Riesige Sicherheitslücke 11.08.2016, 11:57 Uhr

Diese Autoschlüssel lassen sich spielend einfach hacken

Funkschlüssel sind ein Sicherheitsrisiko: Hacker knacken sie spielend einfach, haben Forscher aus Bochum bewiesen. Millionen Autos sind betroffen. Ihres auch?

Besonders ältere VW-Modelle sind betroffen. Warum? Weil der Konzern in den letzten 21 Jahren nur etwa eine Handvoll kryptographische Passphrasen in alle Funkschlüssel programmiert hat.

Besonders ältere VW-Modelle sind betroffen. Warum? Weil der Konzern in den letzten 21 Jahren nur etwa eine Handvoll kryptographische Passphrasen in alle Funkschlüssel programmiert hat.

Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa

Funkschlüssel sind unsicher: Forscher aus Bochum und Birmingham haben Signale abgefangen, die ein Funkschlüssel an die Autotür schickt, entschlüsselt und reproduziert. Das berichten NDR, WDR und Süddeutsche Zeitung. Mit dem kopierten Signal lässt sich die Tür spielend einfach öffnen – auch ohne Originalschlüssel. Ein erhebliches Sicherheitsrisiko für Autobesitzer.

Diese Hersteller sind von der Sicherheitslücke betroffen

100 Millionen Autos weltweit sind von der Sicherheitslücke betroffen – zu den Herstellern zählen Audi, VW, Seat, Skoda, Fiat, Alfa Romeo, Lancia, Mitsubishi, Citroën, Opel, Ford, Dacia, Renault, Nissan und Peugeot.

Finden Sie Ihr Modell in dieser Auflistung?

Hersteller Modell
Audi A1, Q3, S3, TT, R8
VW Amarok, Beetle, Bora, Caddy, Crafter, Eos, Fox, Golf 4-6, Golf Plus, Jetta, Lupo, Passat, Polo, T4, T5, Scirocco, Sharan, Tiguan, Touran, Up, eUp
Seat Alhambra, Altea, Arosa, Cordoba, Ibiza, Leon, MII, Toledo
Skoda City Go, Roomster, Fabia 1, Fabia 2, Octavia, Superb, Yeti
Alfa Romeo Guilietta Typ 940
Citroën Nemo, Jumper
Dacia Logan II, Duster
Fiat Punto Typ 188, 500, Abarth 500 Bravo, Doblo, Ducato, Fiorino, Grande Punto, Panda, Punto Evo, Qubo
Ford Ka RU8
Lancia Delta Typ 844, Musa
Mitsubishi Colt Z30
Nissan Micra, Pathfinder, Navara, Note, Qashqai, X-Trail
Opel Astra Modell H, Corsa Modell D, Vectra Modell C, Combo, Meriva, Zafira
Peugeot Boxer, Expert, 207
Renault Clio, Modus, Trafic, Twingo, Master

 

VW hat eine Vereinbarung mit den Forschern geschlossen: Die Wissenschaftler veröffentlichen ihre mathematisch-wissenschaftlichen Erkenntnisse, nicht aber Inhalte, die Kriminellen in die Karten spielen würden.

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Ältere VW-Schlüssel sind besonders einfach zu hacken

Besonders problemlos gelingt die Entschlüsselung des Funksignals bei älteren VW-Modellen. Warum? Weil der Konzern in den letzten 21 Jahren nur etwa eine Handvoll kryptographische Passphrasen in alle Funkschlüssel programmiert hat. „Wenn dieses Geheimnis dann geknackt wird, ist das so etwas wie eine kryptographische Kernschmelze“, erklärt Sicherheitsforscher Timo Kasper. „Nach unseren Schätzungen könnten rund 100 Millionen Autos von der Sicherheitslücke betroffen sein.“

Kasper hat VW schon im November 2015 auf die Sicherheitslücke aufmerksam gemacht. Und was sagt VW? Dass die Sicherheitssysteme der bis zu 15 Jahre alten Fahrzeuge nicht das gleiche Sicherheitsniveau aufweisen wie aktuelle Fahrzeuge. Die aktuellsten Generationen von Golf, Tiguan, Touran und Passat seien nicht betroffen.

VW: Forscher sollen den Trick geheim halten 

Mit den Forschern sei man „übereingekommen, dass die Autoren ihre mathematisch-wissenschaftlichen Erkenntnisse veröffentlichen, dabei aber auf diejenigen sensiblen Inhalte verzichten, die versierte Kriminelle für ein unberechtigtes Eindringen in das Fahrzeug nutzen könnten“, sagte ein VW-Sprecher der Süddeutschen Zeitung.

Auch der Chiphersteller NXP aus den Niederlanden hat sich zu Wort gemeldet. Die Forscher hatten seine Verschlüsselungstechnik Hitag2 ebenfalls gehackt – allerdings mussten sie dazu vier Funksignale abfangen, nicht wie bei VW nur eins. NXP erklärte, man wisse bereits seit 2009, dass das Verfahren unsicher sei. „Damals hat NXP allen Kunden empfohlen, entsprechende Gegenmaßnahmen einzuleiten und die Hitag2-Systeme auszutauschen.“

Und wie sollen betroffene Besitzer reagieren? Dazu schweigt der Konzern bislang. Ohne Softwareupdate und Schlüsseltausch können sich Betroffene nur durch eines schützen: Auf den Funkschlüssel verzichten und das Auto klassisch auf- und zuschließen.

Es ist aber nicht das erste Mal, dass Sicherheitsexperten zeigen, wie leicht sich Funkverbindungen kapern lassen, um Türen zu öffnen. 2015 hatte der Hacker Samy Kamkar demonstriert, dass sich nahezu jedes Autoschloss und jedes Garagentor öffnen lassen. Ebenfalls im vergangenen Jahr hatten andere IT-Spezialisten gezeigt, dass man sogar ein ganzes Auto kapern und von außen steuern kann.

 

Ein Beitrag von:

  • Patrick Schroeder

    Patrick Schroeder arbeitet als freiberuflicher Journalist für Zeitschriften und Onlinemagazine wie die VDI Nachrichten und Ingenieur.de.

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