Flügelschlag statt Propeller 23.03.2026, 19:37 Uhr

Diese Drohne fliegt wie ein Vogel, ganz ohne klassischen Motor

Forschende der Rutgers University entwickeln eine Drohne mit Flügelschlag. Statt Motoren und Getrieben bewegt hier das Material selbst die Flügel.

Professor Onur Bilgen (Mitte) arbeitet gemeinsam mit Ingenieurstudenten der Rutgers University an Prototypen eines vogelähnlichen Roboters

Professor Onur Bilgen (Mitte) arbeitet gemeinsam mit Ingenieurstudenten der Rutgers University an Prototypen eines vogelähnlichen Roboters, der durch spannungsgesteuerte intelligente Materialien angetrieben wird. (Von links) Die Doktoranden Ayhan Ozel, Dario Gosevski, Bezawit Gebre und Batuhan Yildirim präsentieren Modelle, die für Windkanaltests vorgesehen sind.

Foto: Bilgen Lab

Drohnen fliegen heute fast immer nach demselben Prinzip. Kleine Elektromotoren treiben Propeller an und erzeugen so den nötigen Schub. Das ist effizient, gut beherrschbar und seit Jahren Stand der Technik. Forschende der Rutgers University gehen nun einen anderen Weg. Sie arbeiten an einer Drohne, die ihre Flügel wie ein Vogel schlägt – und dabei ohne klassische Motoren, Getriebe und Gelenke auskommen soll.

Im Kern geht es um einen Ornithopter, also um ein Fluggerät mit schlagenden Flügeln. Solche Konzepte gibt es schon länger. Neu ist hier die Art des Antriebs. Die Energie kommt weiterhin aus einer elektrischen Quelle. Anders als bei herkömmlichen Drohnen entsteht die Bewegung aber nicht über Elektromotoren, sondern direkt über piezoelektrische Aktoren in der Flügelstruktur.

Wenn das Material den Flügel bewegt

Piezoelektrische Materialien verändern ihre Form, sobald Spannung angelegt wird. Genau diesen Effekt nutzt das Rutgers-Team. Die Flügel bestehen aus einem Verbund aus Kohlefaser und piezoelektrischen Schichten. Wird Spannung angelegt, biegt und verdreht sich die Struktur. Die Bewegung entsteht also direkt dort, wo sie gebraucht wird: im Flügel selbst.

Onur Bilgen beschreibt das Prinzip so: „Wir legen an die piezoelektrischen Materialien Spannung an, und diese bewegen die Oberfläche direkt, ohne zusätzliche Gelenke, Verbindungen oder Motoren.“ In einem weiteren Statement erklärt er den Aufbau des Systems: „Der Flügel ist ein Verbundwerkstoff, der eine Schicht aus piezoelektrischem Material und eine Schicht aus Kohlefaser umfasst. Legt man Spannung an die piezoelektrische Schicht an, biegt sich der gesamte Verbundwerkstoff.“

