Jobtitel 16.03.2023, 08:00 Uhr

Die Bedeutung von Berufsbezeichnungen in der Arbeitswelt

Die Berufsbezeichnungen oder Jobtitel können manchmal verwirrend sein – aber sie sind längst ein Teil des Berufslebens. Manchmal sind sie klar und deutlich, manchmal verwirrend und gar skurril, besonders wenn sie auf Englisch sind.

Jobbezeichnung

Mittlerweile sind in der Arbeitswelt englische Jobbezeichnungen sehr verbreitet.

Foto: PantherMedia / tashatuvango

Berufsbezeichnungen bieten eine schnelle und effektive Möglichkeit, die Fähigkeiten und Verantwortlichkeiten von Mitarbeitern zu beschreiben. Sie sind zudem oft ein wichtiger Teil des Bewerbungsprozesses. Arbeitgeber nutzen Berufsbezeichnungen, um Stellenanzeigen auszuschreiben und Gehaltsstrukturen zu erstellen.

Doch immer wieder stolpert man bei Jobbörsen über schön klingende Jobbezeichnungen, mit denen man anfangs nichts anfangen kann. Klar ist, es wird nach „XY“ gesucht, aber was macht man da eigentlich? Liest man die Anforderungen und die dafür verlangten Fähigkeiten, wird es einigermaßen klar, nach wem gesucht wird und was genau gefordert wird.

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Klare Definition der Verantwortlichkeiten

Die Berufsbezeichnungen oder Jobtitel sind ein wichtiger Bestandteil der Arbeitswelt und dienen, wie bereits geschrieben, dazu, die Rolle und Verantwortlichkeiten eines Mitarbeiters in einem Unternehmen oder einer Organisation zu definieren.

Insgesamt sind klare, präzise und relevante Berufsbezeichnungen wichtig, um eine klare Definition der Aufgaben und Verantwortlichkeiten eines Mitarbeiters zu gewährleisten. Daher ist eine einheitliche und verständliche Verwendung von Berufsbezeichnungen für die interne Kommunikation in einem Unternehmen oder einer Organisation und nicht zuletzt auch bei der Jobsuche und dem Recruiting sehr wichtig.

Was ist bei den Berufsbezeichnungen wichtig?

Es gibt einige wichtige Faktoren, die bei Berufsbezeichnungen berücksichtigt werden könnten:

  1. Klarheit: Ein Jobtitel soll klar und präzise sein. Nur so kann man die Aufgaben und Verantwortlichkeiten eines Mitarbeiters klar und deutlich definieren. Dafür sollten Begriffe verwendet werden, die allgemein verständlich sind.
  2. Relevanz: Aus einem Jobtitel soll genau hervorgehen, worin die Tätigkeit oder Rolle der Mitarbeitenden im Unternehmen oder der Organisation besteht. Die Berufsbezeichnung soll den tatsächlichen Aufgaben und Verantwortlichkeiten des Mitarbeiters entsprechen und nicht irreführend oder ungenau sein.
  3. Verständlichkeit: Berufsbezeichnungen dürfen nicht für Verwirrung sorgen.
  4. Stringenz: Berufsbezeichnungen sollten innerhalb des Unternehmens stringent verwendet werden, um ein einheitliches Verständnis der verschiedenen Rollen und Verantwortlichkeiten zu gewährleisten. Ein Unternehmen soll klare Richtlinien dafür vorgeben, wie und unter welchen Kriterien diese Bezeichnungen vergeben werden.
  5. Flexibilität: Berufsbezeichnungen sollten anpassungsfähig sein, um Veränderungen in der Organisation oder Branche oder beruflichen Werdegang widerzuspiegeln. Neue Rollen oder Aufgaben sollten neue Bezeichnungen erhalten. Eine berufliche Entwicklung bzw. ein Aufstieg sollen auch darin enthalten ein.
  6. Internationale Verständlichkeit: Bei Berufsbezeichnungen sollte auch auf ihre internationale Verständlichkeit geachtet werden. Vor allem wenn ein Unternehmen international tätig ist.

Englische Berufsbezeichnungen: Fluch oder Segen?

Mittlerweile sind in der Arbeitswelt englische Jobbezeichnungen gang und gäbe. Englisch ist zwar nicht die offizielle Sprache in Deutschland, aber viele Unternehmen sind dazu übergegangen, englische Bezeichnungen und in diesem Fall Jobtitel für ihre Stellenangebote zu verwenden. Damit möchten sie einen höheren Wiedererkennungswert und mehr Glaubwürdigkeit verleihen. Englische Jobbezeichnungen sind zudem oft kürzer und können dadurch einfacher kommuniziert und gemerkt werden.

