Emove360° Award und Swobee Klimaschutzpreis 07.02.2020, 13:26 Uhr

Konzepte für die E-Mobilität von morgen ausgezeichnet

Für eine gelingende Energie- und Mobilitätswende sind innovative Lösungen gefragt. Dazu zählt auch eine Wandladestation mit Lastmanagement, selbstheilende Software und Vespas im Elektrolook. Wir stellen hier zwei prämierte Projekte vor.

Foto: Ethec

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Velotaxi erhält mit Swobbee Frankfurter Klimaschutzpreis

Im Bereich „Energieversorgung und Mobilität“ hat die Expertenjury des „Ideenwettbewerbs Klimaschutz“ das Unternehmen Velotaxi Frankfurt für ein energieeffizientes und nachhaltiges Mobilitätskonzept mit Swobbee Akku-Wechselstationen als Preisträger ausgewählt. Bei dem Ideenwettbewerb werden Konzepte ausgezeichnet, die nachweislich CO2 in Frankfurt einsparen. Bis 2050 will Frankfurt komplett auf regenerative Energien umstellen. Der Mobilitäts- und Transportdienstleister Velotaxi Frankfurt ist bereits Umweltbotschafter der hessischen Metropole. Nun kann sich der Dienstleister über den Klimaschutzpreis 2020 freuen.

Mit der Integration der smarten Lade- und Wechselinfrastruktur des Berliner Battery-as-a-Service-Providers Swobbee leistet das Unternehmen einen Beitrag zu einer lokal emissionsfreien urbanen Mobilität. Zugleich geben die Swobbee Sharing Points einen Ausblick auf die kommende Energieversorgung von Elektrokleinfahrzeugen wie E-Roller. In Frankfurt wird die erste Station im Frühjahr 2020 errichtet.

Matthias Graf, Geschäftsführer von Velotaxi Frankfurt, freut sich über die Auszeichnung: „Seit 16 Jahren bieten wir in Frankfurt e-mobile Fahrradtaxis. Der Klimaschutz-Preis ist eine tolle Bestätigung unserer Bemühungen und zeigt uns, dass wir auch mit den Swobbee Stationen auf dem richtigen Weg sind. Wir haben bereits damit begonnen, Fahrzeuge aus unserer Flotte mit neuen, austauschbaren GreenPack-Akkus auszurüsten. An den Swobbee Stationen können die leeren Akkus in wenigen Sekunden gegen volle getauscht werden, was die Einsatzzeit unserer Fahrzeuge deutlich erhöht, unseren Fahrerinnen und Fahrern mehr Einnahmen ermöglicht und uns den aufwändigen Betrieb einer Ladeinfrastruktur erspart.“

Emove360° Award für unsere Mobilität der Zukunft

Bereits zum 4. Mal in Folge findet die Emove360° statt, die weltweit größte B2B-Messe für Elektromobilität und Vernetztes & Autonomes Fahren in den Messehallen von München. Auf einer Gesamtfläche von 22.000 m² stellen 300 Aussteller zukunftsorientierte Konzepte und nachhaltige Lösungen der Elektromobilitätsbranche vor. Parallel zum Messegeschehen hat der Veranstalter, die Munichexpo GmbH, vor 3 Jahren den Emove360° Award ins Leben gerufen. Dieses Jahr wurden 23 Finalisten aus 7 Ländern für die Auszeichnung nominiert. Der Preis wurde unter der Schirmherrschaft von Hubert Aiwanger, seines Zeichens Bayerischer Staatsminister für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie, in 6 verschiedenen Kategorien verliehen. Zusätzlich konnten sich Studierende der Eidgenössischen Technischen Hochschule (ETH) Zürich (Schweiz) über einen Sonderpreis für studentische Einreichungen freuen. Mehr über die Gewinner erfahren Sie hier.

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Gewinner des Emove360° Awards 2019 Kategorie
Future Mobility Solutions GmbH, Deutschland) Mobility Concepts & Software
Webasto Thermo & Comfort SE, Deutschland) Charging & Energy
Edag Engineering GmbH, Deutschland Battery & Powertrain
Aurora Labs, Deutschland/Israel

 

Automated Driving & Electronics
Unu GmbH, Deutschland Light Electric Vehicle
Jaguar Land Rover Deutschland GmbH, Deutschland/Großbritannien Electric Passenger Car
Marco Job & Dr. Josef Mayr, ETH Zürich, Schweiz Student-Award

 

Mobility Concepts & Software: Virtual City @FMS

Der Preis der Kategorie Mobility Concepts & Software geht an das Tech-Start-up Future Mobility Solutions GmbH aus Gaimersheim. Die Gründer Harry Wagner und Josef Obermeier entwickeln Mobilitätslösungen für die Zukunft. Darunter befindet sich auch die Simulationsumgebung VirtualCity, die auf Basis realer infrastruktureller Daten in einer dreidimensionalen Umgebung Mobilitätskonzepte realitätsnah darstellen kann. Das ermöglicht die Emulation verschiedener Szenarien und Wechselwirkungen, die auf diese Weise bereits im Vorfeld getestet werden können. Das ist gerade für Städte und Kommunen interessant, die eine intelligente Vernetzung der Infrastruktur anstreben.