Top Stellenangebote

Zur Jobbörse
STEULER-KCH GmbH-Firmenlogo
Bauleiter im Projektbereich (m/w/d) Region Bayern / Süddeutschland - Surface Protection Linings STEULER-KCH GmbH
Region Bayern / Süsseutschland Zum Job 
City 1 Group GmbH-Firmenlogo
Bauleiter im schlüsselfertigen Wohnungsbau (m/w/d) City 1 Group GmbH
Neu-Isenburg Zum Job 
TenneT TSO GmbH-Firmenlogo
Projektleiter Hoch- und Tiefbau Umspannwerke (m/w/d) TenneT TSO GmbH
Bayreuth, Ingolstadt, Schweinfurt Zum Job 
TITAN Umreifungstechnik GmbH & Co. KG-Firmenlogo
Mitarbeiter Montage Sondermaschinenbau - Mechanik (m/w/d) TITAN Umreifungstechnik GmbH & Co. KG
Schwelm Zum Job 
ELAC SONAR GmbH-Firmenlogo
Systems Engineer - Proposals (m/w/d) ELAC SONAR GmbH
IGS Ingenieure GmbH & Co. KG-Firmenlogo
Projektmitarbeiter:in (m/w/d) im Bau- und Vertragsmanagement IGS Ingenieure GmbH & Co. KG
Duisburg, Hamburg, München, Stuttgart, Weimar⁠⁠⁠⁠⁠⁠ Zum Job 
IGS Ingenieure GmbH & Co. KG-Firmenlogo
Bauüberwachung / Bauoberleitung (m/w/d) im Konstruktiven Ingenieurbau und Straßenbau IGS Ingenieure GmbH & Co. KG
Hochheim/Main, München, Stuttgart⁠⁠⁠⁠⁠⁠. Zum Job 
TenneT-Firmenlogo
ERP-Experte / SAP Super User mit Schwerpunkt Umspannwerke (m/w/d) TenneT
Bayreuth Zum Job 
Gebäudemanagement Schleswig-Holstein AöR (GMSH)-Firmenlogo
Bauingenieur (m/w/d) Fachrichtung Tiefbau, Straßenbau oder Siedlungshydrologie Gebäudemanagement Schleswig-Holstein AöR (GMSH)
Sprint Sanierung GmbH-Firmenlogo
Bauingenieur / Betriebswirt / Bautechniker / Handwerksmeister als Niederlassungsleiter (m/w/d) Sprint Sanierung GmbH
Berlin-Ahrensfelde Zum Job 
nora systems GmbH-Firmenlogo
LEAN Manager (m/w/d) nora systems GmbH
Weinheim Zum Job 
Werner Sobek AG-Firmenlogo
Bauingenieur Brückenbau (m/w/d) Werner Sobek AG
Die Autobahn GmbH des Bundes-Firmenlogo
Architekt / Bauingenieur (w/m/d) im Bereich Hochbau Instandhaltung Die Autobahn GmbH des Bundes
BG ETEM-Firmenlogo
Dozent/-in (m/w/d) für die Bildungsstätte in Bad Münstereifel BG ETEM
Bad Münstereifel Zum Job 
Verkehrsbetriebe Karlsruhe GmbH-Firmenlogo
Abteilungsleiter*in Flottenmanagement / ECM3 (Head of Fleet Management / ECM3) Verkehrsbetriebe Karlsruhe GmbH
Karlsruhe Zum Job 
GVE Grundstücksverwaltung Stadt Essen GmbH-Firmenlogo
Projektleiter (m/w/d) Sportstätten GVE Grundstücksverwaltung Stadt Essen GmbH
VESTOLIT GmbH-Firmenlogo
PLS Programmierer (m/w/d) VESTOLIT GmbH
VESTOLIT GmbH-Firmenlogo
EMSR Techniker (m/w/d) VESTOLIT GmbH
Bundesamt für das Personalmanagement der Bundeswehr-Firmenlogo
Ingenieurin / Ingenieur mit Master in Informatik / Elektrotechnik - Beamten- Ausbildung (m/w/d) Bundesamt für das Personalmanagement der Bundeswehr
deutschlandweit Zum Job 
Bundesamt für das Personalmanagement der Bundeswehr-Firmenlogo
Offizierin / Offizier Anwärter/in - Führungskraft Oberfähnrichmodell mit Bachelor (Master) (m/w/d) Bundesamt für das Personalmanagement der Bundeswehr
deutschlandweit Zum Job 

Zum Einsatz kommen dabei sogenannte Macro Fiber Composites, kurz MFCs. Das sind dünne piezobasierte Aktoren, die direkt auf flexible Flügelstrukturen geklebt werden. Fließt Strom, verformen sie sich. Dadurch entsteht nicht nur der Flügelschlag selbst. Auch die Stellung des Flügels zur anströmenden Luft verändert sich fortlaufend.

