Die größten Bahnhöfe der Welt: Einer schafft 2,7 Millionen Reisende am Tag
08. November 2026

44 Bahnsteige in New York, täglich Millionen Reisende in Tokio und riesige Bahnhofshallen in Deutschland: Die größten Bahnhöfe der Welt erreichen beeindruckende Dimensionen. Doch welcher Bahnhof ist tatsächlich der größte? Das hängt davon ab, was man misst.
In New York steht der Bahnhof mit den meisten Bahnsteigen. In Tokio liegt die meistfrequentierte Station der Welt. Und auch Deutschland hat einige Rekordhalter zu bieten. Wir stellen neun außergewöhnliche Bahnhöfe vor – von riesigen Kopfbahnhöfen bis zu Verkehrsknoten, die sich über mehrere Etagen erstrecken.
Inhaltsverzeichnis
Welcher ist der größte Bahnhof der Welt?
Eine eindeutige Antwort gibt es nicht. Nach der Zahl der Bahnsteige liegt das Grand Central Terminal in New York vorn. Bei den Fahrgastzahlen führt Shinjuku in Tokio.
Auch die Grundfläche lässt sich nicht ohne Weiteres vergleichen. Bei manchen Bahnhöfen zählt nur das Empfangsgebäude, bei anderen werden Gleisanlagen und weitere Einrichtungen einbezogen.
Die neun folgenden Bahnhöfe gehören zu den bekanntesten Großbahnhöfen der Welt. Eine Rangliste nach einem einzigen Größenmerkmal ist die Auswahl deshalb nicht.
1. Grand Central Terminal: 44 Bahnsteige unter New York
Wer die Haupthalle des Grand Central Terminal betritt, sieht zunächst keine Gleise. Stattdessen fällt der Blick auf eine riesige Gewölbedecke, breite Treppen und die berühmte Uhr über der zentralen Information. Die eigentlichen Dimensionen des Bahnhofs verbergen sich darunter.

Das 1913 eröffnete Grand Central Terminal besitzt 44 Bahnsteige auf zwei unterirdischen Ebenen. Damit hält es laut Guinness World Records den Weltrekord für die meisten Bahnsteige eines Bahnhofs. Und New York hat noch tiefer gegraben. Seit Januar 2023 ist Grand Central Madison in Betrieb. Die neue Station liegt weit unter dem historischen Terminal. Dort stehen der Long Island Rail Road acht zusätzliche Gleise an vier Bahnsteigen zur Verfügung.
Für die Erweiterung mussten Tunnel und eine neue Bahnhofsanlage unter dem dicht bebauten Manhattan entstehen. Lange Rolltreppen und Aufzüge verbinden die Ebenen miteinander. Der neue Bahnhofsteil zeigt, wie sich die Kapazität eines großen Eisenbahnknotens erweitern lässt, ohne oberirdisch eine zusätzliche Bahnhofshalle zu bauen.
2. Shinjuku: 2,7 Millionen Fahrgastbewegungen am Tag
Morgens zur Hauptverkehrszeit wird es am Bahnhof Shinjuku in Tokio voll. Züge kommen im Minutentakt, Menschen steigen um, verteilen sich auf Bahnsteige und verschwinden in den zahlreichen Gängen und Ausgängen. Die Zahlen sind außergewöhnlich: Guinness World Records verzeichnete für 2022 durchschnittlich 2.704.703 Fahrgastbewegungen pro Tag. Damit gilt Shinjuku als meistfrequentierter Bahnhof der Welt.

Shinjuku ist außerdem kein Bahnhof eines einzigen Unternehmens. Hier treffen die Strecken mehrerer Betreiber aufeinander, darunter JR East, Odakyu, Keio, Tokyo Metro und Toei. Die Züge verteilen sich auf verschiedene Bahnsteigbereiche und Ebenen. Dazu kommen zahlreiche Zugänge zu den umliegenden Straßen und Gebäuden. Die größte Herausforderung ist deshalb nicht allein der Zugverkehr. Auch die Menschen müssen möglichst ohne gegenseitige Behinderungen durch die Anlage gelangen.
3. Shanghai-Hongqiao: Riesiger Bahnhof direkt am Flughafen
In Shanghai-Hongqiao steigen Reisende nicht einfach nur in einen Zug. Der Bahnhof ist Teil eines großen Verkehrsknotens mit Hochgeschwindigkeitsbahn, U-Bahn, Straßenverkehr und einem benachbarten Flughafen.
Die Eisenbahnstation wurde 2010 eröffnet. Ihre langen Bahnsteige sind auf die Hochgeschwindigkeitszüge des chinesischen Schienennetzes ausgelegt. Schon die Bahnhofshalle ist gewaltig. Unter dem weit gespannten Dach befinden sich große Wartebereiche, Zugänge und Verbindungen zu den unterschiedlichen Verkehrsmitteln.

