Weltgrößtes Trainingscamp geplant 30.08.2022, 07:00 Uhr

Volkswagen steckt 2 Milliarden in Batteriezentrum

Das Motorenwerk in Salzgitter wird bald Geschichte sein, zumindest in dieser Form. Volkswagen baut den Standort komplett um und investiert zwei Milliarden Euro für Umbau und Qualifizierung der Mitarbeitenden. Sie sollen künftig Batteriezellen herstellen. Nach Aussage des Konzerns soll in Salzgitter eine richtige Gigafabrik entstehen.

Illu Werk

Diese Illustration symbolisiert den Übergang der Mitarbeitenden in den neuen Arbeitsbereich: Batteriezellproduktion.

Foto: Volkswagen AG

Die Umstellung der Automobilproduktion von der Herstellung der Verbrennermotoren auf Elektromobilität bringt viele Veränderungen mit sich. Das betrifft zum einen die Technik, zum anderen aber auch die benötigten Fähigkeiten der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Das demonstriert Volkswagen am Standort Salzgitter. Das dortige Werk galt bislang als Herzstück der Motorenfertigung für VW. Die Anlage ist also auf komplexe Fertigungsprozesse ausgerichtet, mit denen Großserien produziert werden können.

Flexibilität ist dafür unverzichtbar. Denn natürlich hat sich in der Motorenherstellung viel verändert im Verlauf der vergangenen Jahrzehnte – das Werk besteht seit 1970. Die Fähigkeit, sich auf neue Prozesse einzustellen, werden die Beschäftigten jetzt erneut unter Beweis stellen können: Salzgitter soll ein Leitwerk bleiben, aber nicht mehr für Motoren, sondern für Batteriezellen.

Motoren werden im VW-Werk parallel zu Batteriezellen produziert

Mehr als zwei Milliarden Euro investiert der Volkswagen-Konzern, um dieses Ziel zu erreichen. Die Fertigung der Batteriezellen soll schon im Jahr 2025 starten. Das Besondere dabei: Die bisherigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus der Motorenfertigung werden durch umfassende Schulungsmaßnahmen und Informationen darauf vorbereitet, die neuen Aufgaben zu übernehmen. Das erfolgt Schritt für Schritt. Denn aktuell laufen in Salzgitter beide Produktionswege noch parallel. Etwa 500 Beschäftigte arbeiten schon in der Fertigung von Tech-Komponenten für E-Fahrzeuge und werden zum Beispiel in der Pilotanlage fürs Recycling eingesetzt. Zum Teil sind sie bereits in der Fertigung von Batteriezellen aktiv – über die Hälfte der operativen Aufgabenfelder beziehen sich inzwischen auf die künftige Zellfabrik.

Damit der Übergang reibungslos klappt, hat Volkswagen auch die Ausbildung umgestellt, sodass jetzige Azubis den Umgang mit den entsprechenden Zukunftstechnologien lernen. Erstmals können junge Menschen am Standort Salzgitter eine Ausbildung zur Chemielaborantin oder zum Chemielaboranten absolvieren oder sich auf einen dualen Studiengang mit Fachrichtung Chemie oder Chemieingenieurwesen bewerben. Insgesamt sollen in der sogenannten Gigafabrik Salzgitter mehr als 2.500 Menschen arbeiten.

Top Stellenangebote

Zur Jobbörse
Hamburger Hochbahn AG-Firmenlogo
Bauingenieur / Projektingenieur Ingenieurbau (w/m/d) Hamburger Hochbahn AG
Hamburg Zum Job 
Staatliches Gewerbeaufsichtsamt Braunschweig-Firmenlogo
Ingenieur/-in / Naturwissenschaftler/-in (m/w/d) für den Einsatz im Bereich Medizintechnik/-Produkte Staatliches Gewerbeaufsichtsamt Braunschweig
Braunschweig Zum Job 
Aerologic GmbH-Firmenlogo
Engineer Aircraft Reliability & Maintenance Program (m/f/x) Aerologic GmbH
Schkeuditz Zum Job 
Seppeler Holding & Verwaltungs GmbH & Co. KG-Firmenlogo
Verfahrenstechniker / Ingenieur Verfahrenstechnik (m/w/d) Seppeler Holding & Verwaltungs GmbH & Co. KG
Rietberg Zum Job 
Hallesche Wasser und Stadtwirtschaft GmbH-Firmenlogo
Kalkulator Tiefbau (m/w/d) für den Bereich Wasser/Abwasser Hallesche Wasser und Stadtwirtschaft GmbH
Halle (Saale) Zum Job 
Jade Hochschule Wilhelmshaven/Oldenburg/Elsfleth-Firmenlogo
Professur (m/w/d) für das Gebiet Künstliche Intelligenz für Datastream Mining Jade Hochschule Wilhelmshaven/Oldenburg/Elsfleth
Wilhelmshaven Zum Job 
Jade Hochschule Wilhelmshaven/Oldenburg/Elsfleth-Firmenlogo
Professur (m/w/d) für das Gebiet Elektronik für die Medizintechnik Jade Hochschule Wilhelmshaven/Oldenburg/Elsfleth
Wilhelmshaven Zum Job 
Die Autobahn GmbH des Bundes-Firmenlogo
Bauingenieur (w/m/d) konstruktiver Ingenieurbau Die Autobahn GmbH des Bundes
GSI Helmholtzzentrum für Schwerionenforschung GmbH-Firmenlogo
Ingenieur*in oder Physiker*in (d/m/w) GSI Helmholtzzentrum für Schwerionenforschung GmbH
Darmstadt Zum Job 
GSI Helmholtzzentrum für Schwerionenforschung GmbH-Firmenlogo
Ingenieur*innen (d/m/w) GSI Helmholtzzentrum für Schwerionenforschung GmbH
Darmstadt Zum Job 
Bergische Universität Wuppertal-Firmenlogo
Wissenschaftliche*r Mitarbeiter*in (Doktorand*in) im Bereich der Materialwissenschaften Bergische Universität Wuppertal
Wuppertal Zum Job 
RHEINMETALL AG-Firmenlogo
Verstärkung für unsere technischen Projekte im Bereich Engineering und IT (m/w/d) RHEINMETALL AG
deutschlandweit Zum Job 
Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr Schleswig-Holstein-Firmenlogo
Bauingenieurin / Bauingenieur (w/m/d) für den Bereich Straßenbau Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr Schleswig-Holstein
Kiel, Flensburg, Rendsburg, Itzehoe, Lübeck Zum Job 
HYDRO Systems GmbH & Co. KG-Firmenlogo
Teamlead Shopfloor Service Station Norderstedt (m/w/d) HYDRO Systems GmbH & Co. KG
Norderstedt Zum Job 
GVG Immobilien Service GmbH-Firmenlogo
Projektassistenz (m/w/d) Baumanagement GVG Immobilien Service GmbH
München Zum Job 
Steuler Services GmbH & Co. KG-Firmenlogo
Projektmanager (m/w/d) Gebäudemanagement und Infrastruktur Steuler Services GmbH & Co. KG
Höhr-Grenzhausen Zum Job 
HAMBURG WASSER-Firmenlogo
Abteilungsleitung Kläranlage Prozessführung Abwasser (m/w/d) HAMBURG WASSER
Hamburg Zum Job 
TechnoCompound GmbH-Firmenlogo
Produktionsingenieur:in (m/w/d) TechnoCompound GmbH
Bad Sobernheim Zum Job 
Rundfunk Berlin Brandenburg (rbb)-Firmenlogo
Ingenieur*in / Techniker*in für Gebäudetechnik mit Schwerpunkt HLSK Rundfunk Berlin Brandenburg (rbb)
Potsdam Zum Job 
Sparda-Bank Südwest eG-Firmenlogo
Leitung Facility Management (m/w/d) Sparda-Bank Südwest eG

