
So kommt es dann, dass eine Firma we Tepco nicht die maximal möglichen Schutzvorkehrungen gebaut hat, um geringere Kosten zu haben und mehr Gewinn zu machen ... leider geht das auf Kosten der Umwelt und vieler Menschen.

Leider hat die Kernenergie das Potential hier sehr großen Schaden anzurichten (wie wir gerade miterleben "dürfen") und dass wir Gewinn-orientierte Firmen in diesem Bereich viel zu unkontroliert "einfach so machen lassen" wird uns noch sehr bald sehr leid tun.

Wenn erstmal genug Radiaktivität ausgetreten ist, um den Pazifik oder die nordliche Hemissphäre zu verseuchen, dann ist es so spät. Das läßt sich (auf absehbare Zeit) nicht wieder einfngen und wird unser aller Gesundheit schädgen.

Nur weil hier nicht mit technischen Begriffen um zu geworden wurde, heißt das noch lange nicht dass der Artikel unsachlich ist oder nicht erst genommen werden sollte. Augenzeugenberichte über die Auswirkungen sagen schon alles:

"Fische bluten aus Kiemen, Bäuchen und Augäpfeln"

Was gibt es dazu noch mehr zu sagen? Wen interessieren hier noch Sievert, Becquerel und irgendwelche (wahllos) festgelegten Grenzwerte? Hier sieht man eindeutig "Es ist zuviel!"

Ich finde es schade das sich hier einige Leser anscheinend persönlich oder ihre Zunft angegriffen fühlen und alle Probleme ignorieren und diejenigen, die darauf hinweisen nicht ernst nehmen.
Kein Ingenieur, der professionell arbeitet, würde (von sich) behaupten dass er unfehlbar ist - genau dann fangen die Probleme nämlich erst richtig an.

Es gibt genug Bericht (von Leuten vor Ort, von anderen Ingenieuren und studierten Leuten), die mehr als Grund zur Sorge machen - anstatt das alles abzutun, sollten alle lieber zusammen daran arbeiten eine Katatrophe abzuwenden, die uns alle betreffen würde.

Ich würde gerne noch Fisch aus dem Pazifik essen können, darin baden können ohne mir Sorgen machen zu müssen dass ich verseucht werde ... und meine Kinder aus ... und bestimmt auch die Generationen die danach kommen.

Hier noch ein weiteren Artikel zum Lesen, jeder möge selber weiter im Internet recherchieren und sich weiter sachlich informieren:

http://www.deutsch-tuerkische-nachrichten.de/2013/10/491111/japan-reaktor-rettung-in-fukushima-ist-nahezu-unmoeglich/




18.11.2013, 14:36 Uhr ingenieur.de_org@SvenMeyer.de
Ich denke Augenzeugenberichte sagen hier mehr aus über die Situation als als jede technische theoretische Diskussion:

http://netzfrauen.org/2013/10/20/the-ocean-is-broken-a-fukushima-reality-deutsche-uebersetzung/

18.11.2013, 14:38 Uhr ingenieur.de_org@SvenMeyer.de
Radioactive Water From Fukushima Is Systematically Poisoning The Entire Pacific Ocean

http://www.thesleuthjournal.com/radioactive-water-from-fukushima-is-systematically-poisoning-the-entire-pacific-ocean/

18.11.2013, 19:21 Uhr a.moerer-funk
Ich muss mich über manche Äußerung schon wundern: Sind Artikel nur gehaltvoll, wenn Sie nur so vor Fachbegriffen strotzen? Dürfen sich zu Fukushima nur noch Ingenieure für Kerntechnik äußern? Einen gelernten Journalisten anzugreifen, weil er das "falsche" Ingenieurfach studiert hat, fällt auf die Kritiker zurück.

Fukushima ist ein Desaster für diejenigen, die glauben, dass Kerntechnik beherrschbar ist. Sogar Bundeskanzlerin Angela Merkel hat dieses Unglück zum Nachdenken gebracht und zur Energiewende bewogen. Ich kann da nicht verstehen, warum der Artikel eine Beleidigung für Ingenieure sein soll.

