Auftrag für 1,5 Milliarden Euro 11.10.2013, 12:31 Uhr

Siemens baut fahrerlose U-Bahnen für Saudi-Arabien

Siemens soll in einem Firmenkonsortium fahrerlose U-Bahnen für Saudi-Arabiens Hauptstadt Riad bauen. Das Unternehmen liefert die Metro-Züge, die Elektrifizierung sowie Signal- und Kommunikationstechnik, teilte der Konzern mit. Die Bahnen sollen 2018 den Betrieb aufnehmen, das Auftragsvolumen für Siemens beträgt 1,5 Milliarden Euro.

Für insgesamt 1,5 Milliarden Euro liefert Siemens für die Hauptstadt Riad eine schlüsselfertige Bahnanlage für zwei fahrerlose U-Bahnlinien.

Für insgesamt 1,5 Milliarden Euro liefert Siemens für die Hauptstadt Riad eine schlüsselfertige Bahnanlage für zwei fahrerlose U-Bahnlinien.

Foto: Siemens

Mit insgesamt sechs Bahnlinien auf einer Strecke von 175 Kilometern plant Riad das größte Metro-Projekt der Welt. Mit der Investition in die Infrastruktur will Saudi-Arabien die Nahverkehrsprobleme der Hauptstadt lösen. Riad wächst rasant: Seit 1990 hat sich die Zahl der Einwohner auf mehr als fünf Millionen verdoppelt.

Für zwei der fahrerlosen U-Bahnen soll Siemens die schlüsselfertige Gesamtanlage liefern. Siemens ist außerdem für die Systemintegration der Bahntechnik auf den beiden, zusammen rund 63 Kilometer langen Linien verantwortlich. 74 Metrofahrzeuge vom Typ Inspiro sollen in Riad eingesetzt werden. Sie sind aus Aluminium hergestellt, fahren auf Normalspur und erreichen eine Geschwindigkeit von bis zu 90 Stundenkilometern.

Anpassung an das Wüstenklima

Die Züge werden an das Wüstenklima in Saudi-Arabien besonders angepasst: So soll eine größere Klimaanlage auch bei extremer Hitze ausreichende Kühlleistung liefern. Die Drehgestelle, der Fahrantrieb, die Bremsen und die Türen bekommen spezielle Filter und Dichtungen, die sie vor eindringendem Sand schützen sollen.

Der fahrerlose Betrieb ist besonders wichtig, wenn viele Bahnen in einer hohen Frequenz fahren sollen: Die Signal- und Zugbeeinflussungstechnik stellt sicher, dass die Züge im 90-Sekunden-Rhythmus verkehren können. In Stoßzeiten können dank der Technik mehr als 21 000 Fahrgäste pro Stunde befördert werden.

Die Bahnen für Riad sind besonders an das Wüstenklima angepasst: So soll eine größere Klimaanlage auch bei extremer Hitze ausreichende Kühlleistung liefern. Die Drehgestelle, der Fahrantrieb, die Bremsen und die Türen bekommen spezielle Filter und Dichtungen, die sie vor eindringendem Sand schützen sollen.

Die Bahnen für Riad sind besonders an das Wüstenklima angepasst: So soll eine größere Klimaanlage auch bei extremer Hitze ausreichende Kühlleistung liefern. Die Drehgestelle, der Fahrantrieb, die Bremsen und die Türen bekommen spezielle Filter und Dichtungen, die sie vor eindringendem Sand schützen sollen.

Foto: Siemens

Erste fahrerlose U-Bahn startete 1998 in Paris

Das Münchner Unternehmen ist außerdem für die Stromversorgung der Linien verantwortlich. Sie werden mit einem sogenannten Dynamo-Antrieb ausgestattet: Die Energie, die beim Bremsen gewonnen wird, fließt zurück in das Stromnetz des Metrosystems und steht dort wieder zur Verfügung. Zur elektrischen Ausrüstung gehören zudem die Notstromversorgung mit Dieselgeneratoren sowie unterbrechungsfreie Stromversorgungen.

Daneben liefert Siemens automatische Zugsteuerung, Funkübertragung und 31 elektronische Stellwerke. Der Konzern stattet auch die Betriebsleitzentralen der beiden Linien aus.

Mit dem Bau fahrerloser Bahnen hat Siemens jahrelange Erfahrung: Bereits 1998 startete in Paris die erste, von Siemens ausgestattete fahrerlose Metro. In Deutschland ist die erste fahrerlose Bahn seit 2008 in Nürnberg in Betrieb.

Wichtiger Markt für Siemens

Saudi-Arabien wird für Siemens zu einem immer wichtigeren Markt. Zuletzt lieferte der Konzern vor allem Energietechnik in das Königreich. Der Auftrag für die Lieferung der U-Bahnen sei der bisher größte Bahntechnik-Auftrag aus dem Nahen Osten, hieß es aus dem Konzern. Siemens erhielt den Auftrag im Konsortium mit der US-Firma Bechtel und den örtlichen Bauunternehmen Almabani und Consolidated Contractors Company. Der Gesamtwert des Auftrags beträgt rund 7,5 Milliarden Euro.

In Deutschland hatte Siemens Zulassungsprobleme mit seinen neuen ICEs. Die Züge für die Deutsche Bahn kommen mehr als ein Jahr später als geplant.

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