Idee aus Kanada 13.12.2014, 06:55 Uhr

Schwebebahn mit Tretgondeln entlastet Stadtverkehr

Dem Stau entkommen und zugleich etwas für Umwelt und die eigene Fitness tun: Das ist das Konzept der Schwebebahn SkySmart, die ein kanadisches Unternehmen für den Personennahverkehr entwickelt hat. Dabei sitzen die Fahrgäste in Gondeln und treten selbst in die Pedale.

In einem Freizeitpark in Neuseeland hat das Unternehmen Shweeb die Idee mit der Tretgondel bereits umgesetzt. Die Idee auf den Stadtverkehr zu übertragen, kommt beim Crowdfunding aber nicht an: Erst knapp 200 US-Dollar sind erreicht, eine Million ist das Ziel. 

In einem Freizeitpark in Neuseeland hat das Unternehmen Shweeb die Idee mit der Tretgondel bereits umgesetzt. Die Idee auf den Stadtverkehr zu übertragen, kommt beim Crowdfunding aber nicht an: Erst knapp 200 US-Dollar sind erreicht, eine Million ist das Ziel. 

Foto: Shweeb

SkySmart nennt sich das Gondelsystem, das nach den Vorstellungen des kanadischen Unternehmens Shweeb den Personennahverkehr revolutionieren könnte. Die Mischung aus Tretboot und Schwebebahn soll die Fortbewegungsalternative für den geplagten Städter werden, der keine Lust mehr darauf hat, im Stau zu stehen, dabei Abgase zu produzieren und selbst immer behäbiger zu werden.

Falls niemand in die Pedale treten will, springt der Elektroantrieb an

Das Transportsystem besteht aus kleinen Gondeln, die über dem Straßenverkehr an Schienen hängen und von bis zu zwölf Fahrgästen gemeinsam genutzt werden können. Im Inneren der Gondel sind Fahrradpedale angebracht, das heißt die Fahrgäste treiben die Gondel per Muskelkraft an.

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Im Inneren der Gondel sind Fahrradpedale angebracht. In größeren Gondeln für den Stadtverkehr könnten laut Hersteller Shweeb bis zu zwölf Passagiere gleichzeitig treten. 

Im Inneren der Gondel sind Fahrradpedale angebracht. In größeren Gondeln für den Stadtverkehr könnten laut Hersteller Shweeb bis zu zwölf Passagiere gleichzeitig treten. 

Quelle: Shweeb

Nicht jeder muss mittreten, aber diejenigen, die sich dafür entscheiden, sollen einen Rabatt auf ihren Fahrpreis erhalten. Falls überhaupt niemand in die Pedale gehen will, kann die Gondel ihren Elektroantrieb einsetzen. Dann geht es aber auf jeden Fall langsamer vorwärts. Der Strom wird über Solarzellen geliefert, die an den Haltestationen und an den Schienen angebracht sind. Sie sollen gleichzeitig als Ladestationen für Elektroautos genutzt werden können.

Crowdfunding-Kampagne auf Indiegogo

In einem Freizeitpark in Neuseeland hat das Unternehmen Shweeb die Idee mit der Tretgondel bereits umgesetzt. Hier geht es vor allem um den Spaß der Parkbesucher, etwa wenn sie sich auf zwei parallel verlaufenden Strecken Rennen liefern können. Nun will Shweeb sein Konzept ebenfalls am eigenen Standort umsetzen, der sich in der Nähe der Niagarafälle befindet. Dort soll eine Art Öko-Park entstehen, mit dem SkySmart als Transportsystem.

Dafür haben die Gründer von Shweeb, Geoff Barnett und Dan Verhoeve, eine Crowdfunding-Initiative auf Indiegogo gestartet. Ihr ehrgeiziges Ziel von einer Million US-Dollar werden sie aller Voraussicht nach aber nicht erreichen. Die Kampagne endet am 19. Dezember und bis jetzt stehen magere 215 Dollar auf dem Konto.

Konzept lässt noch einige Fragen offen

Vielleicht ist das kein Wunder, denn so richtig ausgereift scheint die Idee noch nicht zu sein. Das Konzept lässt einige Fragen offen. Da die Gondeln per Muskelkraft betrieben werden, sind sie unterschiedlich schnell unterwegs. Überholen geht nicht, das heißt die schnellere Gondel muss hinter der langsameren herfahren. Zwar könnten sich nach Angaben der Hersteller die beiden Gondeln in solchen Fällen miteinander verbinden und gemeinsam schneller fahren. Aber Gondelstaus sind bei hohem Verkehrsaufkommen genauso möglich wie im Straßenverkehr.

So stellt sich das kanadische Unternehmen Shweeb die Gondel-Mononrail im Stadtverkehr vor. 

So stellt sich das kanadische Unternehmen Shweeb die Gondel-Mononrail im Stadtverkehr vor. 

Quelle: Shweeb

Zudem passen in die geplanten Großgondeln maximal zwölf Personen, was im Vergleich zu U-Bahn und Bus nicht gerade viel ist. Dafür müsste aber ein komplett neues Schienennetz gebaut werden, das nur attraktiv sein kann, wenn es viele Punkte in der Stadt miteinander verbindet und entsprechend viele Gondeln vorhält. 

Ein Beitrag von:

  • Gudrun von Schoenebeck

    Gudrun von Schoenebeck

    Gudrun von Schoenebeck ist seit 2001 journalistisch unterwegs in Print- und Online-Medien. Neben Architektur, Kunst und Design hat sie sich vor allem das spannende Gebiet der Raumfahrt erschlossen.

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