Energiewende im Verkehrssektor 15.01.2026, 17:24 Uhr

Umweltfreundlicher tanken: Die reFuels kommen

In Mannheim ist ein Projekt gestartet, das erstmals den großflächigen Einsatz von reFuels ermöglicht. Eine Pilotanlage zeigt, wie sich erneuerbare Anteile flexibel beimischen lassen – dokumentiert und wissenschaftlich begleitet von Forschenden des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT).

Tanken

Kommen bald nur noch reFuels in den Tank?

Foto: Miguel-Perfectti / smarterpix.de

In der Anlage der Exolum Mannheim GmbH werden fossile und erneuerbare Kraftstoffe direkt beim Befüllen gemischt. Das bezieht sich nicht nur auf Bioethanol, sondern auch auf reFuels, also Kraftstoffe, die mithilfe erneuerbarer Energien gewonnen werden. Ziel ist es, in der Praxis zu testen, wie ReFuels künftig genutzt werden können und in welchen Mischverhältnissen. Das könnte ein wichtiger Schritt hin zu CO₂-ärmerer Mobilität sein. Das KIT begleitet den Versuch wissenschaftlich.

ReFuels aus Abfällen

Hergestellt werden die reFuels vor allem aus Abfällen und Reststoffen. Die Bandbreite reicht von Holzresten und Rückständen der Landwirtschaft bis zu CO₂ und grünem Wasserstoff. Für die Produktion werden also größtenteils Ressourcen verwendet, die sonst ungenutzt blieben. Dabei haben reFuels die gleiche Energiedichte wie fossile Kraftstoffe.

Kraftstoffe individuell mischen

Die Pilotanlage erlaubt es, verschiedene Kraftstoffarten bedarfsgerecht zu kombinieren und die jeweilige Treibhausgas-Einsparung digital festzuhalten. Drei Lagertanks sind angeschlossen. Für eine Tankfüllung werden erneuerbare, strombasierte und fossile Kraftstoffe in unterschiedlichen Anteilen zusammengestellt. Sensoren sorgen dafür, dass alle Vorgabe exakt eingehalten werden.

Jede Lieferung wird bilanziert, wodurch Emissionen sichtbar und überprüfbar werden – ein wichtiger Schritt in Richtung mehr Transparenz für die Energiewende im Bereich Verkehr.

Top Stellenangebote

Zur Jobbörse
Wirtschaftsbetrieb Hagen AöR-Firmenlogo
Fachbereichsleitung Grün (m/w/d) Wirtschaftsbetrieb Hagen AöR
Heilbronner Versorgungs GmbH-Firmenlogo
Planungsingenieur in den Bereichen Gas und Wasser (m/w/d) Heilbronner Versorgungs GmbH
Heilbronn Zum Job 
Flughafen München GmbH-Firmenlogo
Leiter Elektrotechnik / Stromnetzprojekte (w/m/d) Flughafen München GmbH
Oberding Zum Job 
Intego GmbH-Firmenlogo
Servicetechniker / Field Service Engineer (m/w/d) - Einsatz in Kalifornien (USA) Intego GmbH
Erlangen Zum Job 
PohlCon GmbH-Firmenlogo
Anwendungsingenieur (m/w/d) PohlCon GmbH
Sumitomo Rubber Europe GmbH-Firmenlogo
Ingenieur FEA (m/w/d) Reifensimulation in Hanau Sumitomo Rubber Europe GmbH
Bundesanstalt für Straßen- und Verkehrswesen (BASt)-Firmenlogo
Bauingenieurin / Bauingenieur (m/w/d) (Master/Uni-Diplom) Bundesanstalt für Straßen- und Verkehrswesen (BASt)
Bergisch Gladbach Zum Job 
wpd infrastruktur GmbH-Firmenlogo
Erfahrener Projektleiter Bau (m/w/d) wpd infrastruktur GmbH
Universität zu Köln-Firmenlogo
Bauingenieur*in oder Architekt*in (w/m/d) mit Vertiefung im Baubetrieb bzw. Projektmanagement Universität zu Köln
wpd infrastruktur GmbH-Firmenlogo
Erfahrener Elektroingenieur (m/w/d) für nationale Wind- und Solarenergieprojekte wpd infrastruktur GmbH
wpd construction GmbH-Firmenlogo
Erfahrener Projektleiter Elektrotechnik (m/w/d) wpd construction GmbH
Bietigheim-Bissingen Zum Job 
Universität zu Köln-Firmenlogo
Ingenieur*in (w/m/d) für Energiemanagement, Nachhaltigkeit und technische Gebäudeentwicklung Universität zu Köln
Boyd Weiler GmbH & Co. KG-Firmenlogo
CAD-Konstrukteur (m/w/d) Boyd Weiler GmbH & Co. KG
Weiler-Simmerberg Zum Job 
TransnetBW GmbH-Firmenlogo
Senior Ingenieur Systemintegration und KI-basierte Performancebewertung (w/m/d) TransnetBW GmbH
Stuttgart Zum Job 
TransnetBW GmbH-Firmenlogo
Ingenieur Systemführung Operative Betriebsplanung (w/m/d) TransnetBW GmbH
Stuttgart Zum Job 
Allbau Managementgesellschaft mbH-Firmenlogo
Bauprojektleiter (m/w/d) Allbau Managementgesellschaft mbH
DFS Deutsche Flugsicherung GmbH-Firmenlogo
Ingenieur* im Anforderungsmanagement DFS Deutsche Flugsicherung GmbH
WipflerPLAN Planungsgesellschaft-Firmenlogo
Bauingenieur / Bautechniker Kommunaler Tiefbau (m/w/d) WipflerPLAN Planungsgesellschaft
Donauwörth, Nördlingen, Pfaffenhofen an der Ilm, Lauf an der Pegnitz Zum Job 
VINCORION Advanced Systems GmbH-Firmenlogo
Information Security Manager (all genders) VINCORION Advanced Systems GmbH
Hochschule Düsseldorf University of Applied Sciences-Firmenlogo
Professur "Wirtschaftsinformatik und Datenbanken mit dem Schwerpunkt IT-Venture-Design, Digital Enterprise und innovativer Lehre in Makerspace-Settings (W2)" Hochschule Düsseldorf University of Applied Sciences
Düsseldorf Zum Job 