Charging & Energy: Webasto Live

Der Gewinner der Kategorie Charging & Energy ist die intelligente Wandladestation Webasto Live des gleichnamigen Automobilzulieferers. Die Entwicklung stellt eine flexible Vernetzung über das Mobilfunknetz her und kann per App gesteuert werden. Über verschiedene Schnittstellen lassen sich die einzelnen Ladestationen miteinander verbinden, um dadurch ein dynamisches Lastmanagement zu ermöglichen. Die Authentifizierung kann dabei über RFID oder Smartphone erfolgen. Außerdem unterstützt Webasto Live Plug & Charge nach ISO 15118. Eine ganzheitliche Lösung, die gerade für Gewerbetreibende und Unternehmen interessant ist.

Battery & Powertrain: Scalebat

In der Kategorie Battery & Powertrain überzeugte das skalierbare Batteriegehäuse Scalebat der Edag Group. Es soll Unternehmen aus der Automobilbranche und Tech-Start-Ups bei der Entwicklung flexibler E-Fahrzeug-Plattformen unterstützen. Eine zusätzliche Besonderheit von Scalebat ist die Strukturintegration verschiedener Batteriesysteme. Hierbei können die jeweiligen Entwickler die Leistungsstufen fest- und auslegen. Um die Effektivität und das Einsparpotenzial besonders im Hinblick auf hohe Stückzahlen zu verbessern, wurden für die Rahmenstruktur des Batteriegehäuses Stahl-Rollformprofile eingesetzt. Als Vorlage für die Entwicklung von Skalebat diente das bereits erfolgreich am Markt etablierte Scalebase, eine skalierbare Bodengruppe für Elektrofahrzeuge.

Automated Driving & Electronics: Self-Healing Software

Ebenfalls unter den Gewinnern befindet sich der Automobil-Softwareentwickler Aurora Labs. Das Unternehmen erhielt den Preis in der Kategorie Automated Driving & Electronics für die Line-of-Code-BehaviorTM-Technologie seiner selbstheilenden Software. Machine Learning und künstliche Intelligenz sollen Fehler im Verhalten und der Funktionalität des Software-Codes künftig selbstständig erkennen und ausbessern können. Dazu wird die Software auf den letzten sicheren und von der Firma selbst zertifizierten Stand zurückgesetzt. Des Weiteren ermöglicht Aurora Labs Automobilherstellern auf diese Weise auch, elektronische Steuergeräte (ECUs) per Fernwartung (Over-the-Air) ohne Ausfallzeiten zu aktualisieren. Dieser Service soll das Benutzererlebnis steigern.

Light Electric Vehicle: Unu Scooter

Den Award in der Kategorie Light Electric Vehicle ging an die Unu GmbH. Das Berliner Start-up entwickelte den E-Scooter für Vespa-Liebhaber: Der Unu 2.0 ist die elektronische Antwort auf die meist mit Benzin oder Diesel betriebenen Mopeds von heute. Das Gehäuse besteht zu 100 % aus Kunststoff. Die 2 integrierten Akkus lassen sich ohne Umstecken nacheinander nutzen. Dank der 2 Akkus kann der Roller eine Reichweite von 50 bis 100 Kilometer zurücklegen. Die Ladezeit der Batterien beträgt in etwa 7 Stunden. Mehr zum vernetzen Unu Scooter, der sich per Smartphone starten lässt.

Electric Passenger Car: Jaguar I-Pace

In der Kategorie Electric Passenger Car belegte der Automobilhersteller Jaguar mit seinem vollelektrischen SUV i-Pace den ersten Platz. Mit einer Reichweite von 470 Kilometern und einer Beschleunigung, die der eines Sportwagens gleicht, bietet der I-Pace einen handelsüblichen Ladeanschluss, der an fast jeder öffentlichen Stromtankstelle zur Verfügung steht. Laut Angaben des Unternehmens, ist der E-SUV geräuscharmer als viele seiner Kontrahenten und soll als Pionier der Elektroautorennszene bestehen. Die Sportfahrzeuge nehmen bereits jetzt an Weltmeisterschaften von E-Fahrzeugen erfolgreich teil. Mehr zum ersten Elektroauto von Jaguar.

Student-Award: Elektrisches Motorrad mit Zweiradantrieb

Der Student-Award ging an die ETH Zürich. Marco Jobs und Josef Mayr nahmen im Namen des Entwicklerteams den Preis für ein Motorrad entgegen, das per Zweiradantrieb betrieben wird. Mit rund 300 Kilogramm erscheint das Elektromotorrad recht schwer, doch das soll sich bei künftigen Modellen noch ändern. Das eigentlich Besondere an dem Fahrzeug ist allerdings die Motorentechnik. Mit einem zweiten Motor, der sich am Vorderrad befindet, wird die Bremsenergie eingefangen und schließlich mittels Rückspeisung in die Batterie zurückgeführt. Außerdem wird dieser Motor als zusätzlicher Antrieb genutzt.

Ein Beitrag von:

  • Sarah Janczura

    Sarah Janczura schreibt zu den Themen Technik, Forschung und Karriere. Nach einem Volontariat mit dem Schwerpunkt Social Media war sie als Online-Redakteurin in einer Digitalagentur unterwegs. Aktuell arbeitet sie als Pressesprecherin beim VDI e.V.

  • Silvia Hühn

    Silvia Hühn ist freie Redakteurin mit technischem Fokus. Sie schreibt unter anderem über die Rekorde dieser Welt und verfasst Ratgeber.

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