23.08.2017, 08:45 Uhr | 0 |

Beruf mit Zukunft Was macht ein Embedded Systems Engineer?

Embedded Systems sind überall verbaut. Entsprechend gefragt sind Ingenieure, die sich mit der Entwicklung und Umsetzung solcher Systeme auskennnen. Wir zeigen, was man für den Job braucht und wer Embedded System Engineers einstellt.

Auto-Cockpit
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Allein in einem modernen Automobil der Mittelklasse sind über 70 eingebettete Systeme (embedded systems) verbaut.

Foto: panthermedia.net/ dmindphoto

Vordergründig sind sie unsichtbar, verborgen hinter elegantem Design oder unauffälligen Oberflächen. Trotzdem begegnen uns Embedded Systems, auf Deutsch eingebettete Systeme, jeden Tag viele Male: Wenn wir mit den Auto zur Arbeit fahren, nach unserer Rückkehr die Waschmaschine anwerfen und es uns anschließend vor dem Fernsehgerät samt Spielekonsole bequem machen. Die in der Hardware eingebettete Software verarbeitet die Daten in den Geräten, sie steuert, überwacht und überhaupt bringt sie die Geräte erst zum Laufen. Allein in einem modernen Mittelklassewagen ist der Fahrer von über siebzig eingebetteten Systemen umgeben.

Was muss ein Embedded Systems Engineer mitbringen?

Eine besondere Rolle bei der Entwicklung solcher eingebetteter Systeme, die zu den Querschnittstechnologien zählen, spielt der Embedded Systems Engineer. Er findet Lösungen und Ideen für die Bedürfnisse von Privat-, Geschäfts- und Industriekunden und begleitet die Entwicklung neuer Software-Systeme bis zur Marktreife und in die Produktion.

Damit er diese anspruchsvolle Aufgabe an der Schnittstelle verschiedener Fachbereiche erfüllen kann, benötigt der Embedded Systems Engineer Know-how aus vielen Teildisziplinen: Wissen über die Hardwareentwicklung, die Softwaretechnik und Kenntnisse im Programmieren von Algorithmen gehören dazu. Außerdem müssen sie Spezialisten ein Verständnis für Elektrotechnik, Konstruktion und Simulation, Sensorik und Aktorik, Mess- und Regelungstechnik, Physik und Mathematik mitbringen. Ein möglicher Studiengang, der darauf vorbereitet, ist die Technische Informatik.

Aufgaben des Embedded Systems Engineerings

Mit diesem Wissen ausgestattet kann der Embedded Systems Enigneer mikroelektronische und mikromechanische Bauteile entwerfen, an softwarebasierten Komponenten mitarbeiten, Software-Systeme in die Hardware integrieren und die Systeme hinsichtlich von Geschwindigkeit, Kosten und Energieeffizient bei größtmöglicher Sicherheit und Zuverlässigkeit optimieren.

Je nach individueller Aufgabenstellung im einzelnen Unternehmen fällt nicht nur das Programmieren und Implementieren der Software in den Zuständigkeitsbereich des Embedded Software Engineer sondern auch die Qualitätskontrolle. Das ist umso wichtiger, als viele Systeme, wie etwa in der Flugzeugtechnik, keinen Fehler dulden.

Studiengänge für das Ingenieurwissen zu eingebetteten Systeme

Arbeitgeber, die eine Stelle als Embedded Systems Engineer zu besetzen haben, suchen in der Regel nach Absolventen der Informatik, Elektrotechnik oder Mechatronik. Alternativ zu diesen Abschlüssen bieten Hochschulen wie die Universität Freiburg oder die Universität Duisburg-Essen eigene Studiengänge Embedded Systems Engineering an. Der Bachelor-Studiengang richtet sich dabei an Abiturienten mit technischem Interesse, den Master of Science kann in zwei Jahren draufpacken, wer bereits erfolgreich seinen Bachelor in einem themenverwandten MINT-Fach erworben hat.

Arbeitgeber sind über alle Branchen reich gesät

Die Berufsaussichten mit dieser Qualifikation jedenfalls sind glänzend: Konzerne und auch der Mittelstand in Deutschland haben endgültig erkannt, welche Chancen in der Digitalisierung und dem Internet der Dinge liegen. Eingebettete Systeme sind für die Industrie 4.0 essentiell und werden in Medizintechnik, Fahrzeugtechnik, Kommunikationstechnik, in Haushaltsgeräten, Unterhaltungselektronik, Industrie- und Fertigungsanlagen sowie im Gebäudemanagement benötigt.

Dazu kommt, dass eingebettete Systeme insbesondere in den Industriezweigen eine wichtige Rolle spielen, in denen Deutschland weltweit führend ist, etwa die Automatisierungstechnik, der Maschinen- und Anlagenbau sowie die Automobilindustrie. In anderen Bereichen wie der Umwelt- und Energietechnik wiederum eröffnen sich Chancen, in Zukunft zu den Pionieren zu gehören. Entsprechend vielfältig sind die Möglichkeiten für den Berufseinstieg und die weiteren Karriereaussichten. 

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Von Tatjana Krieger
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