Anzeige

„Mumbai Maersk“ wird zum Politikum – und ein Rätsel bleibt

07. Februar 2022

„Mumbai Maersk“ wird zum Politikum – und ein Rätsel bleibt
or Wangerooge ist das Containerschiff „Mumbai Maersk“ auf Grund gelaufen. (Symbolfoto). Foto: PantherMedia / Gudella
Das 400 Meter lange Containerschiff „Mumbai Maersk“ ist vor der Insel Wangerooge auf Grund gelaufen. Ein erster Bergungsversuch war fehlgeschlagen, jetzt ist das Schiff wieder frei.
Anzeige
Anzeige


Das riesige Containerschiff „Mumbai Maersk“, das vor der Insel Wangerooge auf Grund gelaufen war, ist längst wieder frei und hat inzwischen in Bremerhaven angelegt. Doch der Vorfall entwickelt sich allmählich zu einem Politikum. Frachtschiffe werden immer gigantischer und transportieren immer größere Mengen an Waren – und damit wachsen auch die Risiken sowohl für die Logistik als auch für die Umwelt, wenn es zu Unfällen kommt.

„Unser Wattenmeer ist ein äußerst sensibler und besonders wertvoller Naturraum“, sagte jüngst Niedersachsens Umweltminister Olaf Lies (SPD). Der Unfall zeige, „dass wir ständig daran arbeiten müssen, den Schutz unserer Küsten vor Schadstoffunfällen zu verbessern“. Bei Sturm sollten derart große Schiffe auf Routen weiter von der Küste entfernt ausweichen, forderte der Minister – für die Schifffahrtsregeln ist allerdings der Bund zuständig. Auch der Naturschutzbund Nabu forderte politisches Handeln, um die Vorbeugung gegen Schiffsunfälle zu verbessern. Das einzigartige Wattenmeer und seine dazugehörigen Inseln müssten vor verlorener Ladung und dem Einträgen von Schadstoffen geschützt werden.

Anzeige
Anzeige

Anfang Februar (in der Nacht zum 3. Februar) war die „Mumbai Maersk“ auf Grund gelaufen. Das 400 Meter lange Schiff havarierte etwa sechs Kilometer nördlich der Insel, kurz vor der Einfahrt in die Weser. Das Containerschiff unter dänischer Flagge war von Rotterdam nach Bremerhaven unterwegs. Noch in der Nacht waren Schlepper und Mehrzweckschiffe zur „Mumbai Maersk“ geschickt worden. Zudem wurde ein Team von speziell ausgebildeten Seeleuten an Bord gebracht.

Die stärksten Eisbrecher der Welt

Ein erster Versuch, das Containerschiff wieder in tieferes Fahrwasser zu bringen, war zunächst fehlgeschlagen, so ein Sprecher des Havariekommandos. „Glücklicherweise gibt es keine verletzten Personen, alle sind wohlauf“, sagte er.

Anzeige
Anzeige

Inzwischen ist das Schiff wieder freigeschleppt worden, allerdings bleibt es ein Rätsel, wie es überhaupt zur Havarie kommen konnte. Offenbar hatte der Kurs der „Mumbai Maersk“ erst einen engen Kreis beschrieben, bevor das Schiff dann auf Grund lief. Die Wasserschutzpolizei und die Bundesstelle für Seeunfalluntersuchung ermitteln nun den genauen Hergang. Dort wird der Vorfall als „Schwerer Unfall“ deklariert, der zweithöchsten von fünf Unfallklassen.

Die Bergung des Schiffes hing von der Tide, also von den Wasserbewegungen durch Gezeitenkräfte, ab. „Wir würden jetzt schon gerne losschlagen, aber wir müssen auf den höchsten Wasserstand warten“, sagte der Sprecher am Morgen nach der Havarie. Die Rettungskräfte mussten erst Hochwasser abwarten, bis sie eine erneute Bergung versuchen konnten.

Anzeige
Anzeige

Containerschiff „Mumbai Maersk“ steckt fest: Bergungsversuch fehlgeschlagen

Am Donnerstagmittag stand das Wasser allerdings immer noch nicht hoch genug. Erst in der Nacht zu Freitag gelang die Bergung. Dabei kamen der Hochseeschlepper Union Sovereign mit einem Pfahlzug von 178 Tonnen und das Mehrzweckschiff Neuwerk (113 Tonnen Pfahlzug) zum Einsatz. Der Pfahlzug gibt die Zugkraft an, die ein Schiffsantrieb leisten kann. Gemeint ist dabei die Masse, die von einem Antrieb theoretisch gegen die Erdbeschleunigung angehoben werden könnte. Sprich: Die tatsächliche Masse, die horizontal gezogen werden kann, ist weitaus höher als der angegebene Pfahlzug-Wert.

