Mit 600 Sachen magnetisch schweben 21.04.2015, 13:55 Uhr

Japanische Maglev-Bahn stellt neuen Weltrekord auf

Die japansche Eisenbahngesellschaft JR Central hat mal wieder gezeigt, was möglich ist. Die Magnetschwebebahn Maglev hat auf einer Teststrecke eine Spitzengeschwindigkeit von 603 Stundenkilometern erreicht. Bereits in zwölf Jahren soll eine kommerziell genutzte Trasse zwischen Tokio und Nagoya in Betrieb genommen werden. Dann rücken die mehr als 350 Kilometer voneinander entfernten Städte zumindest gefühlt eng aneinander. 

Auf einer Testfahrt hat der Maglev seinen eigenen Rekord noch einmal getoppt und die 600-km/h-Marke geknackt. 

Auf einer Testfahrt hat der Maglev seinen eigenen Rekord noch einmal getoppt und die 600-km/h-Marke geknackt. 

Foto: JR CENTRAL/dpa

So schnell war bislang keine andere Bodenverbindung zwischen zwei Orten: Auf einer Teststrecke nahe Tokio hat der Transrapid-Konkurrent Maglev eine Höchstgeschwindigkeit von 603 Stundenkilometern erreicht. In zwölf Jahren soll die Magnetschwebebahn die Distanz zwischen der japanischen Hauptstadt und der Industriestadt Nagoya in nur 40 Minuten zurücklegen. Das entspricht weniger als der Hälfte der Zeit, die der Hochgeschwindigkeitszug Shinkansen momentan für die 351 Kilometer benötigt.

Mit dem neuen Rekord hat sich Maglev (die Abkürzung steht für magnetic levitation – magnetisches Schweben) nur selbst übertroffen. Bereits im vergangenen Jahr konnte der Hightech-Zug die 500-k/mh-Marke knacken. Im Passagierbetrieb soll Maglev ab dem Jahr 2027 aber ohnehin nicht schneller unterwegs sein als dieses Limit, wohl auch aus Sicherheitsgründen.

94 Milliarden Euro für den Streckenbau

Hochgeschwindigkeitszüge gelten schon seit Jahrzehnten als Japans Prestige-Projekte. So düsen verschiedene Versionen des Shinkansen bereits seit 50 Jahren durchs Land. Diese Aufgabe soll Maglev irgendwann vollständig übernehmen. Doch das wird kostspielig.

Da die Strecke zwischen Tokio und Nagoya äußerst unwegsam ist, müssen außergewöhnliche Wege gewählt werden: Mehr als zwei Drittel der im Bau befindlichen Strecke werden unterirdisch verlaufen, zum Teil bis zu 40 Meter tief. Tunnel müssen erst gegraben werden. Allein für den ersten Streckenabschnitt wird die japansche Eisenbahngesellschaft JR Central über 40 Milliarden Euro investieren, die gesamte Verbindung Tokio – Nagoya wird voraussichtlich knapp 100 Milliarden verschlingen.

