Welterschöpfungstag 2015 13.08.2015, 12:46 Uhr

Menschheit hat heute ihr Jahreskontingent an Ressourcen aufgebraucht

Am heutigen 13. August 2015 haben die Menschen so viele natürliche Ressourcen verbraucht, wie sich pro Jahr regenerieren können. Darauf weist die Umweltorganisation WWF hin. Bis Jahresende lebt die Menschheit „auf Pump“. 

Blick auf die nächtliche Iberische Halbinsel, aufgenommen von der ISS: Die Menschheit verbraucht mehr natürliche Ressourcen, als sich regenerieren lassen. Am heutigen 13. August hat die Menschheit bereits ihre Jahresmenge verbraucht.

Blick auf die nächtliche Iberische Halbinsel, aufgenommen von der ISS: Die Menschheit verbraucht mehr natürliche Ressourcen, als sich regenerieren lassen. Am heutigen 13. August hat die Menschheit bereits ihre Jahresmenge verbraucht.

Foto: NASA Earth Observatory

Wälder, Äcker und Wasser können sich nicht so schnell regenerieren, wie die Menschen deren Ressourcen verbrauchen. Der 13. August ist nach Berechnungen von Umweltschützern Welterschöpfungstag. Mit dem heutigen Tag haben die Menschen so viele Umweltressourcen wie Boden, Wasser, Luft und Biodiversitä verbraucht, wie sie die Erde innerhalb eines Jahres erzeugen kann.

„Der angehäufte Schuldenberg wird größer und größer. Seit mehr als drei Jahrzehnten verbrauchen wir mehr Ressourcen als uns eigentlich zur Verfügung stehen“, warnt WWF-Vorstand Eberhard Brandes. „Ab diesem Donnerstag leben wir auf Pump“, sagte der Umweltexperte Rolf Buschmann vom Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland BUND. Dabei verschlimmert sich die Situation auch noch Jahr um Jahr. 2015 ist der Welterschöpfungstag im Vergleich zu 2014 um sechs Tage nach vorne gerutscht. Letztes Jahr standen Ressourcen noch bis zum 19. August zur Verfügung.

„Leer! Die nächste bitte“: Umweltschützer von BUND, Inkota und Germanwatch haben heute vor dem Bundeskanzleramt in Berlin für eine Senkung des Ressourcenverbrauchs demonstriert. 

„Leer! Die nächste bitte“: Umweltschützer von BUND, Inkota und Germanwatch haben heute vor dem Bundeskanzleramt in Berlin für eine Senkung des Ressourcenverbrauchs demonstriert. 

Quelle: Rainer Jensen/dpa

Der „Welterschöpfungstag“ errechnet sich aus den Global Footprint Networks – besser bekannt als ökologischer Fußabdruck. Seit 1961 wird dieser Fußabdruck von 150 Nationen weltweit errechnet. Dieser zeigt, wie stark jeder Einzelne das Ökosystem unserer Erde beansprucht. Bewohner der westlichen Industrienationen verbrauchen schon 1,6 Erden, um ihren Bedarf an Rohstoffen zu decken.

Dem „Living Planet Report“ des WWF zufolge beansprucht jeder Deutsche das Ökosystem der Erde etwa doppelt so stark für die Gewinnung von Nahrung, Energie und Holz, wie ihm im Rahmen der nachhaltigen Bewirtschaftung eigentlich zustehen würden.

Konsequenzen schon spürbar

„Die Verantwortung für die globale Übernutzung tragen vor allem die wohlhabenden Länder und die großen Industrienationen wie etwa Deutschland oder die USA“, so Brandes. „Nur eine Verringerung des Fußabdrucks kann auch für unsere Kinder und Enkel ein hohes Wohlstandsniveau garantieren. Daher können und müssen wir uns diese Anstrengungen als eine führende Industrienation leisten.“

Der Stausee Sao Simao in Brasilien: Die Menschheit verbraucht mehr Ressourcen als ihr die Natur zur Verfügung stellen kann. 

Der Stausee Sao Simao in Brasilien: Die Menschheit verbraucht mehr Ressourcen als ihr die Natur zur Verfügung stellen kann. 

Quelle: Nasa Goddard Space Flight Center

Der WWF fordert Deutschland auf, die Landwirtschaft und den Verkehr nachhaltiger ausrichten. Ganz besonders wichtig sei die konsequente Umsetzung der Energiewende. „Politik, Unternehmen und Konsumenten haben die Mittel in der Hand, um nachhaltiger zu leben und zu wirtschaften, sei es durch höhere Energieeffizienz, erneuerbare Energien, bewussteren Fleischkonsum, umweltfreundliche Mobilität oder nachhaltigen Fischfang“, so Brandes.

Erdkugel als Getränkekarton vor dem Bundeskanzleramt

Verschiedene Umweltinitiativen bauen heute eine drei Meter hohe Erdkugel in Form eines Getränkekartons vor dem Berliner Kanzleramt auf. Ein riesiger Strohhalm saugt die Erde zu Schlürfgeräuschen aus – bis sie zusammenfällt.

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