Pionierarbeit aus Berlin 28.01.2026, 18:00 Uhr

Von 18 auf 82 %: Deutsche Natrium-Batterien erzielen Rekordeffizienz

Natrium-Batterien haben ein großes Manko, das sie bislang ausbremst. Jetzt haben Berliner Forscher es behoben. Wird die Natrium-Zelle so zur echten Lithium-Alternative?

Eine äußere Schutzschicht schirmt den porösen Kern der Kohlenstoffanode gegen unerwünschte Einlagerungen ab. Das erhöht laut der BAM die Leistung. Foto: BAM

Eine äußere Schutzschicht schirmt den porösen Kern der Kohlenstoffanode gegen unerwünschte Einlagerungen ab. Das erhöht laut der BAM die Leistung.

Foto: BAM

Natrium-Batterien wären eine günstige Alternative zu Lithium-Akkus – wenn sie nicht das ein- oder andere Problem hätten. Vor allem eine lästige Eigenart bremst die Skalierung: Beim ersten Laden geht ein Großteil der Speicherkapazität verloren.

Forschende der Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM) wollen dafür jetzt eine Lösung gefunden haben. Der Schlüssel sei ein cleverer Materialtrick, meldete die BAM am Dienstag (27. Januar).

Warum verlieren Natrium-Batterien beim ersten Laden so viel Energie?

Anders als Lithium lässt sich Natrium nicht in dichtem Graphit speichern. Deshalb setzen Hersteller auf sogenannte „harte Kohlenstoffe“. Die sind porös wie ein Schwamm und bieten mit dieser Struktur viel Platz für Natrium-Ionen.

Top Stellenangebote

Zur Jobbörse
HIC Consulting GmbH-Firmenlogo
Senior Projektleiter / Ingenieur Fernwärme (m/w/d) HIC Consulting GmbH
Hamburg, Linau Zum Job 
TÜV Technische Überwachung Hessen GmbH-Firmenlogo
Sachverständige/-r (m/w/d) Explosionsschutz TÜV Technische Überwachung Hessen GmbH
Frankfurt am Main-Höchst Zum Job 
VDZ Service GmbH-Firmenlogo
Auditor (m/w/d) für die Validierung von Umweltmerkmalen und für die Produktzertifizierung VDZ Service GmbH
Düsseldorf Zum Job 
Die Autobahn GmbH des Bundes-Firmenlogo
Experte (w/m/d) Vertrags- und Nachtragsmanagement Die Autobahn GmbH des Bundes
Fachhochschule Münster-Firmenlogo
Professur für "Antriebssysteme im Maschinenbau" (w/m/d) Fachhochschule Münster
Steinfurt Zum Job 
Pero AG-Firmenlogo
Sales Engineer (m/w/d) Pero AG
Königsbrunn, remote Zum Job 
Firmengruppe Max Bögl-Firmenlogo
Projektleiter (m/w/d) Planung Ingenieurbau Firmengruppe Max Bögl
Sengenthal Zum Job 
EGN Entsorgungsgesellschaft Niederrhein mbH-Firmenlogo
Projektmanager (m/w/d) Anlagenbau / Umwelttechnik EGN Entsorgungsgesellschaft Niederrhein mbH
Viersen Zum Job 
INGENIEURBÜRO ZAMMIT GmbH-Firmenlogo
Senior Projektleiter TGA (m/w/d) Schwerpunkt Versorgungs-/Elektrotechnik INGENIEURBÜRO ZAMMIT GmbH
Celle, Wolfsburg, Salzgitter Zum Job 
Hamburg Wasser-Firmenlogo
Ingenieur Elektrotechnik als Projektleiter EMSR (m/w/d) Hamburg Wasser
Hamburg Zum Job 
Hamburg Wasser-Firmenlogo
Projektleiterin als Ingenieurin Mittel- und Niederspannungstechnik (m/w/d) Hamburg Wasser
Hamburg-Rothenburgsort Zum Job 
Stadtverwaltung Frankenthal-Firmenlogo
Ingenieur / Techniker - Technische Rechnungsprüfung (m/w/d) Stadtverwaltung Frankenthal
Frankenthal (Pfalz) Zum Job 
ETS Efficient Technical Solutions GmbH-Firmenlogo
Technischer Systemplaner / CAD-Konstrukteur TGA (m/w/d) ETS Efficient Technical Solutions GmbH
Wuppertal Zum Job 
ETS Efficient Technical Solutions GmbH-Firmenlogo
Projektleiter (m/w/d) HKLS ETS Efficient Technical Solutions GmbH
Wuppertal Zum Job 
ETS Efficient Technical Solutions GmbH-Firmenlogo
Bauleiter / Obermonteur (m/w/d) HLKS ETS Efficient Technical Solutions GmbH
Wuppertal Zum Job 
Schleifring GmbH-Firmenlogo
Head of Sales für unsere Key Accounts (m/w/d) Schleifring GmbH
Fürstenfeldbruck Zum Job 
AllTerra Deutschland GmbH-Firmenlogo
Support Mitarbeiter Vermessungslösungen (m/w/d), 80-100 % (Wunstorf bei Hannover, Hamburg, Berlin oder Leipzig) AllTerra Deutschland GmbH
Berlin, Leipzig, Hamburg, Wunstorf bei Hannover Zum Job 
Hamburger Hochbahn AG-Firmenlogo
Bauingenieur als Sachgebietsleiter - Betriebsservice U-Bahn, Bauprojekte (w/m/d) Hamburger Hochbahn AG
Hamburg Zum Job 
ME MOBIL ELEKTRONIK GMBH-Firmenlogo
Technischer Einkäufer (m/w/d) ME MOBIL ELEKTRONIK GMBH
Langenbrettach Zum Job 
Sanofi-Aventis Deutschland GmbH-Firmenlogo
Traineeprogramm für Ingenieure (all genders) - befristet für 24 Monate Sanofi-Aventis Deutschland GmbH
Frankfurt am Main Zum Job 