Top Stellenangebote

Zur Jobbörse
Boyd Weiler GmbH & Co. KG-Firmenlogo
CAD-Konstrukteur (m/w/d) Boyd Weiler GmbH & Co. KG
Weiler-Simmerberg Zum Job 
TransnetBW GmbH-Firmenlogo
Senior Ingenieur Systemintegration und KI-basierte Performancebewertung (w/m/d) TransnetBW GmbH
Stuttgart Zum Job 
TransnetBW GmbH-Firmenlogo
Ingenieur Systemführung Operative Betriebsplanung (w/m/d) TransnetBW GmbH
Stuttgart Zum Job 
Allbau Managementgesellschaft mbH-Firmenlogo
Bauprojektleiter (m/w/d) Allbau Managementgesellschaft mbH
DFS Deutsche Flugsicherung GmbH-Firmenlogo
Ingenieur* im Anforderungsmanagement DFS Deutsche Flugsicherung GmbH
Stadt Weinheim-Firmenlogo
Ingenieur*in (w/m/d) im Bereich Landschaftsarchitektur, Landschafts- oder Freiraumplanung für die Gestaltung städtischer Außen- und Freianlagen Stadt Weinheim
Weinheim Zum Job 
Stadt Norderstedt-Firmenlogo
Ingenieur/in / Technische/r Mitarbeiter/in (w/m/d) Bereich Verkehrswesen Stadt Norderstedt
Norderstedt Zum Job 
WipflerPLAN Planungsgesellschaft-Firmenlogo
Bauingenieur / Bautechniker Kommunaler Tiefbau (m/w/d) WipflerPLAN Planungsgesellschaft
Donauwörth, Nördlingen, Pfaffenhofen an der Ilm, Lauf an der Pegnitz Zum Job 
Albert-Ludwigs-Universität Freiburg-Firmenlogo
Leitung des Rechenzentrums der Universität Freiburg (m/w/d) Albert-Ludwigs-Universität Freiburg
Freiburg Zum Job 
VINCORION Advanced Systems GmbH-Firmenlogo
Information Security Manager (all genders) VINCORION Advanced Systems GmbH
Hochschule Düsseldorf University of Applied Sciences-Firmenlogo
Professur "Wirtschaftsinformatik und Datenbanken mit dem Schwerpunkt IT-Venture-Design, Digital Enterprise und innovativer Lehre in Makerspace-Settings (W2)" Hochschule Düsseldorf University of Applied Sciences
Düsseldorf Zum Job 
Mehrer Compression GmbH-Firmenlogo
Senior-Ingenieur Auftragsengineering (m/w/d) Mehrer Compression GmbH
Balingen Zum Job 
Die Autobahn GmbH des Bundes-Firmenlogo
BIM-Manager (w/m/d) Außenstelle Hamm Die Autobahn GmbH des Bundes
Hamm, Münster Zum Job 
Die Autobahn GmbH des Bundes-Firmenlogo
BIM-Manager (w/m/d) Außenstelle Dillenburg Die Autobahn GmbH des Bundes
Dillenburg Zum Job 
Die Autobahn GmbH des Bundes-Firmenlogo
BIM-Manager (w/m/d) Niederlassung Westfalen Die Autobahn GmbH des Bundes
Hamm, Münster, Gelsenkirchen Zum Job 
Die Autobahn GmbH des Bundes-Firmenlogo
BIM-Manager (w/m/d) Außenstelle Netphen Die Autobahn GmbH des Bundes
Netphen Zum Job 
Die Autobahn GmbH des Bundes-Firmenlogo
BIM-Manager (w/m/d) Außenstelle Bochum Die Autobahn GmbH des Bundes
Die Autobahn GmbH des Bundes-Firmenlogo
BIM-Manager (w/m/d) Außenstelle Osnabrück Die Autobahn GmbH des Bundes
Osnabrück Zum Job 
Die Autobahn GmbH des Bundes-Firmenlogo
BIM-Manager (w/m/d) Außenstelle Hagen Die Autobahn GmbH des Bundes
SCHEIDL-Firmenlogo
Bauleiter (m/w/d) im Bereich schlüsselfertigen Wohnungsbau SCHEIDL
Moosburg/Landshut Zum Job 

Erst im vergangenen Sommer hatte Japans Regierung grünes Licht für den Streckenbau gegeben. Ist dieses Mammutprojekt in zwölf Jahren fertig, stehen noch größere Pläne an. Langfristig soll die sieben Wagen führende Bahn auch Tokio mit der Millionenstadt Osaka verbinden. Ab dem Jahr 2045 könnte der Maglev dann ganz Japan in Ost-West-Richtung durchqueren.

Maglev-Technik auch innerstädtisch einsetzbar

Bei Magnetschwebebahnen sorgen gegensätzlich gepolte Magnetfelder an Zug und Fahrweg dafür, dass die Waggons schweben – etwa zehn Zentimeter über dem Boden. Fährt der japanische Maglev langsamer als 150 Stundenkilometer, benötigt er noch kleine Hilfsräder. Erst jenseits dieser Marke schwebt der Zug komplett. Der Transrapid erlaubt hingegen vollständiges Magnetschweben auch bei niedriger Geschwindigkeit.

Japans Magnetschwebezug Maglev soll in zwölf Jahren die 350 Kilometer Distanz zwischen der japanischen Hauptstadt und der Industriestadt Nagoya in nur 40 Minuten zurücklegen. 

Japans Magnetschwebezug Maglev soll in zwölf Jahren die 350 Kilometer Distanz zwischen der japanischen Hauptstadt und der Industriestadt Nagoya in nur 40 Minuten zurücklegen.

Quelle: Kimimasa Mayama/dpa

Dass sich die Maglev-Technik nicht nur für weite Distanzen eignet, zeigt das Beispiel China. Die Großstädte Shenzhen und Changsha wollen Magnetschwebebahnen im öffentlichen Personennahverkehr etablieren. Mit Spitzengeschwindigkeiten von immerhin 120 Stundenkilometern wären die Züge deutlich schneller als herkömmliche S- und U-Bahnen. Und außerdem viel leiser.

 

Ein Beitrag von:

  • Jan-Martin Altgeld

    Ehemals freier Journalist. Tätigkeiten im Online & Hörfunk. Für ingenieur.de Artikel zu Umwelt- und Verkehrsthemen.

Themen im Artikel

Zu unseren Newslettern anmelden

Das Wichtigste immer im Blick: Mit unseren beiden Newslettern verpassen Sie keine News mehr aus der schönen neuen Technikwelt und erhalten Karrieretipps rund um Jobsuche & Bewerbung. Sie begeistert ein Thema mehr als das andere? Dann wählen Sie einfach Ihren kostenfreien Favoriten.