Kampf gegen Biofouling 10.11.2014, 07:01 Uhr

Biozidfreie Beschichtungen schützen Schiffe vor Algen, Seepocken & Co.

Algen, Seepocken und Muscheln: Sie sind ein Graus für Schiffe und Offshore-Windräder, weil sie Korrosionsschäden in Milliardenhöhe verursachen. Neue Beschichtungen ohne Biozide aus dem Hause Fraunhofer sagen den Geldfressern den Kampf an.

Algen, Seepocken und Muscheln sorgen in der Schifffahrt für Milliardenschäden. Bisher gibt es nur wenige umweltfreundliche Schutzbeschichtungen. Das will das Projekt Foulprotect ändern.

Algen, Seepocken und Muscheln sorgen in der Schifffahrt für Milliardenschäden. Bisher gibt es nur wenige umweltfreundliche Schutzbeschichtungen. Das will das Projekt Foulprotect ändern.

Foto: dpa

Biozidfreie Beschichtungen für maritime technische Anlagen und Schiffe zu entwickeln ist Gegenstand des Projekts Foulprotect unter Federführung des Fraunhofer-Instituts für Fertigungstechnik und angewandte Materialforschung (IFAM). Wissenschaftler arbeiten an technischen Möglichkeiten, die unter Meerwasser liegenden Oberflächen von Schiffen und Offshore-Anlagen vor dem Bewuchs durch Meeresorganismen zu schützen – ohne dabei Biozide einsetzen zu müssen.

Biozide reichern sich im Wasser an und gefährden die Umwelt. Sie werden daher auch immer strengeren Zulassungsverfahren unterworfen. Der Marktanteil alternativer, umweltfreundlicher Beschichtungen liegt laut Fraunhofer IFAM aktuell jedoch nur bei zwei Prozent. Die Erforschung und Entwicklung biozidfreier Antifouling-Methoden wird daher vom Bundesministerium für Wirtschaft und Entwicklung gefördert.

Strömungsoptimierte Lacke mit Anti-Fouling-Effekt

Das Fraunhofer-Institut hat im Rahmen des Projekts Hai-Tech bereits eine Lacktechnik für Schiffsrümpfe entwickelt. Die Haut eines Haifischs diente den Wissenschaftlern dabei als Vorbild für den sogenannten Riblet-Lack, der wie die Haifischhaut mikroskopisch kleine Rillen parallel zur Strömungsrichtung aufweist – das sorgt für Strömungsoptimierung und Treibstoffeinsparung.

Windkrafträder im Baufeld des Offshore-Windenergieparks Bard Offshore 1, ungefähr 100 Kilometer vor der ostfriesischen Insel Borkum (Niedersachsen). Die biozidfreien Schutzbeschichtungen könnten auch ihren stählernen Fundamenten zugutekommen, die sich permanent im Wasser befinden. 

Windkrafträder im Baufeld des Offshore-Windenergieparks Bard Offshore 1, ungefähr 100 Kilometer vor der ostfriesischen Insel Borkum (Niedersachsen). Die biozidfreien Schutzbeschichtungen könnten auch ihren stählernen Fundamenten zugutekommen, die sich permanent im Wasser befinden.