Wer sich über fehlende Sievert aufregt, der hat schwache Argumente. Im übrigen ist ingenieur.de ein Nachrichtenportal für technische Themen. Wir sind kein Fachblatt für Kerntechnik, den Maschinenbau, die Elektrotechnik, usw. Die darf selbstverständlich jeder auf eigene Kosten abonnieren.

Unsere journalistischen Beiträge sollen alle Ingenieure und technisch Interessierten ansprechen. Sie sind keine Meinungsäußerungen des VDI.

Ihr
Axel Mörer-Funk
ingenieur.de

29.12.2013, 00:40 Uhr HolgerN
Der Artikel ist ein ökoreligiöses Glaubensbekenntnis und sollte einem naturwissenschaftlich orientierten Ingenieur sehr peinlich sein. Mir sind mehrere Ingenieure bekannt die den VDI aufgrund solcher Aktivitäten verlassen haben.

In Deutschland und der Schweiz gibt es 1200 Fachleute für Strahlenschutz die im Deusch-schweizerischem Fachverband für Srahlenschutz organisiert sind. Eine Ingenieurszeitschrift sollte sich deren Wissen und Kenntnisse zu nutze machen.

Der Artikel besteht im wesentlichen aus Phantasie.

Verseuchungen sind vermehrungsfähigen Mikroorganismen vorbehalten. "Radioaktive Vereuchungen" gibt es demzufolge in der Naturwissenschaft nicht. Es ist ein Phantasiebegriff Deutschsprachiger Journalisten der beliebig verwendet wird und keinem Pendant in der Naturwissenschaft zugeordnet werden kann. Ein Teil der naturwissenschaftlichen Strahlenschützer sind Ingenieure.

Die Weltmeere enthalten ca. 70 Mrd. to radioaktiver Substanzen. Bei den Reaktorunfällen von Fukushima wurden einige zig Kg radioaktiver Nuklide freigesetzt. Die Radiologische Situation der Weltmeere wird dadurch ähnlich beeinflusst wie ein Teelöffel Salz den Salzgehalt des Bodensees zu beeinflussen vermag. Durch die Gammaspektrometrie lassen sich auch kleinste Spuren einzelner Isotope messen. Die Verbreitung des radioaktiven Cs im Pazifik sollte allenfalls von wissenschaftlichem Interesse sein.

Erfrischend ist der Absatz.." Die Situation im Atomkraftwerk Fukushima gerät zunehmend außer Kontrolle". Ein Kernkraftwerk ausser Kontrolle hört sich gruselig an. Allerdings ist dies ein undefinierter Begriff. In der Realität wurde die Kernpaltung in den verunfallten Reaktoren am 11.03.11 beendet. Lediglich vom 12 - 16.03.11 wurde eine nennenswerte Menge radioaktiver Nuklide emittiert. Die Kühlung der verunfallten Reaktoren wurde einige Tage später wiederhergestellt. Was soll denn noch kontrolliert werden?

Erfrischend ist auch die Teilüberschrift..."Bei Kernschmelze müsste Tokio mit 35 Mio. Menschen evakuiert werden"...Gem. einer Untersuchung im Auftrag der WHO haben die Evakuierungen im Fall Tschernobyl und Fukushima mehr Menschenleben gekostet als dies ein Verbleiben der Menschen gekostet hätte. Dies wurde der UN Hauptversammlung 2012 präsentiert. In vielen Staaten (ausserhalb Europas) sind demzufolge keine grossflächigen Evakuierungen im Fall von Reaktorunfällen mehr vorgesehen.



29.12.2013, 00:40 Uhr HolgerN
Der Artikel ist ein ökoreligiöses Glaubensbekenntnis und sollte einem naturwissenschaftlich orientierten Ingenieur sehr peinlich sein. Mir sind mehrere Ingenieure bekannt die den VDI aufgrund solcher Aktivitäten verlassen haben.

