05.09.2016, 11:45 Uhr | 0 |

Die hellsten im Sonnensystem Raumsonde Juno schickt spektakuläre Bilder von Polarlichtern des Jupiter

Triumph für die Nasa: Juno hat die ersten Bilder der Polarlichter des Jupiter an die Erde geschickt. Dabei hat die Raumsonde noch andere Entdeckungen gemacht. 

Infrarotaufnahme Polarlichter am Südpol des Jupiter
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Infrarotaufnahme des Jovian Infrared Auroral Mapper: Erstmals sind die Polarlichter am Südpol des Jupiter zu sehen. 

Foto: NASA/JPL-Caltech/SwRI/MSSS

Am 27. August hat sich Juno der Oberfläche des Jupiter bis auf 4.200 km genähert und einzigartige Infrarotaufnahmen des Nord- und Südpols des Planeten gemacht. Zum Einsatz kam ein Messinstrument namens Jovian Infrared Auroral Mapper (Jiram) aus Italien. Auf den Bildern zu sehen: Bilder der Polarlichter über dem Südpol, die als die hellsten im Sonnensystem gelten. 

„Obwohl wir wussten, dass diese ersten Infrarotaufnahmen die Polarlichter am Südpol enthüllen könnten, waren wir erstaunt sie tatsächlich das erste Mal zu sehen“, sagt Forscher Alberto Adriani. „Keine anderen Instrumente auf der Erde oder im Weltraum konnten bislang die Polarlichter sichtbar machen.“ Die Bildauflösung sei hoch genug, um mehr über Morphologie und Dynamik des Naturschauspiels zu erfahren.

Am Nordpol des Jupiter ist es stürmisch

Doch nicht nur die Polarlichter lassen die Forscher staunen. Die Bilder des sechsstündigen Rendezvous mit dem größten Planeten des Sonnensystems zeigen bislang unbekannte Wetteraktivitäten und Sturmsysteme am Nordpol. „Er sieht völlig anders aus als alles, was wir jemals gesehen oder uns vorgestellt haben“, sagt Nasa-Missionsleiter Scott Bolton. „Es ist blauer da oben als anderswo auf dem Planeten und es gibt eine Menge Stürme.“

Juno war am 5. August 2011 von der Erde aufgebrochen und schwenkte nach 2800 Millionen zurückgelegten Kilometern am 5. Juli 2016 in die Umlaufbahn des Jupiter ein. Im gleichen Monat schickte die Sonde erste Bilder der Bord-Kamera an die Erde.

Juno wird sich noch 35 Mal der Oberfläche nähern

Die Mission dauert noch bis Februar 2018. Bis dahin soll sich die Raumsonde, die mit drei jeweils neun Meter langen Solarpanelen ausgestattet ist, noch 35 Mal der Oberfläche nähern – allerdings nie wieder so nah wie dieses Mal. Und was erhoffen sich die Wissenschaftler von der rund eine Milliarde teuren Mission? Neue Erkenntnisse über die Entstehung unserer Sonnensystems.

Videoquelle: Nasa Jet Propulsion Laboratory

Mit einem Äquatordurchmesser von 143.000 km ist Jupiter, benannt nach dem römischen Hauptgott, der größte Planet unseres Sonnensystems. Er zählt zu den sogenannten Gasplaneten, hat also keine sichtbare feste Oberfläche, und umkreist die Sonne in einer durchschnittlichen Entfernung von 778 Millionen km. Dafür benötigt der Planet elf Jahre, 315 Tage und drei Stunden. 

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Von Patrick Schroeder
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