Innovative App 10.11.2020, 07:00 Uhr

Das könnte die Lösung für nachhaltige Mobilität sein

Die Gewinner der Smart Mobility Challenge an der Technischen Hochschule Köln machen flexible Mobilität im Alltag ganz einfach, zumindest in der Kölner Innenstadt. Der Ford Motor Company Fund stiftete dafür ein Preisgeld von 12.500 Euro. Weitere spannende Ideen könnten ebenfalls dazu beitragen, die Zukunft zu verändern.

App Liquid Grid

Mit der App lassen sich Bonuspunkte für nachhaltige Mobilität sammeln - und beim Einkaufen wieder einlösen.

Foto: Ford-Werke GmbH

In einer Großstadt wie Köln gibt es zahlreiche verschiedene Möglichkeit, um möglichst nachhaltig von A nach B zu kommen. Das setzt allerdings voraus, dass sich die Nutzer unter anderem mit Abfahrtszeiten und Streckenplänen von Bus und Bahn auseinandersetzen müssen. Manch einer empfindet es dann doch als bequemer, sich eben schnell ins Auto zu setzen. Wie motiviert man die Menschen, den öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) stärker zu nutzen? Das hat sich ein Studententeam an der TU Köln gefragt. Die Nachwuchs-Ingenieure glauben, dass sie mit ihrem Start-up „Liquid Grid“ eine gute Lösung gefunden haben. Tatsächlich haben sie auch die Jury der Smart Mobility Challenge überzeugt. Dieser europäische Studentenwettbewerb wird in Deutschland an der TU Köln ausgeschrieben sowie als eigene Challenge an der RWTH Aachen. Auch an englischen und spanischen Hochschulen finden entsprechende Wettbewerbe statt.

Der Neumarkt wird zur Mobilitäts-Zentrale

Das Team von Liquid Grid hat sich bei seinem Mobilitäts-Konzept ganz auf Köln konzentriert. Zum einen entwickelten die Studierenden eine architektonische Lösung für den Neumarkt. Bei diesem Platz handelt es sich nicht nur um einen der verkehrsreichsten Innenstadtbereiche in Köln, er ist auch Dreh- und Angelpunkt für verschiedene Linien des ÖPNV. Hier setzten die Studierenden an. Ihre Idee: den Autoverkehr reduzieren, indem es den Bürgern erleichtert wird, verschiedene Alternativen zu nutzen.

Dafür könne eine Art Mobilitätszentrum über mehrere Etagen errichtet werden. Schon jetzt wechseln am Neumarkt die Nutzer öffentlicher Verkehrsmittel zwischen Straßen- und U-Bahn. Dieses Prinzip würde ausgeweitet auf Radfahrer und Nutzer von E-Scootern. Fußgänger würden natürlich auch einbezogen. Allen soll es erleichtert werden, zwischen verschiedenen Verkehrsmitteln umzusteigen. Zur neuen Infrastruktur würde es auch gehören, Lademöglichkeiten für Elektroautos, E-Bikes & Co. zu schaffen. Das Dach des Zentrums könnte zusätzlich mit einer Photovoltaikanlage ausgestattet werden, um nachhaltigen Strom für Beleuchtung und Belüftung der Räume zu produzieren.

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Wer die U-Bahn nimmt, wird belohnt

Ein weiterer zentraler Aspekt ist eine begleitende App. Sie soll die Motivation der Kölner erhöhen, die unterschiedlichen Mobilitäts-Angebote auch wirklich zu nutzen. Das Prinzip ist einfach: Sobald der Smartphone-Besitzer auf den ÖPNV umsteigt, E-Scooter bucht oder am Bikesharing teilnimmt, bekommt er dafür Bonuspunkte gutgeschrieben. Die kann er wiederum dafür einsetzen, Tickets im Bereich der Mobilität zu erstehen, oder er löst sie bei beteiligten Einzelhändlern ein. Diese sind auch ein wichtiger Faktor, um das Konzept zu finanzieren. Geschäfte und Dienstleister zahlen eine kleine Gebühr, um ihre Angebote im Belohnungsportal bei Liquid Grid zu platzieren. Für die Unternehmen hat das den Vorteil, dass sie so indirekt für sich werben und neue Kunden gewinnen können. Die Marktreife der App will Liquid Grid mit der Siegprämie über 12.500 Euro vorantreiben, die von der Ford Stiftung bereitgestellt wurde.

Den zweiten Preis, dotiert mit 5.000 Euro, räumte ein Studententeam mit seiner Idee „Threeler“ ab. Dahinter verbergen sich elektrische, dreirädrige Kleinwagen, die in multifunktionalen „Threelertowern“ geparkt, geladen und gleichzeitig als Energiespeicher genutzt werden können. Auf dem dritten Platz landete das Konzept „Connected Cologne“, mit dem klimafreundliche Fortbewegungsmittel besser miteinander verknüpft werden sollen. Auch dieses Team erhielt 5.000 Euro von der Fort Stiftung.

Liquid Grid steht in den Startlöchern

Die Jury war paritätisch aus Vertretern der TH-Köln-Lehrstühle „Automotive Engineering“ und „Corporate Architecture“ zusammengesetzt sowie aus Experten von Ford. Die Teilnehmer stammten aus unterschiedlichen Master-Studiengängen.

Ford hat für die Smart Mobility Challenge insgesamt bereits über 150.000 Euro an Preisgeldern ausgeschüttet. Aus einigen bisherigen Gewinnerprojekten sind inzwischen Start-ups hervorgegangen. Auch Liquid Grid verfolgt diesen Plan und bietet Interessierten bereits jetzt an, sich registrieren zu lassen.

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Von Nicole Lücke

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