Quelle: dpa

Top Stellenangebote

Zur Jobbörse
invenio Virtual Technologies GmbH-Firmenlogo
IT Process Consultant (m/w/d) digitale Produktentwicklung invenio Virtual Technologies GmbH
Großraum Stuttgart / Böblingen, Ismaning / München Zum Job 
Excellence-Firmenlogo
Embedded Softwareentwickler (m/w/d) Excellence
Dortmund Zum Job 
Excellence-Firmenlogo
Testingenieur (m/w/d) Excellence
Dortmund Zum Job 
Airbus-Firmenlogo
Industrial Factory Planner (d/f/m) Airbus
Hamburg Zum Job 
Excellence-Firmenlogo
Hardware-Entwickler Leistungselektronik (m/w/d) Excellence
Dortmund Zum Job 
LVR-Klinikum Düsseldorf - Kliniken der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf-Firmenlogo
Technikerin / Techniker Hochbau (m/w/d) LVR-Klinikum Düsseldorf - Kliniken der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf
Düsseldorf Zum Job 
Hydro-Tech GmbH-Firmenlogo
Bauleiter (m/w/d) Abteilung Betoninstandsetzung Hydro-Tech GmbH
Bobingen Zum Job 
Qioptiq Photonics GmbH & Co. KG-Firmenlogo
Produktionsleiter (w/m/d) Qioptiq Photonics GmbH & Co. KG
Wacker Chemie AG-Firmenlogo
Experte (w/m/d) für Betriebstechnik Wacker Chemie AG
Airbus Defence and Space GmbH-Firmenlogo
Hardware / Software Assurance Engineer (d/m/f) Airbus Defence and Space GmbH
Manching Zum Job 
SWM Services GmbH-Firmenlogo
Leitung Planung und Bau Energieerzeugungsanlagen (m/w/d) SWM Services GmbH
München Zum Job 
Buss Fertiggerichte GmbH-Firmenlogo
Projektingenieur Bereich Technik (m/w/d) Buss Fertiggerichte GmbH
Ottersberg Zum Job 
RAYLASE GmbH-Firmenlogo
Support Engineer (Software & Controls) (m/w/d) im Technical Competence Center (TCC) RAYLASE GmbH
Weßling Zum Job 
MKS Instruments Deutschland GmbH´-Firmenlogo
Manufacturing Engineer (m/w/d) MKS Instruments Deutschland GmbH´
B&S Baupartner GmbH-Firmenlogo
Planungsingenieur (Fachrichtung TGA, Versorgungstechnik, Gebäude-, Energie- und Klimatechnik) - Planung HLS -Technische Gebäudeausrüstung (m/w/d) B&S Baupartner GmbH
Berlin-Köpenick Zum Job 
B&S Baupartner GmbH-Firmenlogo
Technischer Zeichner, Techniker als Systemplaner (Fachrichtung TGA, Versorgungstechnik, Gebäude-, Energie- und Klimatechnik) - Planung HLS-Technische Gebäudeausrüstung (m/w/d) B&S Baupartner GmbH
Berlin-Köpenick Zum Job 
Knauf Gips KG-Firmenlogo
Betriebsingenieur (m/w/d) Elektrotechnik Knauf Gips KG
Iphofen Zum Job 
Jungheinrich AG-Firmenlogo
Experte (m/w/d) Manufacturing Execution System (MES) Jungheinrich AG
Norderstedt (50% Home-Office) Zum Job 
Jungheinrich AG-Firmenlogo
Entwicklungsingenieur (m/w/d) Antriebsauslegung Jungheinrich AG
Norderstedt (50% Home-Office) Zum Job 
Ingenieurbüro Ziesche-Firmenlogo
Planungsingenieur (m/w/d) für elektrotechnische Anlagen (Stark- und Schwachstromanlagen) Ingenieurbüro Ziesche
keine Angabe Zum Job 

Diese Lacktechnik kombinieren erweitern die Forscher beim Foulprotect-Projekt um Materialeigenschaften gegen Biofouling. Derzeit testen sie dafür neuartige Polymersysteme. Um Betonbauten unter Wasser zu schützen, experimentieren sie zudem mit speziellen Mörtel-Umhüllungskonzepten als Schutz gegen mikrobiell induzierte Korrosion. Auf toxisch wirkende Substanzen verzichten sie dabei.

Die Forscher entwickeln auch neue Reinigungsverfahren. Abgestimmt auf die neuen Beschichtungsmaterialien sollen sie das Ablösen des Bewuchses erleichtern. Wie das Fraunhofer IFAM informiert, wird man konkrete Ergebnisse des Foulprotect-Projekts allerdings erst zum Ende des Projekts in zwei Jahren präsentieren können.

Biofouling verursacht wirtschaftliche Schäden in Milliardenhöhe

Biofouling verursacht laut Fraunhofer IFAM jedes Jahr wirtschaftliche Schäden in Milliardenhöhe. Teile von Schiffen, von Offshore-Windenergieanlagen oder Ölplattformen, die ständig oder meistens unter Wasser liegen, werden innerhalb kurzer Zeit von Muscheln, Seepocken und anderen kleinen Meeresbewohnern besiedelt, die dort Schäden anrichten. Sie vergrößern den Strömungswiderstand der Schiffsrümpfe und jagen den Treibstoffverbrauch in die Höhe. Und sie beschleunigen die Biokorrosion und verringern damit die Lebensdauer der Bauteile. Wartung und Reinigung der Anlagen und Schiffsrümpfe bedeuten Stillstandzeiten und verursachen ebenfalls Kosten.

 

Ein Beitrag von:

  • Susanne Neumann

    Susanne Neumann ist Webjournalistin. „Inhalt mit Anspruch“ ist das Motto der freien Journalistin und Online-Redakteurin. Sie steht für gründliche Recherche, eine verständliche Darstellung auch komplizierter Sachverhalte und Freude am Thema. Sie hat  Politik-, Theater-, und Kommunikationswissenschaften studiert.

Zu unseren Newslettern anmelden

Das Wichtigste immer im Blick: Mit unseren beiden Newslettern verpassen Sie keine News mehr aus der schönen neuen Technikwelt und erhalten Karrieretipps rund um Jobsuche & Bewerbung. Sie begeistert ein Thema mehr als das andere? Dann wählen Sie einfach Ihren kostenfreien Favoriten.