Fachkräfte für Batterieproduktion bildet VW selbst aus

Dem Fachkräftemangel will VW also begegnen, indem das Unternehmen die benötigten Expertinnen und Experten selbst ausbildet, beziehungsweise sich durch Praxismodule an der Qualifizierung beteiligt. Auf diese Weise sollen bis zum Start der Batteriefertigung im Jahr 2025 bereits mehr als 80 Fachleute zur Verfügung stehen – die Bewerberinnen und Bewerber können also davon ausgehen, dass sie übernommen werden. Grundsätzlich sollen künftig mehr als 80% der Ausbildungsangebote aus der Fachrichtung „Elektro/IT/Chemie“ kommen.

Dafür muss natürlich auch die entsprechende Infrastruktur aufgebaut werden. VW errichtet daher ein Chemielabor. Ab 2023 soll es betriebsbereit sein. Zusätzlich soll die Zahl der Ausbildungsplätze im Fach Chemie jährlich von derzeit sechs auf zwölf erhöht werden.

Darüber hinaus sollen externe Partner den Volkswagenkonzern dabei unterstützen, die Batteriezellenfabrik reibungslos ans Laufen zu bringen.

VW ist auf dieses Umstellungskonzept sehr stolz: „Salzgitter ist ein Paradebeispiel für die Transformation des Automobilstandorts Deutschland. Mit der Neuausrichtung als konzernweites Batteriezentrum und Standort der ersten Gigafabrik des Konzerns schaffen wir in Salzgitter nicht nur eine ganz neue Industrie, sondern auch Tausende von zukunftsfähigen Arbeitsplätzen“, sagt Thomas Schmall, CEO Volkswagen Group Components und Mitglied des Konzernvorstandes für das Ressort Technik. „Wir wollen die Transformation gemeinsam mit unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern bewältigen. In den kommenden Jahren machen wir Salzgitter deshalb zum weltgrößten Trainingscamp für die Batterietechnologie.“

VW benötigt weitere Standorte für Batterieproduktion

Salzgitter ist nicht der einzige Ort, wo Volkswagen die wichtigen Batteriezellen herstellen will. Die Fäden laufen bei der neu gegründeten VW-Tochter PowerCo zusammen, die für den Aufbau des globalen Batteriegeschäfts zuständig ist. Neben der Gigafabrik in Salzgitter ist eine Zellfabrik in Valencia geplant. Zudem sollen weitere Produktionskapazitäten in Osteuropa und Nordamerika geschaffen werden. Parallel versucht Volkswagen, Partnerschaften entlang der Wertschöpfungskette der Batterie aufzubauen.

Ein Beitrag von:

  • Nicole Lücke

    Nicole Lücke macht Wissenschaftsjournalismus für Forschungszentren und Hochschulen, berichtet von medizinischen Fachkongressen und betreut Kundenmagazine für Energieversorger. Sie ist Gesellschafterin von Content Qualitäten. Ihre Themen: Energie, Technik, Nachhaltigkeit, Medizin/Medizintechnik.

Zu unseren Newslettern anmelden

Das Wichtigste immer im Blick: Mit unseren beiden Newslettern verpassen Sie keine News mehr aus der schönen neuen Technikwelt und erhalten Karrieretipps rund um Jobsuche & Bewerbung. Sie begeistert ein Thema mehr als das andere? Dann wählen Sie einfach Ihren kostenfreien Favoriten.