Doch die Porosität wird beim ersten Laden zum Hindernis. Denn der Elektrolyt, also die leitfähige Flüssigkeit im Akku, reagiert beim ersten Ladevorgang mit der Oberfläche. Dabei dringen Moleküle in die Poren ein und besetzen Plätze, die eigentlich für Natrium-Ionen reserviert sind. Erst wenn sich ein Schutzfilm gebildet hat, stoppt der Prozess.

Das Problem: Dieser Film besteht selbst teilweise aus Natrium-Ionen. Er bindet also genau die Ladungsträger, die eigentlich Strom transportieren sollen. Im Ergebnis liegt die Anfangseffizienz, also das Verhältnis zwischen gespeicherter und entnommener Energie, bei herkömmlichen Anoden ohne Beschichtung oft nur bei rund 18 %. Zum Vergleich: Lithium-Ionen-Batterien schaffen über 90 %.

Was macht die BAM anders ?

Das BAM-Team hat das Dilemma mit einem Kern-Schale-Design gelöst. Der poröse Kohlenstoff bleibt darin als Speicher erhalten, wird aber mit einer hauchdünnen Schicht ummantelt. Diese Hülle wirkt wie ein Filter, die Natrium-Ionen durchlässt und störende Elektrolyt-Moleküle draußen lässt.

„Wir haben erkannt, dass sich große Speicherkapazitäten und effiziente Filmbildung nicht durch ein einzelnes Material realisieren lassen“, erläutert Tim-Patrick Fellinger, BAM-Experte für Energiematerialien. Je besser sich ein Material für die Speicherung eigne, desto verlustreicher sei die Filmbildung.

Die Trennung beider Funktionen bringt einen entscheidenden Vorteil: Speicherkapazität und Effizienz lassen sich jetzt unabhängig voneinander optimieren. Und das Schalenmaterial? Basiert auf Aktivkohle, die als günstig und umweltfreundlich gilt.

Warum ist das ein Durchbruch?

Die im Fachjournal Angewandte Chemie veröffentlichten Ergebnisse deuten auf größeres Potenzial hin. „Bei Batterien wurden Fortschritte bisher hauptsächlich auf der Kathodenseite erreicht. Da sind wir den theoretischen Grenzen nahe“, sagt Paul Appel aus dem Forschungsteam. „Bei Anodenmaterialien ist noch völlig ungewiss, wo diese Grenzen liegen.“

Die Weiterentwicklung läuft im Berlin Battery Lab, einer Kooperation von BAM, Helmholtz-Zentrum Berlin und Humboldt-Universität. Das Bundesforschungsministerium fördert die Projekte.

Wie weit ist Deutschland im internationalen Vergleich?

Die BAM-Forschung zeigt: Deutschland ist bei der Natrium-Batterietechnik durchaus aktiv. Die Fortschritte finden aber primär im Labor statt. Deutsche Konsortien wie SIB:DE leisten Grundlagenforschung, doch in anderen Ländern werden schon echte Natrium-Batteriespeicher installiert.

In China läuft beispielsweise seit Mitte 2024 ein Natrium-Speicher mit 50 MW Leistung und 100 MWh Kapazität. Das US-Start-up Peak Energy schloss zudem im November 2025 einen Liefervertrag über 4,75 GWh ab mit einem Volumen von über 500 Mio. US-Dollar ab. Vom ersten Netzanschluss bis zum Großauftrag vergingen vier Monate.

Der deutsche Ansatz fokussiert sich darauf, Natrium-Zellen auf bestehenden Lithium-Produktionslinien fertigen zu können. Das ist insofern sinnvoll, als es die Investitionskosten für eine spätere Serienfertigung deutlich senken könnte. Doch zwischen Laborerfolg und Marktreife klafft eine Lücke, und die Konkurrenz wartet nicht.

Ein Beitrag von:

  • Magnus Schwarz

    Magnus Schwarz schreibt zu den Themen Wasserstoff, Energie und Industrie. Nach dem Studium in Aachen absolvierte er ein Volontariat und war mehrere Jahre als Fachredakteur in der Energiebranche tätig. Seit Oktober 2025 ist er beim VDI Verlag.

Zu unseren Newslettern anmelden

Das Wichtigste immer im Blick: Mit unseren beiden Newslettern verpassen Sie keine News mehr aus der schönen neuen Technikwelt und erhalten Karrieretipps rund um Jobsuche & Bewerbung. Sie begeistert ein Thema mehr als das andere? Dann wählen Sie einfach Ihren kostenfreien Favoriten.