Unterstützt wurden die beiden Schiffe von sechs kleineren Assistenz-Schleppern. Gemeinsam zogen sie das Containerschiff frei. Derweil war ein Team von Seeleuten an Bord der „Mumbai Maersk“, die auf Einsätze auf havarierten, manövrierunfähigen oder verlassenen Schiffen spezialisiert sind.

In der Nacht zu Freitag gelang das Manöver: Schlepper zogen das havarierte Containerschiff „Mumbai Maersk“ frei. Foto: Havariekommando

„Ever Given“ gehört zu den größten Frachtschiffen der Welt

Der Vorfall weckt sofort Assoziationen an die havarierte „Ever Given“. Das ebenfalls 400 Meter lange Schiff hatte im Frühjahr 2021 den Suezkanal wochenlang blockiert. Die Schiffscrew hatte 60 Meter breite Containerschiff in die Bewegungslosigkeit manövriert. Grund waren unter anderem schlechte Sichtverhältnisse vor der ägyptischen Küste nach einem Sandsturm, schließlich war das Schiff auf Grund gelaufen.

Die Ever Given gehört zur Evergreen-20.000-TEU-Klasse und gehört zu den größten Containerschiffen der Welt. (mit dpa)



Ein Beitrag von:

Anzeige
Anzeige

Top Stellenanzeigen

Projektleiter Umspannwerke (m/w/d)
TenneT

20.09.2026
Bayreuth
Technischer Redakteur (w/m/d) Avionik
Akkodis Germany GmbH

20.09.2026
München
Senior Softwareentwickler C++(w/m/d)
Akkodis Germany GmbH

20.09.2026
München
Bauingenieur / erfahrener Bautechniker für den Streckenbau (w/m/d)
Die Autobahn GmbH des Bundes

20.09.2026
Würzburg
Bauingenieur für die Projektleitung im Streckenbau (w/m/d)
Die Autobahn GmbH des Bundes

20.09.2026
Würzburg
Abteilungsleitung (w/m/d) Bauwerksprüfung
Die Autobahn GmbH des Bundes

20.09.2026
Würzburg
Bauingenieur / erfahrener Bautechniker für den Konstruktiven Ingenieurbau (w/m/d)
Die Autobahn GmbH des Bundes

20.09.2026
Würzburg
Bauingenieur für Streckenplanung (w/m/d)
Die Autobahn GmbH des Bundes

20.09.2026
Würzburg
Bauingenieur für Straßenplanung / Verkehrsplanung (w/m/d)
Die Autobahn GmbH des Bundes

20.09.2026
Würzburg
Bauingenieur für die Projektleitung im Konstruktiven Ingenieurbau (w/m/d)
Die Autobahn GmbH des Bundes

20.09.2026
Würzburg
Senior Expert Maritime Systems Engineering (w/m/d)
HENSOLDT

20.09.2026
Wilhelmshaven, Kiel, Rostock, Hamburg
Systems Engineering (w/m/d)
HENSOLDT

20.09.2026
Rostock
Fachkoordinator:in
Westdeutscher Rundfunk

20.09.2026
Köln
Kundenbetreuer Service Industrie (m/w/d)
Grünbeck AG

20.09.2026
Höchstädt an der Donau
Teamleitung operative Netzführung (w/m/d)
TransnetBW GmbH

20.09.2026
Wendlingen am Neckar
300mm Metrology Expert (all genders)
AIXTRON SE

20.09.2026
Herzogenrath
Qualitätsprüfer (m/w/d)
Horn Hartstoffe GmbH

20.09.2026
Tübingen
Inbetriebnahme- & Applikationstechniker Drive-by-Wire (m/w/d)
Arnold NextG GmbH

20.09.2026
Pfronstetten-Aichelau
Projektleitung Hafenausbau und Hafensanierung (m/w/d)
Stadt Hildesheim Der Oberbürgermeister

20.09.2026
Hildesheim
Bauingenieur (m/w/d) Fachrichtung Tiefbau, Straßenbau oder Siedlungshydrologie
Gebäudemanagement Schleswig-Holstein AöR (GMSH)

21.09.2026
Eutin

Weitere Artikel



Firmenprofile

Anzeige
Anzeige