Fastfood aus der Luft 14.09.2016, 14:45 Uhr

Warum Google-Mutter Alphabet Burritos per Drohne ausliefert

Den kleinen Hunger zwischendurch stillt man in den USA gerne mit einem Burrito. Testweise liefert die Google-Mutter Alphabet die gerollten Weizentortillas jetzt in Virginia per Lieferdrohne an die Kunden aus. Ob sie wie gewünscht heiß und appetitlich ankommen?

Eine Frau mit einem Burrito in der Hand: Der Internet-Riese Google will in den USA die Burrito-Lieferung mit Drohnen testen. 

Eine Frau mit einem Burrito in der Hand: Der Internet-Riese Google will in den USA die Burrito-Lieferung mit Drohnen testen. 

Foto: Paul Zinken/dpa

Die Herausforderung des Tests besteht darin, heiße Mahlzeiten in appetitlichen Zustand zu liefern und zwar mittags, dann wenn alle hungrig sind und etwas zu essen haben wollen. Der Imbiss-Stand für diesen Härtetest steht auf einem abgegrenzten Gelände der amerikanischen Hochschule Virginia Tech im US-Bundesstaat Virginia. Dort werden die Burritos von der Fastfoodkette Chipotle frisch zubereitet. „Wir wollen herausfinden, wie die Leute reagieren, wenn sie ein Päckchen per Luftfracht bekommen“, erklärt Astro Teller, seit 2010 Chef des Innovationslabors Google X. „Und wir wollen den Druck spüren, wenn unerwartete Ereignisse auftreten.“

Flotte von Drohnen beladen und dirigieren

Das kann durchaus geschehen. Denn die Drohnen sollen hunderte Flüge binnen weniger Tage absolvieren. Eine echte Chance zu erkennen, welche Probleme auftreten können, wenn eine ganze Flotte von Drohnen beladen und dirigiert werden muss. „In künftigen Tests können wir andere Sachen dazunehmen, zum Beispiel Getränke“, so Teller. „Dann müssen wir größere Gewichte transportieren und die Pakete müssen sorgfältig ausbalanciert werden.“

Eine Google-Drohne bei einem Testflug in Queensland. Jetzt sollen Drohnen in Virgina testweise

Eine Google-Drohne bei einem Testflug in Queensland. Jetzt sollen Drohnen in Virgina testweise „heiße Waren“, Burritos, liefern. 

Foto: Google

Schon vor zwei Jahren hatte Google im Projekt Wing Lieferdrohnen auf einer abgelegenen Farm in Australien getestet. Dort hatten die Flugkörper kleinere Objekte wie Bonbons, Wasserflaschen oder Hundefutter ausgeliefert.

Das Projekt Wing gehört zu den Zukunftsideen, an denen die Google-Mutter Alphabet arbeitet. Seit den ersten Testflügen in Australien hat Alphabet die Fluggeräte und die Software für die autonome Steuerung bei Flügen auf privatem Gelände in Kalifornien weiterentwickelt. Langfristiges Ziel ist, mit autonom fliegenden Drohnen zum Beispiel Medizin oder Batterien in Naturkatastrophengebiete zu bringen. 

Wing-Drohnen müssen nicht landen

Die jetzt in Virginia eingesetzten Drohnen haben Flügel wie Mini-Flugzeuge. Ihre Ladung, die heißen Burritos, werden durch eine Seilwinde beim hungrigen Besteller abgelassen. Die Wing-Drohnen landen bei der Zustellung also nicht und müssen auch nicht besonders tief fliegen.

Hier seilte eine Google-Drohne über einer Farm in Australien ein Päckchen mit Hundefutter ab. 

Hier seilte eine Google-Drohne über einer Farm in Australien ein Päckchen mit Hundefutter ab. 

Foto: Google

Sicherheit steht für Alphabet an erster Stelle. So werden die Burritos zwar autonom geliefert, aber ein Mensch als Pilot beobachtet den Ablauf und kann gegebenenfalls eingreifen. Das ist ganz ähnlich, wie derzeit auch selbstfahrende Autos getestet werden. 

Keine Drohnen-Regeln

Der Gesetzgeber hat aktuell noch keine Regeln für die kommerziellen Lieferdienste aus der Luft aufgestellt. Die zuständige Behörde Federal Aviation Administration (FAA) arbeitet aber daran. Der Alphabet-Test mit den Fastfood-Lieferungen soll der FAA bei der Abfassung der Regeln für den autonomen Lieferverkehr helfen. So werden auch die Daten zur Präzision der Navigationsgeräte darin einfließen. 

Hierzulande hat die Deutsche Post bereits Medikamente mit einer Drohne auf die Nordseeinstel Juist geliefert. Eine Weltpremiere. Denn bis dato durften Drohnen in Europa nicht außerhalb des Sichtkontakts fliegen.

Von Detlef Stoller Tags:

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