Weltpremiere für Paketkopter 25.09.2014, 13:10 Uhr

DHL fliegt Medikamente mit Drohne auf die Nordseeinsel Juist

Morgen startet an der Nordseeküste eine Weltpremiere: Erstmals wird der Paketdienst DHL eilige Arzneimittel per Paketkopter auf die Nordseeinsel Juist liefern. Bislang durften Drohnen in Europa nicht außerhalb des Sichtkontakts fliegen.

In fünfzig Metern Höhe fliegt der Paketkopter zwölf Kilometer bis zur Nordseeinsel Juist. Er muss die Strecke in 45 Minuten schaffen, dann ist der Akku leer.

In fünfzig Metern Höhe fliegt der Paketkopter zwölf Kilometer bis zur Nordseeinsel Juist. Er muss die Strecke in 45 Minuten schaffen, dann ist der Akku leer.

Foto: DHL

Apotheker Erich Hrdina verkauft seit 1981 in der Seehund-Apotheke auf der ostfriesischen Nordseeinsel Juist Medikamente. Jetzt ist er der Mittelpunkt einer Weltpremiere: Erstmals kommt Nachschub per DHL-Paketkopter. „Wir sind auf Juist vor allem in Wintermonaten aufgrund der Wetterlage manchmal von der Außenwelt regelrecht abgeschnitten“, freut sich Hrdina über den DHL-Pilotversuch.

Der Paketkopter von DHL  ist ein Forschungsprojekt, das der Paketdienst gemeinsam mit dem Institut für Flugsystemdynamik der RWTH Aachen betreibt. In diesem Rahmen ist es zum bisher ersten Mal in Europa möglich, ein unbemanntes Luftfahrzeug ohne direkten Sichtkontakt eines Piloten in einem echten Anwendungsfall zu betreiben.

Die Drohne wird im Testbetrieb zwischen Norddeich und Juist hin- und herfliegen. Der Flug dauert knapp 15 Minuten.

Die Drohne wird im Testbetrieb zwischen Norddeich und Juist hin- und herfliegen. Der Flug dauert knapp 15 Minuten.

Foto: DHL

„Erstmals darf mit dem DHL Paketkopter ein unbemanntes Luftfahrzeug außerhalb der Sichtweite eines Piloten in der realen Welt eine Transportaufgabe erledigen“, erklärt Jürgen Gordes, Vorstandsmitglied der Deutschen Post DHL. Partner im Behördenmarathon bis zur Genehmigung war das niedersächsische Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr.

Drohne kann zwölf Kilometer zurücklegen

Von Norden an der Küste Niedersachsen aus geht es schon bald los im Linienbetrieb nach Juist. Die Starts vom Festland finden auf dem Hafengelände in Norddeich statt. Die Landung auf der Insel erfolgt auf einem speziell für den Kopter vorgesehenen Start- und Landeplatz. Die Zustellung zum adressierten Empfänger erfolgt klassisch per DHL-Zusteller, niemand muss also befürchten, dass eine DHL-Drohne den Vorgarten bei der Landung ruiniert.

Bislang durften in Europa drohnen nur fliegen, wenn der Pilot Sichtkontakt hat. Das ändert sich mit dem DHL-Projekt erstmals, die Überwachung erfolgt von einer mobilen Bodenstation in Norddeich.

Bislang durften in Europa drohnen nur fliegen, wenn der Pilot Sichtkontakt hat. Das ändert sich mit dem DHL-Projekt erstmals, die Überwachung erfolgt von einer mobilen Bodenstation in Norddeich.

Foto: DHL

Der Pilotversuch zur Belieferung von Juist ist die konsequente Fortsetzung der Experimente mit Drohnen zum Einsatz zur Paketzustellung. Schon im vergangenen Dezember transportierte in Bonn ein Kopter ein Paket über den 400 Meter breiten Rhein. Das Fluggerät wurde nach diesem Jungfernflug speziell für den harten Einsatz im rauen Nordseewetter weiterentwickelt. Nun kann das gelbe Fluggerät mit Elektroantrieb bis zu 45 Minuten in der Luft bleiben und hat eine Reichweite von zwölf Kilometern.

Paketkopter hebt mit vier Rotoren 1,2 Kilogramm Gepäck in die Luft

Die braucht er allerdings auch: Denn von seinem Startplatz bei Norddeich bis zur Insel Juist sind es zwölf Kilometer, die er vollkommen autonom fliegen muss. Die wird der Kopter mit den vier Rotoren in einer Flughöhe von 50 Metern mit einer Geschwindigkeit von – je nach Wetterlage – bis zu 18 Metern pro Sekunde zurücklegen. Er kann auf seinem Flug eine Nutzlast von bis zu 1,2 Kilogramm mitnehmen, insgesamt liegt das Gewicht unter fünf Kilogramm.

Der Paketkopter kann 1,2 Kilogramm an Gepäck transportieren. Das Gesamtgewicht liegt unter fünf Kilogramm.

Der Paketkopter kann 1,2 Kilogramm an Gepäck transportieren. Das Gesamtgewicht liegt unter fünf Kilogramm.

Foto: DHL

Behördenauflagen sorgen dafür, dass der DHL Paketkopter während seines Fluges von einer mobilen Bodenstation in Norddeich ständig überwacht wird. So ist es jederzeit möglich, bei Fehlfunktionen des Kopters oder in Notsituation einzugreifen.

Das Befördern von Paketen mit Drohnen ist ganz offenbar ein Zukunftsmarkt. So hat Amazon erst vor zwei Monaten einen Antrag in den USA gestellt, um diese Zustellungsform umfassend testen zu können. Das wollte Google nicht einfach so hinnehmen und ist jetzt in der Einöde Australiens mit der Lieferung per Drohne am Start.

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