Minibus von Navya 15.08.2018, 13:01 Uhr

Mainz testet autonom fahrenden Elektrobus im Verkehr

Lust, mal im echten Verkehr in einem autonomen Elektrobus zu fahren? Dann auf nach Mainz. Die Stadt testet einen Monat lang Emma – einen selbstfahrenden Minibus. Der chauffiert bis zu acht Passagiere kostenlos am Rheinufer.

Mainz testet derzeit einen autonom fahrenden Elektrobus, der Fahrgäste entlang der Uferpromenade am Rhein transportiert.

Mainz testet derzeit einen autonom fahrenden Elektrobus, der Fahrgäste entlang der Uferpromenade am Rhein transportiert.

Foto: R+V

Lenkrad, Kupplung, Gas- und Bremspedal: Das alles braucht der Elektrobus nicht, der auf den Namen Emma hört, die Abkürzung für „Elektromobilität Mainz autonom“. Seit dem 7. August verkehrt Emma ohne Fahrer auf einer 800 m langen Strecke am Mainzer Rheinufer hin und her. Die Fahrt ist kostenlos. Allerdings sollten Besucher Geduld mitbringen. Der Andrang ist groß und die 4,75 kurze Emma, angetrieben von einem 15-kW-Motor und einem 30-kWh-Akku, hat nur acht Sitzplätze.

Emma orientiert sich mit Stereo-Kameras, Antennen und LIDAR

Damit Emma nicht mit Autos, Passanten und Fahrradfahrern kollidiert, hat der französische Hersteller Navya Sensortechnik integriert. Die Augen des Busses sind Stereo-Kameras und das sogenannte Light Detection and Ranging (LIDAR). Letzteres ist ein rotierendes Lasermessgerät auf dem Dach, das Laserstrahlen aussendet und anhand der Reflexion Hindernisse erkennt. Zusätzlich hat der Bus Antennen, mit denen er seine Position per Satellitennavigation exakt bestimmt. Sensoren in den Rädern messen zudem Geschwindigkeit und Beschleunigung. Und wenn alle diese Systeme versagen? Dann muss ein geschulter Operator, der auf jeder Fahrt mitfährt, den Not-Aus-Knopf drücken.

Werden die Menschen Emma akzeptieren?

Für die Stadt Mainz ist Emma ein wichtiges Testprojekt. Die Stadt möchte auch in Randgebieten den ÖPNV anbieten, ist sich aber unsicher, ob die Bürger selbstfahrende Busse akzeptieren. Schließlich ist es in der jungen Geschichte des autonomen Fahrens immer wieder zu Unfällen gekommen. Deswegen findet nach jeder Fahrt eine Befragung statt. „Für uns ist es sehr spannend, Erkenntnisse über die Möglichkeiten und Potentiale dieser Technologie aus erster Hand zu bekommen“, sagt Eva Kreienkamp, Geschäftsführerin der Mainzer Mobilität. „Wir begreifen es als Auftakt für weitere Aktivitäten in diesem Bereich.“