Wie stark der Standort genutzt wird, zeigen Zahlen der Stadtverwaltung: Der gesamte Verkehrsknoten Hongqiao verzeichnete 2024 rund 406,6 Millionen Fahrgastbewegungen. Das entspricht durchschnittlich etwa 1,1 Millionen pro Tag.
Wichtig ist die Unterscheidung: Diese Zahl umfasst den gesamten Verkehrsknoten und nicht nur den Eisenbahnhof. Shanghai baut bereits an einem weiteren Großbahnhof. Shanghai East soll 15 Bahnsteige und 30 Gleise erhalten. Die Fertigstellung war zuletzt für Juli 2027 vorgesehen.
4. München Hauptbahnhof: Der neue Bahnhof liegt über 40 m tief
Am Münchner Hauptbahnhof wird derzeit nicht nur oberirdisch gebaut. Tief unter den bestehenden Gleisen entsteht eine weitere S-Bahn-Station. Sie gehört zur zweiten Stammstrecke, die den S-Bahn-Verkehr durch die Innenstadt entlasten soll. Der heutige Hauptbahnhof ist ein Kopfbahnhof. Fern- und Regionalzüge fahren in die Bahnhofshalle ein und verlassen sie wieder in der Gegenrichtung. Die bestehende S-Bahn-Stammstrecke führt bereits unterirdisch durch den Bahnhof.
Mit der zweiten Stammstrecke kommt eine zusätzliche Verbindung hinzu. Dafür entsteht eine neue Station in mehr als 40 m Tiefe. Die Baugrube sollte 2026 eine Tiefe von rund 45 m erreichen. Das ist ein erheblicher Eingriff mitten in einem der wichtigsten Verkehrsknoten Deutschlands. Besonders schwierig: Der Bahnhof muss während der Bauarbeiten weiter funktionieren. Ab Mitte 2027 soll deshalb ein fünfgeschossiges Interimsgebäude wesentliche Bahnhofsfunktionen übernehmen. Es ist für eine Nutzungsdauer von etwa zehn Jahren vorgesehen.

„Der Interimsbahnhof ist der Schlüssel für alles, was jetzt folgt. Er ist ein vollwertiges Bahnhofsgebäude auf Zeit und hält den Betrieb stabil, während wir den neuen Hauptbahnhof und die 2. Stammstrecke weiterbauen“, erklärte Gesamtprojektleiter Kai Kruschinski in einer Pressemitteilung der Deutschen Bahn vom 5. Februar 2026.
Auch unter der Stadt laufen die Arbeiten. Seit September 2026 arbeitet sich die rund 700 t schwere Tunnelbohrmaschine „Donna Maria“ durch den Münchner Untergrund. Welche Aufgaben sie übernimmt und warum der Tunnelbau anspruchsvoll ist, lesen Sie in unserem Beitrag 700-t-Bohrer „Donna Maria“ gräbt sich jetzt unter München durch. Die Inbetriebnahme der zweiten Stammstrecke wird derzeit für den Zeitraum zwischen 2035 und 2037 angestrebt.
5. Leipzig Hauptbahnhof: Europas größter Kopfbahnhof
Fast 300 m breit ist die Fassade des Leipziger Hauptbahnhofs. Dahinter liegen zwei gewaltige Bahnhofshallen, deren Stahlkonstruktionen sich über die Gleise spannen. Der Bahnhof wurde 1915 eröffnet. Mit einer Grundfläche von rund 83.640 m² gilt er als größter Kopfbahnhof Europas nach Fläche.

Seine Größe hat historische Gründe. Früher betrieben verschiedene Eisenbahngesellschaften eigene Bahnhöfe in Leipzig. Der neue Hauptbahnhof sollte einen großen Teil dieses Verkehrs zusammenführen. Heute wird das Gebäude auch anders genutzt. Auf mehreren Ebenen befinden sich rund 140 Geschäfte und Gastronomiebetriebe.
Hinzu kommt eine Besonderheit: Seit 2013 fahren S-Bahnen durch den City-Tunnel unter der Leipziger Innenstadt. Dafür wurden unterhalb des Hauptbahnhofs zusätzliche Bahnsteige geschaffen. Leipzig ist damit nicht mehr ausschließlich ein Kopfbahnhof. Während die meisten oberirdischen Gleise weiterhin an Prellböcken enden, fahren die S-Bahnen im Untergrund durch den Bahnhof hindurch.
6. Frankfurt Hauptbahnhof: Ein zusätzliches Gleis soll helfen
24 oberirdische Bahnsteiggleise, vier weitere für die S-Bahn im Untergrund: Der Frankfurter Hauptbahnhof ist einer der größten Eisenbahnknoten Deutschlands. Hier treffen Fernzüge aus nahezu allen Landesteilen auf Regionalbahnen und den Nahverkehr des Rhein-Main-Gebiets.
Die große Bahnhofshalle wurde 1888 eröffnet. Seither ist der Verkehr erheblich gewachsen. Besonders an stark ausgelasteten Tagen wird deutlich, wie knapp die verfügbare Kapazität ist.