In manchen Fällen enthalten sie eine bestimmte Expertise oder Verantwortungsbereich, die in Deutsch kaum ein Äquivalent haben. Dadurch kann man Jobtitel und Berufsbilder besser international vergleichen und auch ausländische Bewerberinnen und Bewerber ansprechen. So können sie leichter erkennen, ob der Job etwas für sie ist und welche Voraussetzungen und Erfahrungen dafür nötig sind.

Klingt ein Head of „XY“ interessanter als ein Bereichsleiter?

Was macht eigentlich ein „Key Account Manager“? Er kümmert sich um die Betreuung von wichtigen Kunden und sorgt dafür, dass sie langfristig an das Unternehmen gebunden werden. Oder ein „Business Development Manager“? Schließlich handelt es sich um einen wichtigen Job im Unternehmen, der mit der Entwicklung neuer Geschäftsfelder und Wachstumspotentiale verbunden ist.

Dazu kommen „Sales Manager“ (Verkaufsleiter), Management Assistant (Assistent der Geschäftsführung), Auditor (Wirtschaftsprüfer), Brand Manager (Manager eines Produktes / einer Produktgruppe), Consultant (Unternehmensberater), Software Developer (Programmierer / Softwareentwickler) – nur um einige zu nennen.

Dass die meisten Geschäftsführer längst als CEO (Chief Executive Officer) bezeichnet werden, muss nicht extra erwähnt werden. Auch diverse „Head of XY“-Positionen klingen anscheinend viel interessanter als die traditionellen deutschen Bezeichnungen für Abteilungsleiter oder Abteilungsleiterinnen.

Insgesamt ist es klar, dass englische Jobbezeichnungen in der Arbeitswelt immer mehr Verbreitung finden und mittlerweile zum Standard gehören.

Jobbezeichnungen im Ingenieurwesen

Auch im Ingenieurwesen gibt es viele englische Jobbezeichnungen, die aufgrund der internationalen Ausrichtung der Branche verbreitet sind:
Je nachdem, welche spezifische Disziplin des Ingenieurwesens gemeint ist. Hier sind einige Beispiele:

  • Mechanical Engineer: Maschinenbauingenieur
  • Electrical Engineer: Elektroingenieur
  • Civil Engineer: Bauingenieur
  • Chemical Engineer: Chemieingenieur
  • Aerospace Engineer: Luft- und Raumfahrtingenieur
  • Biomedical Engineer: Biomedizinischer Ingenieur
  • Industrial Engineer: Wirtschaftsingenieur
  • Environmental Engineer: Umweltingenieur
  • Robotics Engineer: Robotik-Ingenieur
  • Structural Engineer: Bauingenieur (Spezialisierung auf Strukturen)
  • Geotechnical Engineer: Geotechnik-Ingenieur
  • Mining Engineer: Bergbauingenieur
  • … diese Liste kann vorgesetzt werden.

Allerdings es ist zu beachten, dass einige dieser Bezeichnungen möglicherweise etwas anders definiert oder spezialisiert sind als die englischen, da sich die Berufsbezeichnungen und Anforderungen in verschiedenen Ländern und Regionen unterscheiden können.

Unkonventionelle Bezeichnungen: Man darf nicht übertreiben

Allerdings muss man bei all diesen Anglizismen auch aufpassen, wenn man beispielsweise als Engineer ganz andere Berufe bezeichnet, die gar nichts mit Ingenieurwesen zu tun haben. So ist es nur schwer zu erraten, was oder wer hinter den Bezeichnungen Vision Clearance Engineer (Fensterputzer), Domestic Engineer (Hausfrau) oder Waste Removel Engineer (Müllmann) oder Media Distribution Officer (Postbote) steckt.

In den letzten Jahren hat es auch eine Veränderung in der Art und Weise gegeben, wie Berufsbezeichnungen verwendet werden. Immer mehr Unternehmen versuchen, Kreativ- oder unkonventionelle Bezeichnungen für ihre Mitarbeiter zu verwenden, um eine einzigartige Arbeitskultur zu schaffen oder um junge Talente anzulocken. Von daher ist hier Vorsicht geboten. Man darf auch damit nicht übertreiben.

Es ist wichtig, bei der Verwendung von englischen Jobbezeichnungen die Vor- und Nachteile sorgfältig abzuwägen und sicherzustellen, dass alle Beteiligten die Bezeichnungen verstehen und richtig interpretieren können.

Ein Beitrag von:

  • Alexandra Ilina

    Redakteurin beim VDI-Verlag. Nach einem Journalistik-Studium an der TU-Dortmund und Volontariat ist sie seit mehreren Jahren als Social Media Managerin, Redakteurin und Buchautorin unterwegs.  Sie schreibt über Karriere und Technik.

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