Fast aus China 09.09.2015, 15:02 Uhr

Fahrradlampe setzt beim Sturz einen Notruf ab

Stürzt der Fahrradfahrer, alarmiert die Fahrradlampe Fast eine Kontaktperson. Möglich machen das Sensoren und Schnittstellen, die auch in Smartphones und Fotokameras zum Einsatz kommen. Hinter der Entwicklung stecken fünf junge Chinesen. 

Die Entwickler – drei Ingenieure, ein Industriedesigner sowie eine Marketingmanagerin – sind angetreten, um für verhältnismäßig wenig Geld stinknormalen Fahrrädern ähnliche Features zu verpassen, über die sonst in erster Linie teure Smart-E-Bikes verfügen. Eines dieser Features ist die Notruffunktion: Mithilfe eines Bewegungssensors und speziellen Algorithmen erkennt Fast, wenn der Radfahrer stürzt.

Über Bluetooth beauftragt die Lampe dann das Smartphone des Besitzers, eine Benachrichtigung an eine zuvor bestimmte Person zu senden, inklusive GPS-Daten. Im Falle einer Verletzung oder gar Ohnmacht könnte diese Funktion lebensrettend sein.

Beleuchtung schaltet sich bei Dämmerung automatisch ein

Wenn die Tage kürzer werden, bemerken Radfahrer beim Tritt in die Pedale oft nicht, wenn es eigentlich Zeit wäre, die Beleuchtung einzuschalten. Wird bei Fast die sogenannte ISO-Auto-Funktion aktiviert, erkennen Fotosensoren in der Lampe, wenn die Dämmerung einsetzt – das Licht geht an.

Die Fahrradlampe registriert mit Sensoren einen Sturz und veranlasst das Smartphone des Besitzers, eine Notrufnachricht zu verschicken. 

Die Fahrradlampe registriert mit Sensoren einen Sturz und veranlasst das Smartphone des Besitzers, eine Notrufnachricht zu verschicken.

Quelle: Fasteam

Über die dazugehörige App kann der Nutzer die Lampe auch mit dem Wecker seines Smartphones koppeln. Dann gibt’s zum Aufwachen nicht nur das Klingeln aus dem Handy, sondern obendrein noch Licht nach individuellem Gusto. Den Herstellern zufolge können die eingebauten LEDs nach Belieben programmiert werden – dann leuchten sie weiß, rot, bunt und in verschiedensten Mustern. Die Entwickler aus Shenzen versprechen 16 Millionen Farbnuancen.

Bei Fahrrad-Diebstahl wird der Besitzer informiert

Die Rücklampe, die derzeit auf der Crowdfundingplattform Kickstarter beworben wird, soll auch versuchten Diebstahl erkennen können. Machen sich Langfinger an dem abgestellten Rad zu schaffen, reagieren Vibrationssensoren in der Lampe und alarmieren den Besitzer via Push-Nachricht. Ein anhaltendes Alarmgeräusch sowie ein Blinksignal sollen die Diebe abschrecken.

Fast ist gleichzeitig Alarmanlage: Macht sich ein Dieb am Fahrrad zu schaffen, erhält der Besitzer eine Nachricht. 

Fast ist gleichzeitig Alarmanlage: Macht sich ein Dieb am Fahrrad zu schaffen, erhält der Besitzer eine Nachricht.

Quelle: Fasteam

Damit das Ganze funktioniert, muss der Besitzer der Leuchte zuvor die Überwachungsfunktion aktiviert haben – mithilfe der dazugehörigen Smartphone-App. Fraglich ist, ob die Diebstahl-Meldung stets verlässlich dort ankommt, wo sie hin soll. Die Benachrichtigung wird via Bluetooth übermittelt. Da diese Schnittstelle bekanntermaßen nur kurze Distanzen überbrücken kann, darf der Besitzer sich wohl nur wenige Meter entfernt aufhalten. Über einen GPS-Sender verfügt Fast offenbar nicht.

Lassen sich Diebe von dem Getöne und Geblinke so gar nicht beeindrucken, kann das gemopste Rad auch leider nicht mit einer Trackingfunktion verfolgt werden. Einen ähnlichen Ansatz – allerdings mit eingebautem GPS-Modul – verfolgt ein französisches Start-up mit einer smarten Fahrradpedale.

Auf dem Handy der Kontaktperson erscheint die Nachricht vom Sturz. GPS-Daten vom Unfallort kommen gleich mit. 

Auf dem Handy der Kontaktperson erscheint die Nachricht vom Sturz. GPS-Daten vom Unfallort kommen gleich mit.

Quelle: Fasteam

Für ihre Kickstarter-Unterstützer bieten die Hersteller die Lampe für 19 $ an. Bislang sind über die Plattform 13.740 $ zusammengekommen. Für das Finanzierungsziel von 20.000 $ hat das Team noch einen knappen Monat Zeit.

 

  • Jan-Martin Altgeld

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