Deshalb baut die Deutsche Bahn den Bahnhof weiter aus. Am 6. November 2026 informierte das Unternehmen über den Bau eines zusätzlichen oberirdischen Gleises. Das neue Gleis 25 entsteht nördlich des bisherigen Gleises 24 und soll vor allem den Regionalverkehr in Richtung Frankfurt-Höchst, Wiesbaden und Limburg verbessern. Zugleich wird die nutzbare Bahnsteiglänge von Gleis 24 vergrößert.
Weitere Maßnahmen sollen die vorhandenen Gleise flexibler nutzbar machen. Dazu gehören zusätzliche Signale, mit denen unter bestimmten Voraussetzungen zwei Züge hintereinander an einem Bahnsteiggleis halten können. Noch umfangreicher ist der geplante Fernbahntunnel unter Frankfurt. Er soll zusätzliche Kapazität für den Fernverkehr schaffen. Ein verbindlicher Termin für die Inbetriebnahme steht allerdings noch nicht fest.
7. Gare du Nord: Europas meistfrequentierter Bahnhof
Von Paris nach London, Brüssel oder Amsterdam: Der Gare du Nord ist einer der wichtigsten internationalen Eisenbahnknoten Europas. Hier halten nicht nur Hochgeschwindigkeitszüge. Auch zahlreiche Regionalzüge, RER-Linien und Métro-Verbindungen treffen aufeinander.

Nach Angaben der französischen Bahngesellschaft SNCF nutzen rund 700.000 Reisende täglich den Bahnhof. Damit gilt der Gare du Nord als meistfrequentierter Bahnhof Europas. Die unterschiedlichen Verkehrsarten sind auf mehrere Ebenen verteilt. Wer vom internationalen Fernverkehr zur RER oder Métro wechseln möchte, muss häufig längere Wege zurücklegen.
Besonders anspruchsvoll ist die Verbindung der verschiedenen Verkehrsströme. Internationale Fahrgäste mit Gepäck treffen auf Pendler, die nur wenige Minuten zum Umsteigen haben. Die Größe des Gare du Nord zeigt sich deshalb nicht allein an seinen Bahnsteigen, sondern vor allem an der Zahl der Reisenden und der Vielzahl unterschiedlicher Verbindungen.
8. London Waterloo: 24 Bahnsteiggleise mitten in London
Der Bahnhof Waterloo ist einer der größten Kopfbahnhöfe Großbritanniens. Seine 24 oberirdischen Bahnsteiggleise werden vor allem von Zügen in den Südwesten Englands und in das Londoner Umland genutzt.
Früher hatte Waterloo noch eine andere Aufgabe. Zwischen 1994 und 2007 starteten hier die Eurostar-Züge nach Frankreich und Belgien. Danach wechselte der internationale Verkehr zum Bahnhof St Pancras International.

Die ehemaligen Eurostar-Bahnsteige wurden zunächst nur eingeschränkt genutzt. Nach einem umfassenden Umbau stehen sie seit Ende 2018 wieder dauerhaft für den britischen Inlandsverkehr zur Verfügung. Dafür mussten unter anderem Gleise, Signale und Zugänge angepasst werden.
Waterloo zeigt, dass große Bahnhöfe nicht zwingend neue Gleishallen brauchen, um mehr Züge abfertigen zu können. Manchmal lässt sich auch bestehende Infrastruktur für andere Aufgaben nutzen.
9. Roma Termini: Roms wichtigster Eisenbahnknoten
Roma Termini liegt mitten in der italienischen Hauptstadt. Von hier starten Hochgeschwindigkeitszüge nach Florenz, Mailand und Neapel. Dazu kommen Regionalzüge und die beiden U-Bahn-Linien A und B. Der oberirdische Teil ist als Kopfbahnhof angelegt. Die Gleise liegen nebeneinander und enden am Querbahnsteig, der sie miteinander verbindet.