Nachhaltigkeit sichtbar machen

Eine Software berechnet automatisch, wie viel Treibhausgas gegenüber rein fossilen Mischungen eingespart wird. Diese Daten erscheinen als offizielle Nachweise. Für Unternehmen, die ihre Klimabilanz verbessern wollen, ist das ein messbarer Fortschritt – und ein Beleg für mehr Nachhaltigkeit.

Startschuss zum Hochlauf der reFuels

„Mit der neuen Inline-Blend-Anlage können wir nun erstmals nach Bedarf abgestimmte Mengen von fossilen und erneuerbaren Kraftstoffen mischen und die Klimawirkung sofort transparent dokumentieren. Das ist ein entscheidender Schritt für den Hochlauf von reFuels“, erklärt Thomas Hirth, Vizepräsident Transfer und Internationales des KIT.

Energiewende für Schwerlast- und Flugverkehr

„Auf dem Weg zu mehr Klimaschutz sind strombasierte und biogene Kraftstoffe Bausteine – vor allem dort, wo Elektromobilität gar nicht oder nur bedingt greift“, betont Verkehrsstaatssekretärin Elke Zimmer bei ihrem Besuch in Mannheim. Besonders im Schiffs-, Flug- und Schwerlastverkehr sollen diese Mischungen eine realistische Alternative schaffen.

Denn der Verkehrssektor zählt noch immer zu den größten CO₂-Verursachern. Während sich manche Bereiche wie die private Mobilität gut elektrifizieren lassen, bleiben Flugzeuge, Schiffe oder schwere Lkw auf flüssige Kraftstoffe angewiesen, solange es keine wesentlichen Innovationen bei Batterietechnologien gibt. Hier könnten reFuels eine gute Lösung sein.

Mehr Effizienz durch regionale Produktion

Die neue Technologie soll den Weg für einen breiten Markteinstieg. „So finden die regenerativen reFuels auch erstmals den Weg in die Tanks von Endverbraucherinnen und Endverbrauchern“, erläutert Dr. Olaf Toedter vom Institut für Kolbenmaschinen am KIT, der das Projekt koordiniert.

Dabei spielt die regionale Produktion der Kraftstoffe eine entscheidende Rolle. Sie erhöht die Versorgungssicherheit und fördert lokale Wertschöpfungsketten. Zudem erhöht sie die Effizienz zusätzlich, da lokale Anbieter den Energieaufwand für den Transport der reFuels verringern.

Unterstützung vom Land für die reFuels

Das baden-württembergische Verkehrsministerium setzt sich bereits seit 2018 für eine praktikable Umsetzung klimafreundlicher Mobilität ein. Unter der Landesstrategie „Roadmap ReFuels“ wurden seither über 40 Studien und Projekte mitfinanziert.

Das aktuelle Projekt „BlendBilanz4Mobility“ wird mit mehr als 325. 000 Euro gefördert. Ziel ist es, mit konkreten Anwendungen zu beweisen, dass ReFuel-Produktion und -Einsatz nicht nur technisch möglich, sondern auch wirtschaftlich machbar sind.

Ein Beitrag von:

  • Nicole Lücke

    Nicole Lücke macht Wissenschaftsjournalismus für Forschungszentren und Hochschulen, berichtet von medizinischen Fachkongressen und betreut Kundenmagazine für Energieversorger. Sie ist Gesellschafterin von Content Qualitäten. Ihre Themen: Energie, Technik, Nachhaltigkeit, Medizin/Medizintechnik.

Zu unseren Newslettern anmelden

Das Wichtigste immer im Blick: Mit unseren beiden Newslettern verpassen Sie keine News mehr aus der schönen neuen Technikwelt und erhalten Karrieretipps rund um Jobsuche & Bewerbung. Sie begeistert ein Thema mehr als das andere? Dann wählen Sie einfach Ihren kostenfreien Favoriten.