Projekt Titan 22.12.2020, 14:30 Uhr

Insider gibt Informationen preis: Apple Car soll ab 2024 in Produktion gehen

Seit 2014 sickern immer mal wieder aus dem Umfeld von Apple Informationen zum Bau eines Autos durch. Jetzt gibt es neue, spannende Insider-Informationen.

Auto mit Lidar-Sensoren

Lidar-Sensoren bilden die Basis für autonomes Fahren. Sie sollen auch beim Apple Car zum Einsatz kommen.

Foto: panthermedia.net/giggswalk

„Projekt Titan“ nennt der iPhone-Hersteller seine Planungen, ein eigenes Auto zu designen und zu produzieren. Gestartet ist das Projekt bereits im Jahr 2014. Ursprünglich wollte Apple wohl nur geeignete Software entwickeln. Doch dann entstanden weitere Ideen, so dass der Konzern seine Ziele neu formulierte: Man wolle ein persönliches Fahrzeug für den Massenmarkt bauen, verrieten zwei Mitarbeiter, die an dem Projekt arbeiten. Ganz im Gegensatz zu den ursprünglichen Wettbewerbern wie Waymo von Alphabet Inc., die sich auf sogenannte Robo-Taxis konzentriert haben, die Passagiere fahrerlos befördern und eher als Fahrdienst funktionieren sollen.

Apple konzentrierte sich im Rahmen des Projekts Titan vor allem auf ein neues Batteriedesign. Die damit verbundenen Ziele: die Kosten möglichst zu senken und die Reichweite optimal zu erhöhen. Diese Informationen stammen laut der Nachrichtenagentur Reuters von einer weiteren Person, die das Batteriedesign von Apple gesehen habe.

Neuartige Batterie soll mehr Reichweite ermöglichen

Apple soll bei der Batterie ein sogenanntes „Monocell“-Design planen. Es sehe vor, die einzelnen Zellen in der Batterie so aufzubauen, dass so wenig „Verpackungsmaterial“ wie möglich benötigt wird. Apple setze darauf, möglichst viel aktives Material in die Batterie einzubauen und auf überflüssiges Material weitgehend zu verzichten. Beutel oder anderes Material, das eben wie eine Verpackung oder Hülle fungiere, nehme nur unnötig Platz weg. Auf diese Art und Weise wolle man mehr Reichweite erzielen bei gleicher Größe der Batterie.

Wasserstoff wird zur Pufferbatterie

Darüber hinaus forsche Apple auch an einer speziellen Chemikalie: Lithiumeisenphosphat könne möglicherweise dafür sorgen, dass die Batterie weniger heiß werde und damit nicht überhitzen könne. Das mache sie vermutlich sicherer als andere Arten von Lithium-Ionen-Batterien. Ein Insider, der an der Entwicklung der Batterietechnologie von Apple mitarbeitet, soll sich Reuters gegenüber wie folgt dazu geäußert haben: „Es ist das nächste Level. Wie beim ersten Mal, als du das iPhone gesehen hast.“

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Unklar bleibt, was Apple genau entwickeln wird: Software, Sensoren oder ein eigenes autonomes Auto

Das Unternehmen habe bereits Partner gewonnen, die wie klassische Zulieferer einige Elemente beisteuern sollen. Beispiel: Lidar-Sensoren. Sie ermöglichen eine dreidimensionale Sicht auf die Straße – die Basis für selbstfahrende Autos. Informationen zur Folge könnten im Apple Car sogar mehrere dieser Sensoren eingesetzt werden. Sie sollen unterschiedliche Entfernungen scannen. Die Vermutung liegt nahe, dass einige der Sensoren von Apples selbst entwickelten Lidar-Einheiten abgeleitet werden. Schließlich sind im iPhone 12 Pro und den aktuellen iPad Pro-Modellen, die in diesem Jahr neu auf den Markt gekommen sind, solche Lidar-Sensoren bereits integriert. Nach Recherchen von der Nachrichtenagentur Reuters habe Apple Gespräche mit potenziellen Lieferanten dieser Sensoren geführt, zugleich prüfe man aber auch die Möglichkeit, einen eigenen Sensor herzustellen.

Anfang Dezember hatte Apple bekanntgegeben, dass der Chef für Künstliche Intelligenz im Unternehmen nun auch die Leitung des Projekts Titan übernehmen werde. Daraus entstand die Schlussfolgerung, die Entwicklung eines autonomen Fahrzeugs gehöre wohl zu den erklärten Zielen.

Experten bezweifeln, dass Apple eine eigene Autoproduktion auf die Beine stellen wird

Apple-Investoren haben auf die jüngsten Informationen eher zurückhaltend reagiert. Trip Miller, geschäftsführender Gesellschafter des Apple-Investors Gullane Capital Partners, gibt zu bedenken, dass die Produktion von Autos in großer Anzahl durchaus eine Herausforderung darstellt: „Wenn Apple ein fortschrittliches Betriebssystem oder eine Batterietechnologie entwickelt, scheint es mir sinnvoll, dies in Form einer Partnerschaft mit einem bestehenden Hersteller zu realisieren. Wie wir bei Tesla und den alteingesessenen Automobilherstellern sehen, lässt sich ein komplexes globales Fertigungsnetzwerk nicht über Nacht aufbauen.“ Tesla brauchte als Start-up rund 17 Jahre, bis die Fahrzeugproduktion profitabel wurde und das Unternehmen Gewinn erwirtschaften konnte.

Die ersten Tests, Zulieferer und klassische Produzenten wie Mercedes oder BMW mit ins Boot zu holen, scheiterten, weil diese aufgrund von Datenschutz-Bedenken ablehnten. Aktuell fragt sich die Branche, wer Apples Softwarelösung kaufen soll, da Autokonzerne weitgehend an eigenen Lösungen arbeiten. Die Aktien von Apple stiegen nach diesen aktuellen Nachrichten von 101,28 Euro auf zeitweise über 107 Euro, während die Tesla-Aktien negativ reagierten und um vorübergehend 6,5% fielen.

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Ein Beitrag von:

  • Nina Draese

    Nina Draese hat Geschichte und Kunstgeschichte (M.A.) studiert. Unter anderem hat sie für die dpa gearbeitet, die Presseabteilung von BMW, für die Autozeitung und den MAV-Verlag. Sie ist selbstständige Journalistin und gehört zum Team von Content Qualitäten. Ihre Themen: Automobil, Energie, Klima, KI, Technik, Umwelt.

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