In dieser computergenerierten Flugsequenz schlagen die Flügel des Ornithopters ohne Getriebe oder Motoren – angetrieben werden sie stattdessen von dünnen piezoelektrischen Aktuatoren, die die gesamte Struktur in Schwingung versetzen. Foto: Bilgen Lab

Weniger Mechanik, andere Möglichkeiten

Der Ansatz ist vor allem deshalb interessant, weil er die Mechanik vereinfacht. Viele bisherige Vogeldrohnen arbeiten mit kleinen Motoren, Getrieben und Hebeln. Das funktioniert, bringt aber zusätzliche Masse, Reibung und Verschleiß mit sich. Rutgers will genau das vermeiden und den Flügel selbst zum aktiven Bauteil machen.

Das könnte bei kleinen Flugrobotern Vorteile bringen. Flexible Flügel reagieren bei Kontakt mit der Umgebung anders als starre Propeller. Sie geben eher nach, statt hart zu kollidieren. Das kann bei Flügen in engen Räumen oder in der Nähe von Menschen ein Vorteil sein. Bilgen sagt dazu: „Wenn flatternde Flügel mit der Umgebung in Kontakt kommen, sind sie weniger schädlich für sich selbst und für das, womit sie in Kontakt kommen.“

Die Forschenden nennen als mögliche Einsatzfelder Such- und Rettungsmissionen, Umweltüberwachung, Inspektionen an schwer zugänglichen Orten oder Flüge in dichter Bebauung. Ob daraus tatsächlich alltagstaugliche Systeme werden, ist offen. Denkbar wäre der Einsatz vor allem dort, wo klassische Drohnen schnell an Grenzen stoßen – etwa in engen Räumen, nahe an Hindernissen oder bei heiklen Inspektionen.

Der eigentliche Fortschritt steckt im Modell

Entscheidend ist vor allem das Modell hinter dem Konzept. Das Team verknüpft darin Aerodynamik, Struktur, elektrische Anregung und Flugbewegung. Bei einem Ornithopter lässt sich das kaum trennen, weil jede Bewegung des Flügels sofort die Strömung verändert – und damit auch die Belastung der Struktur.

Für die Entwicklung ist das ein echter Vorteil. Neue Entwürfe lassen sich zunächst virtuell prüfen und anpassen, bevor Prototypen gebaut werden. Das spart Aufwand und hilft, Sackgassen früher zu erkennen. Bilgen formuliert den Stand dennoch vorsichtig: „Wir haben wissenschaftlich nachgewiesen, dass diese Art von Ornithopter möglich ist, wenn wir bestimmte Materialannahmen treffen.“ Und weiter: „Wir können die Machbarkeit von Konstruktionen aufzeigen, die physikalisch noch nicht realisierbar sind.“

Von einem einsatzreifen Fluggerät ist das Konzept noch entfernt. Bislang zeigt die Arbeit vor allem, dass sich ein solcher Ornithopter unter bestimmten Annahmen technisch modellieren und berechnen lässt.

Hier geht es zur Originalpublikation

Ein Beitrag von:

  • Dominik Hochwarth

    Redakteur beim VDI Verlag. Nach dem Studium absolvierte er eine Ausbildung zum Online-Redakteur, es folgten ein Volontariat und jeweils 10 Jahre als Webtexter für eine Internetagentur und einen Onlineshop. Seit September 2022 schreibt er für ingenieur.de.

Themen im Artikel

Zu unseren Newslettern anmelden

Das Wichtigste immer im Blick: Mit unseren beiden Newslettern verpassen Sie keine News mehr aus der schönen neuen Technikwelt und erhalten Karrieretipps rund um Jobsuche & Bewerbung. Sie begeistert ein Thema mehr als das andere? Dann wählen Sie einfach Ihren kostenfreien Favoriten.