Der Name Termini geht auf die nahe gelegenen antiken Diokletiansthermen zurück. Das heutige Empfangsgebäude entstand im Wesentlichen im 20. Jahrhundert. Besonders auffällig ist das moderne Dach über dem Eingangsbereich. Seine weit auskragende Konstruktion gehört zu den bekanntesten Beispielen italienischer Nachkriegsarchitektur.
Der Bahnhof übernimmt neben dem Eisenbahnbetrieb zahlreiche weitere Aufgaben. In seinen Hallen befinden sich Geschäfte, Gastronomie und Verbindungen zu den öffentlichen Verkehrsmitteln der Stadt. Damit ist Termini nicht nur ein Bahnhof, sondern auch ein wichtiger Verkehrsknoten mitten in Rom.
Die neun Bahnhöfe im Vergleich
Die Tabelle zeigt, was die einzelnen Bahnhöfe besonders macht. Sie ist keine Rangliste nach einer einheitlichen Kennzahl.
| Bahnhof | Standort | Besonderheit |
| Grand Central Terminal | New York | Weltrekord mit 44 Bahnsteigen |
| Shinjuku | Tokio | Rund 2,7 Mio. Fahrgastbewegungen pro Tag (2022) |
| Shanghai-Hongqiao | Shanghai | Großverkehrsknoten mit Flughafenanbindung |
| München Hauptbahnhof | München | Neue S-Bahn-Station in über 40 m Tiefe im Bau |
| Leipzig Hauptbahnhof | Leipzig | Rund 83.640 m² Grundfläche |
| Frankfurt Hauptbahnhof | Frankfurt | 24 oberirdische Bahnsteiggleise, Gleis 25 im Bau |
| Gare du Nord | Paris | Rund 700.000 Reisende täglich laut SNCF |
| London Waterloo | London | 24 oberirdische Bahnsteiggleise |
| Roma Termini | Rom | Bedeutender italienischer Fernverkehrsknoten |
Warum mehr Gleise nicht automatisch mehr Züge bedeuten
Ein Bahnhof mit 30 Gleisen muss nicht leistungsfähiger sein als einer mit 20. Entscheidend ist, wie schnell Züge einfahren, Reisende ein- und aussteigen und die Gleise anschließend wieder frei werden. Dabei spielt die Bauform eine wichtige Rolle.
In einem Kopfbahnhof fahren die Züge bis zum Gleisende. Für die Weiterfahrt müssen sie den Bahnhof in entgegengesetzter Richtung verlassen. Bei einem Durchgangsbahnhof können sie dagegen auf der anderen Seite weiterfahren.
Das kann den Betrieb vereinfachen und die Gleise schneller wieder freigeben. Allerdings hängt die tatsächliche Kapazität auch vom Fahrplan und den angrenzenden Strecken ab. Ein bekanntes Beispiel ist Stuttgart 21. Der neue unterirdische Durchgangsbahnhof soll acht Bahnsteiggleise erhalten. Der bisherige Kopfbahnhof besitzt 16.
Die geringere Gleiszahl allein sagt jedoch nichts darüber aus, ob der neue Bahnhof die geplante Verkehrsleistung zuverlässig bewältigen kann. Entscheidend sind auch die Zulaufstrecken, die Signaltechnik und die Möglichkeiten, Verspätungen aufzufangen. Welche Probleme beim Bau entstanden sind, lesen Sie in unserem Beitrag Alle schimpfen über Stuttgart 21: Das sind die größten Probleme beim Bau.
Welcher Bahnhof ist nun wirklich der größte?
Nach der Zahl der Bahnsteige führt das Grand Central Terminal in New York. Mit 44 Bahnsteigen hält es den offiziellen Guinness-Weltrekord. Beim Fahrgastaufkommen liegt Shinjuku in Tokio vorn. Rund 2,7 Millionen Fahrgastbewegungen pro Tag wurden dort für 2022 registriert.
Auch Leipzig besitzt einen Rekord: Mit rund 83.640 m² Grundfläche gilt sein Hauptbahnhof als Europas größter Kopfbahnhof nach Fläche. Wer den größten Bahnhof der Welt sucht, muss also zuerst entscheiden, welche Größe gemeint ist. Die Zahl der Bahnsteige, die Fläche und das Fahrgastaufkommen erzählen jeweils eine andere Geschichte.
Quellen
- Guinness World Records – Größter Bahnhof nach Bahnsteigen
- Guinness World Records – Meistfrequentierter Bahnhof
- MTA – Informationen zu Grand Central Madison
- Stadt Shanghai – Entwicklung der Eisenbahninfrastruktur
- Deutsche Bahn – Zweite Stammstrecke München
- Deutsche Bahn – Bau und Erweiterung des Frankfurter Hauptbahnhofs
- SNCF Connect – Paris Gare du Nord




