In Deutschland und der Schweiz gibt es 1200 Fachleute für Strahlenschutz die im Deusch-schweizerischem Fachverband für Srahlenschutz organisiert sind. Eine Ingenieurszeitschrift sollte sich deren Wissen und Kenntnisse zu nutze machen.

Der Artikel besteht im wesentlichen aus Phantasie.

Verseuchungen sind vermehrungsfähigen Mikroorganismen vorbehalten. "Radioaktive Vereuchungen" gibt es demzufolge in der Naturwissenschaft nicht. Es ist ein Phantasiebegriff Deutschsprachiger Journalisten der beliebig verwendet wird und keinem Pendant in der Naturwissenschaft zugeordnet werden kann. Ein Teil der naturwissenschaftlichen Strahlenschützer sind Ingenieure.

Die Weltmeere enthalten ca. 70 Mrd. to radioaktiver Substanzen. Bei den Reaktorunfällen von Fukushima wurden einige zig Kg radioaktiver Nuklide freigesetzt. Die Radiologische Situation der Weltmeere wird dadurch ähnlich beeinflusst wie ein Teelöffel Salz den Salzgehalt des Bodensees zu beeinflussen vermag. Durch die Gammaspektrometrie lassen sich auch kleinste Spuren einzelner Isotope messen. Die Verbreitung des radioaktiven Cs im Pazifik sollte allenfalls von wissenschaftlichem Interesse sein.

Erfrischend ist der Absatz.." Die Situation im Atomkraftwerk Fukushima gerät zunehmend außer Kontrolle". Ein Kernkraftwerk ausser Kontrolle hört sich gruselig an. Allerdings ist dies ein undefinierter Begriff. In der Realität wurde die Kernpaltung in den verunfallten Reaktoren am 11.03.11 beendet. Lediglich vom 12 - 16.03.11 wurde eine nennenswerte Menge radioaktiver Nuklide emittiert. Die Kühlung der verunfallten Reaktoren wurde einige Tage später wiederhergestellt. Was soll denn noch kontrolliert werden?

Erfrischend ist auch die Teilüberschrift..."Bei Kernschmelze müsste Tokio mit 35 Mio. Menschen evakuiert werden"...Gem. einer Untersuchung im Auftrag der WHO haben die Evakuierungen im Fall Tschernobyl und Fukushima mehr Menschenleben gekostet als dies ein Verbleiben der Menschen gekostet hätte. Dies wurde der UN Hauptversammlung 2012 präsentiert. In vielen Staaten (ausserhalb Europas) sind demzufolge keine grossflächigen Evakuierungen im Fall von Reaktorunfällen mehr vorgesehen.



02.02.2014, 12:53 Uhr Sicherheitsfuzzi
"Radioaktive Wasserblase aus Fukushima treibt zur amerikanische Westküste"
Ich oute mich als physikalisch Halbgebildeter. Nach meinem Verständnis mischen sich Flüssigkeiten gleichartiger Konsistenz beim Zusammenschütten. Wie kann also eine Wasserblase entstehen? Was ist eine Wasserblase innerhalb eines umgebenden Wassers eigentlich? Hat sich die Konsistenz des Wassers durch die radioaktive Verseuchung so geändert, dass trotz Strömungen aller Art keine Vermischung des kontaminierten Wassers mit dem umgebenden Wasser stattfindet?

Ich bitte die Physiker unter Ihnen oder am Besten den Autor des Artikels um Aufklärung.

17.03.2014, 16:06 Uhr a.moerer-funk
Sie haben sicher schon gesehen, dass die "Blase" inzwischen die amerikanische Ostküste bei Vancouver erreicht hat. Man kann sich über den Begriff Blase vielleicht streiten. Nicht aber darüber, dass Wasserschichten mit erhöhter Radioaktivität aus Fukushima im Pazifik unterwegs sind. Jetzt werden diese Wasserschichten die Ostküste entlang wandern.

Hier der Link auf die Nachfolgegeschichte: http://www.ingenieur.de/Fachbereiche/Kernenergie/Radioaktives-Meerwasser-Fukushima-amerikanische-Ostkueste-erreicht

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