Top Stellenangebote

Zur Jobbörse
Die Autobahn GmbH des Bundes-Firmenlogo
Experte (w/m/d) Vertrags- und Nachtragsmanagement Die Autobahn GmbH des Bundes
Fachhochschule Münster-Firmenlogo
Professur für "Antriebssysteme im Maschinenbau" (w/m/d) Fachhochschule Münster
Steinfurt Zum Job 
Pero AG-Firmenlogo
Sales Engineer (m/w/d) Pero AG
Königsbrunn, remote Zum Job 
Firmengruppe Max Bögl-Firmenlogo
Projektleiter (m/w/d) Planung Ingenieurbau Firmengruppe Max Bögl
Sengenthal Zum Job 
EGN Entsorgungsgesellschaft Niederrhein mbH-Firmenlogo
Projektmanager (m/w/d) Anlagenbau / Umwelttechnik EGN Entsorgungsgesellschaft Niederrhein mbH
Viersen Zum Job 
INGENIEURBÜRO ZAMMIT GmbH-Firmenlogo
Senior Projektleiter/-ingenieur TGA (m/w/d) INGENIEURBÜRO ZAMMIT GmbH
Hamburg Wasser-Firmenlogo
Ingenieur Elektrotechnik als Projektleiter EMSR (m/w/d) Hamburg Wasser
Hamburg Zum Job 
Hamburg Wasser-Firmenlogo
Projektleiterin als Ingenieurin Mittel- und Niederspannungstechnik (m/w/d) Hamburg Wasser
Hamburg-Rothenburgsort Zum Job 
Stadtverwaltung Frankenthal-Firmenlogo
Ingenieur / Techniker - Technische Rechnungsprüfung (m/w/d) Stadtverwaltung Frankenthal
Frankenthal (Pfalz) Zum Job 
ETS Efficient Technical Solutions GmbH-Firmenlogo
Technischer Systemplaner / CAD-Konstrukteur TGA (m/w/d) ETS Efficient Technical Solutions GmbH
Wuppertal Zum Job 
ETS Efficient Technical Solutions GmbH-Firmenlogo
Projektleiter (m/w/d) HKLS ETS Efficient Technical Solutions GmbH
Wuppertal Zum Job 
ETS Efficient Technical Solutions GmbH-Firmenlogo
Bauleiter / Obermonteur (m/w/d) HLKS ETS Efficient Technical Solutions GmbH
Wuppertal Zum Job 
Schleifring GmbH-Firmenlogo
Head of Sales für unsere Key Accounts (m/w/d) Schleifring GmbH
Fürstenfeldbruck Zum Job 
AllTerra Deutschland GmbH-Firmenlogo
Support Mitarbeiter Vermessungslösungen / Vermessungstechnik (m/w/d), 80-100 % (Wunstorf bei Hannover, Hamburg, Berlin oder Leipzig) AllTerra Deutschland GmbH
Berlin, Leipzig, Hamburg, Wunstorf bei Hannover Zum Job 
ME MOBIL ELEKTRONIK GMBH-Firmenlogo
Technischer Einkäufer (m/w/d) ME MOBIL ELEKTRONIK GMBH
Langenbrettach Zum Job 
Hamburger Hochbahn AG-Firmenlogo
Bauingenieur als Sachgebietsleiter - Betriebsservice U-Bahn, Bauprojekte (w/m/d) Hamburger Hochbahn AG
Hamburg Zum Job 
Sanofi-Aventis Deutschland GmbH-Firmenlogo
Traineeprogramm für Ingenieure (all genders) - befristet für 24 Monate Sanofi-Aventis Deutschland GmbH
Frankfurt am Main Zum Job 
Bundesanstalt für Immobilienaufgaben-Firmenlogo
Ingenieurin / Ingenieur im Bereich Umwelttechnik oder Geowissenschaftlerin / Geowissenschaftler (w/m/d) Bundesanstalt für Immobilienaufgaben
Berlin, Düsseldorf, Münster, Hannover Zum Job 
TITAN Umreifungstechnik GmbH & Co. KG-Firmenlogo
Mitarbeiter Montage Sondermaschinenbau - Mechanik (m/w/d) TITAN Umreifungstechnik GmbH & Co. KG
Schwelm Zum Job 
Die Autobahn GmbH des Bundes-Firmenlogo
Bauingenieur (w/m/d) für die Bauleitung und Bauüberwachung von Autobahnprojekten Die Autobahn GmbH des Bundes
Würzburg Zum Job 

Emma-Projekt kostet rund 100.000 Euro

Wenn alles gut läuft, könnten Elektrobusse in Mainz bald überall dort zum Einsatz kommen, wo sich klassische Buslinien nicht rentieren. „Strecken, die sich heute nicht wirtschaftlich betreiben lassen, könnten perspektivisch wieder neu erschlossen werden“, erklärt der rheinland-pfälzische Wirtschafts- und Verkehrsminister Volker Wissing. Dafür müsse man neue Technologien testen. „Deshalb unterstützt das Wirtschaftsministerium das Projekt hier am Mainzer Rheinufer. Es liefert wichtige Informationen auch für andere Akteure.“ Die Kosten für das Emma-Projekt liegen bei rund 100.000 Euro.

Und wer sind die anderen Akteure? Zum Beispiel der Projektpartner R+V Versicherung. „Automatisierung und Digitalisierung verändern die Autowelt grundlegend – und mit ihr auch die Kfz-Versicherung“, erklärt Dirk Dallmer, Direktor Kfz-Betrieb bei R+V. Noch sei die Vision vom vollautonomen Fahren für alle Zukunftsmusik. „Aber wir nutzen die Entwicklungsphase, um die Chancen und Risiken der neuen Technologie zu erforschen – auf Basis eigener Daten.“

Für Navya ist es nicht der erste Versuch mit seinem autonom fahrenden Minibus im echten Verkehr. Bereits im Sommer 2016 fuhr im Schweizer Kanton Wallis ein Navya-Bus autonom im Linienverkehr durch die Altstadt von Sitten in der Schweiz. Mehr dazu lesen Sie hier.

Ein Beitrag von:

  • Patrick Schroeder

    Patrick Schroeder arbeitete während seines Studiums der Kommunikationsforschung bei verschiedenen Tageszeitungen. 2012 machte er sich als Journalist selbstständig. Zu seinen Themen gehören Automatisierungstechnik, IT und Industrie 4.0.

Themen im Artikel

Zu unseren Newslettern anmelden

Das Wichtigste immer im Blick: Mit unseren beiden Newslettern verpassen Sie keine News mehr aus der schönen neuen Technikwelt und erhalten Karrieretipps rund um Jobsuche & Bewerbung. Sie begeistert ein Thema mehr als das andere? Dann wählen Sie einfach Ihren kostenfreien Favoriten.