Von Monaten zu Minuten? 23.01.2026, 06:53 Uhr

Der Engpass der Fusion heißt Zeit und KI soll ihn lösen

Neue KI-Plattform soll Simulationen in der Fusionsforschung stark verkürzen. STELLAR-AI verbindet Supercomputer, KI und Experimente.

Blick ins Innere von NSTX-U

Blick ins Innere von NSTX-U : Die Versuchsanlage am Princeton Plasma Physics Laboratory dient als reale Testumgebung, deren Messdaten künftig direkt mit KI-gestützten Simulationen ausgewertet werden sollen. PPL Communications Department, Creative Commons Namensnennung 4.0 International (CC BY 4.0)

Princeton Plasma Physics Laboratory will einen der größten Bremsklötze der Fusionsforschung angehen: den Zeitverlust durch extrem aufwendige Simulationen. Mit einer neuen Rechenplattform namens STELLAR-AI sollen künstliche Intelligenz und Hochleistungsrechner enger verzahnt werden. Ziel ist klar umrissen: schneller zu belastbaren Designs, stabileren Experimenten und am Ende zu einem wirtschaftlich betreibbaren Fusionskraftwerk.

Wenn Simulationen Monate dauern

Fusionsplasmen sind schwer zu bändigen. Sie reagieren empfindlich auf kleinste Änderungen. Wer neue Reaktorgeometrien testen oder Betriebszustände optimieren will, braucht hochpräzise Simulationen. Bislang dauern diese oft Wochen oder Monate. Auch das Training von KI-Modellen verschlingt enorme Rechenzeit. Genau hier setzt STELLAR-AI an: Die Plattform soll Simulation, KI-Training und Experimente deutlich enger koppeln.

Kernidee ist, Rechenressourcen direkt mit realen Versuchsanlagen zu verbinden. Ein zentrales Beispiel ist das National Spherical Torus Experiment-Upgrade (NSTX-U), das am PPPL wieder in Betrieb gehen soll. Künftig können Forschende während laufender Experimente Daten auswerten und Modelle sofort anpassen. Das verkürzt Feedback-Schleifen drastisch.

Top Stellenangebote

Zur Jobbörse
GOLDBECK West GmbH-Firmenlogo
Bauleiter im Innendienst (m/w/d) für die Ausschreibung und Vergabe im Schlüsselfertigbau GOLDBECK West GmbH
BIM Berliner Immobilienmanagement GmbH-Firmenlogo
Ingenieur Versorgungstechnik / Gebäudetechnik / Bauingenieur als Fachplaner im Bereich HLS (m/w/d) BIM Berliner Immobilienmanagement GmbH
GOLDBECK West GmbH-Firmenlogo
Architekt / Bauingenieur als Projektleiter Planung (m/w/d) GOLDBECK West GmbH
Bochum, Düsseldorf (Monheim am Rhein) Zum Job 
Schleifring GmbH-Firmenlogo
Konstruktionsingenieur im Änderungswesen (m/w/d) Schleifring GmbH
Fürstenfeldbruck Zum Job 
Staatliche Gewerbeaufsicht Niedersachsen-Firmenlogo
Ingenieur/-in / Naturwissenschaftler/-in (m/w/d) für den Einsatz im Arbeitsschutz / Umweltschutz / Verbraucherschutz Staatliche Gewerbeaufsicht Niedersachsen
deutschlandweit Zum Job 
Bayerisches Staatsministerium für Wohnen, Bau und Verkehr-Firmenlogo
Energie- und Gebäudetechnik / Maschinenbau (m/w/d) Master - Traineeprogramm Maschinenwesen, Staatsbauverwaltung des Freistaats Bayern Bayerisches Staatsministerium für Wohnen, Bau und Verkehr
Bayernweit Zum Job 
RATISBONA-Firmenlogo
Tiefbauplaner / Bauingenieur für Tiefbau & Außenanlagen (m/w/d) RATISBONA
Regensburg Zum Job 
Die Autobahn GmbH des Bundes-Firmenlogo
Bauingenieur (w/m/d) für die Projektleitung von Lärmschutz- und Brückenbauwerken Die Autobahn GmbH des Bundes
Nürnberg Zum Job 
Max Bögl Bauservice GmbH & Co. KG-Firmenlogo
Automatisierungstechniker (m/w/d) im Bereich Sondermaschinenbau Max Bögl Bauservice GmbH & Co. KG
Sengenthal bei Neumarkt in der Oberpfalz Zum Job 
Jungheinrich Aktiengesellschaft-Firmenlogo
Tech Lead (m/w/d) Electric Powertrain / Elektromotoren Jungheinrich Aktiengesellschaft
Norderstedt Zum Job 
GOLDBECK West GmbH-Firmenlogo
Architekt / Bauingenieur als Sales Manager (m/w/d) für schlüsselfertige Gewerbeimmobilien GOLDBECK West GmbH
Clees Wohnimmobilien GmbH & Co. KG-Firmenlogo
Bauingenieur (m/w/d) Clees Wohnimmobilien GmbH & Co. KG
Düsseldorf Zum Job 
Schleifring GmbH-Firmenlogo
Head of Sales and Project Management (m/w/d) Schleifring GmbH
Fürstenfeldbruck Zum Job 
Immobilien Management Essen GmbH (IME)-Firmenlogo
(Senior) Projektkoordinator (m/w/d) Hochbau & Stadtentwicklung Immobilien Management Essen GmbH (IME)
Allbau Managementgesellschaft mbH-Firmenlogo
Projektentwickler (m/w/d) Immobilien Allbau Managementgesellschaft mbH
RINGSPANN GmbH-Firmenlogo
Vertriebsingenieur (m/w/d) als Produkt-Account-Manager Antriebskomponenten/Bremsen RINGSPANN GmbH
Bad Homburg Zum Job 
Crawford & Company (Deutschland) GmbH-Firmenlogo
Technical Expert / Sachverständiger (w/m/d) Bereich Global Technical Services Crawford & Company (Deutschland) GmbH
verschiedene Einsatzorte Zum Job 
GVE Grundstücksverwaltung Stadt Essen GmbH-Firmenlogo
Projektleiter (m/w/d) Schulbau GVE Grundstücksverwaltung Stadt Essen GmbH
KLEBL GmbH-Firmenlogo
Projektleiter (m/w/d) für Hoch- und Schlüsselfertigbau KLEBL GmbH
Raum Berlin-Brandenburg Zum Job 
KLEBL GmbH-Firmenlogo
Projektleiter (m/w/d) für Hoch- und Schlüsselfertigbau KLEBL GmbH
Frankfurt Zum Job 

