43 000 CPU-Kerne 15.05.2015, 13:30 Uhr

Supercomputer HRSK-II der TU Dresden hat Betrieb aufgenommen

An der TU Dresden hat ein neuer Supercomputer seinen Dienst aufgenommen: HRSK-II führt mit rund 43.000 CPU-Kernen 1,5 Billiarden Rechenoperationen pro Sekunde durch. Bund und Sachsen haben 60 Millionen Euro in das Prestigeprojekt investiert.

Blick auf den HRSK-II: Der Supercomputer rechnet mit rund 43 000 CPU-Kernen und speichert auf 2000 Festplatten. 

Blick auf den HRSK-II: Der Supercomputer rechnet mit rund 43 000 CPU-Kernen und speichert auf 2000 Festplatten. 

Foto: Robert Gommlich/ZIH

Ein Flop, also ein Reinfall, ist er nicht, ganz im Gegenteil: Der am vergangenen Mittwoch im neuen Rechenzentrum des Lehmann-Zentrums der Technischen Universität Dresden offiziell in Betrieb genommene Hochleistungscomputer HRSK-II kann 1,5 Billiarden Floating Point Operations Per Second (Flops) verarbeiten. Damit spielt der neue Supercomputer mit 1,5 Petaflops in der Liga der Petaflop-Boliden mit.

HRSK-II kann bei seinen Berechnungen auf rund 43.000 CPU-Kerne zugreifen. Die dabei anfallenden gigantischen Datenmengen können auf einem Datenspeicher abgelegt werden, der aus etwa 2000 hochkapazitiven Festplatten besteht. Parallel dazu existiert ein Verbund von schnellen SSDs für Spezialaufgaben.

Warmes Wasser umspült Prozessoren und Speicherriegel

HRSK-II ist mit dem Kühlsystem Direkt Liquid Cooling ausgestattet. Dabei umspült warmes Wasser die Prozessoren und Speicherriegel. Diese direkte Kühltechnik ist im Vergleich zu einer indirekten Kühlung durch Luft oder kaltes Wasser sehr viel sparsamer. Durch den Verzicht auf Kältemaschinen spart die TU Dresden jährlich angeblich 250.000 Euro Betriebskosten ein.

Rundgang während der Einweihung des HRSK-II: Bund und Freistaat Sachsen haben 60 Millionen Euro in das Prestigeprojekt investiert. 

Rundgang während der Einweihung des HRSK-II: Bund und Freistaat Sachsen haben 60 Millionen Euro in das Prestigeprojekt investiert. 

Foto: Petra Reuschel/ZIH

Darüber hinaus soll ein Teil der durch den Superrechner entstehenden Wärme auf die umliegenden Gebäude verteilt werden, sodass die Abwärme zum Heizen dienen kann. Das benachbarte neue Photophysik-Institut wird diese Möglichkeit nutzen. Dieses energiesparende Konzept wurde bereits im vergangenen Jahr in der Kategorie energie- und ressourceneffizientes Rechenzentrum mit dem Deutschen Rechenzentrumspreis ausgezeichnet.

Bund und Sachsen investieren 60 Millionen Euro

Das alles gibt es nicht zum Nulltarif: Bund und Freistaat Sachsen haben insgesamt 60 Millionen Euro in den Rechner, in das neue Gebäude Lehmann und in die Infrastruktur investiert. Grund genug, die offizielle Inbetriebnahme des HRSK-II mit großem Getöse zu vollziehen. Beim Festakt dabei waren neben der Bundesministerin für Forschung und Bildung, Johanna Wanka, dem Sächsischen Ministerpräsidenten Stanislav Tillich und der sächsischen Staatsministerin für Wissenschaft und Kunst im Freistaat Sachsen, Eva-Maria Stange, auch Arndt Bode, Vorsitzender des Leibniz-Rechenzentrums, der Rektor der TU Dresden, Hans Müller-Steinhagen und der Direktor des Zentrums für Informationsdienste und Hochleistungsrechner der TU Dresden, Wolfgang E. Nagel. „Das neue Rechenzentrum und der neue Hochleistungsrechner stellen eine einmalige Infrastruktur dar, die Wissenschaft und Forschung nachhaltig stärken wird“, betonte Hans Müller-Steinhagen. 

Rechenzentrum des Lehmann-Zentrums der Technischen Universität Dresden: Hier steht der Supercomputer HRSK-II.

Rechenzentrum des Lehmann-Zentrums der Technischen Universität Dresden: Hier steht der Supercomputer HRSK-II.

Foto: Robert Gimmlich/ZIH

Dabei ist der neue 1,5-Petaflop-Rechner in Dresden im weltweiten Petaflop-Ranking eine eher kleine Nummer: Der bisher schnellste Supercomputer der Welt steht in China und hört auf den galaktischen Namen Tianhe-2. Milchstraße-2 schafft eine Spitzenleistung von 55 Petaflops. Und Intel baut gerade im Auftrag des Energieministeriums der USA einen Supercomputer mit dem schönen Namen Aurora. Er soll es auf 180 Petaflops bringen.

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