KI trifft Hochleistungsrechner – und Quantenchips

STELLAR-AI kombiniert verschiedene Hardware-Typen. Klassische CPUs übernehmen Steuer- und Logikaufgaben. GPUs beschleunigen KI-Berechnungen durch massive Parallelisierung. Hinzu kommen QPUs, also Quantenprozessoren, die bei bestimmten Optimierungsproblemen Vorteile versprechen. Diese Mischung ist kein Selbstzweck. Sie soll genau die Rechenarten abdecken, die in der Fusionsforschung dominieren.

Jonathan Menard, stellvertretender Forschungsdirektor am PPPL, beschreibt den Anspruch so:
„Die Fusion ist ein komplexes System von Systemen. Wir brauchen KI und Hochleistungsrechner, um das Design für einen wirtschaftlichen Bau und Betrieb wirklich zu optimieren.“ Und weiter: „Wir wollen Simulationstechnologie und Experimente – insbesondere NSTX-U – mit KI und Partnerschaften verknüpfen, um die Fusion zu beschleunigen.“

Teil einer nationalen KI-Strategie

STELLAR-AI gehört zur Genesis-Mission, einer Initiative des U.S. Department of Energy, die Ende 2025 per Executive Order gestartet wurde. Ziel ist, KI systematisch in die Forschung der nationalen Labore einzubetten.

Shantenu Jha, Leiter der Computerwissenschaften am PPPL, ordnet das so ein:
„Die Genesis-Plattform ist ein integriertes, ambitioniertes System, das die verschiedenen einzigartigen Ressourcen des DOE zusammenführt: Versuchseinrichtungen, Supercomputer, Datenarchive und KI-Modelle.“ STELLAR-AI liefert dafür fusionsspezifische Codes, Daten und Modelle – und speist sie zurück in das nationale Ökosystem.

Digitale Zwillinge und neue Reaktordesigns

Ein zentrales Vorhaben ist der digitale Zwilling von NSTX-U. Dahinter steckt ein virtuelles Abbild der Anlage, das physikalisches Verhalten realistisch nachrechnet. Forschende können Ideen zuerst virtuell testen, Risiken abschätzen und erst dann reale Experimente starten. Das spart Zeit und reduziert teure Fehlversuche.

Parallel dazu läuft StellFoundry, ein Projekt zur Beschleunigung von Stellarator-Designs. Stellaratoren haben eine komplex verdrehte Geometrie und gelten als stabiler, sind aber schwer zu optimieren. KI soll hier Millionen möglicher Konfigurationen durchforsten – ein Prozess, der bisher Monate oder Jahre dauert.

Netzwerk aus Forschung und Industrie

STELLAR-AI setzt bewusst auf Breite. Beteiligt sind nationale Labore wie PPPL und die UK Atomic Energy Authority, Universitäten wie das Massachusetts Institute of Technology und die University of Wisconsin–Madison. Die Princeton University unterstützt Betrieb, Softwareentwicklung und Schulungen.

Auch interessant:

Auf der Technologieseite liefern NVIDIA Optimierungen für zentrale Fusionscodes, während Microsoft Cloud-Ressourcen über Azure einbringt. Auch private Fusionsunternehmen wie Commonwealth Fusion Systems oder General Atomics sind eingebunden. Das Ziel ist klar: Forschungsergebnisse schneller in marktfähige Technik zu überführen.

Hier geht es zur Originalmeldung

Ein Beitrag von:

  • Dominik Hochwarth

    Redakteur beim VDI Verlag. Nach dem Studium absolvierte er eine Ausbildung zum Online-Redakteur, es folgten ein Volontariat und jeweils 10 Jahre als Webtexter für eine Internetagentur und einen Onlineshop. Seit September 2022 schreibt er für ingenieur.de.

Zu unseren Newslettern anmelden

Das Wichtigste immer im Blick: Mit unseren beiden Newslettern verpassen Sie keine News mehr aus der schönen neuen Technikwelt und erhalten Karrieretipps rund um Jobsuche & Bewerbung. Sie begeistert ein Thema mehr als das andere? Dann wählen Sie einfach Ihren kostenfreien Favoriten.