Unwetter in China 21.07.2021, 11:53 Uhr

Flutwelle in Zhengzhou lässt Damm von Guojiaju brechen

Die nächste Flutwelle ist da: Diesmal trifft es die chinesische Metropole Zhengzhou. Der Damm eines Wasserreservoirs ist gebrochen.

Sandsäcke Hochwasser

Die nächste Flutwelle hat die Welt getroffen: In Zhengzhou ist zudem ein Damm gebrochen. Foto/Symbolbild: panthermedia.net/janefromyork

Starkregen und die damit verbundenen Auswirkungen befassen aktuell die Welt: Nicht nur in Deutschland leiden die Menschen unter der Verwüstung – jetzt ist die Millionenstadt Zhengzhou in China in den Fluten versunken.

Nach einem Taifun kam der Starkregen und überflutete Straßen in kürzester Zeit. Reißende Ströme schoben sich durch die Stadt. Passagieren in der Metro standen zum Teil bis zur Schulter im Wasser, da die Metro völlig überschwemmt wurde. Nach aktuellen Informationen sind zwölf Menschen ums Leben gekommen. Für Zhengzhou stellt es die schwersten Regenfälle seit Jahrzehnten dar. 200.000 Bewohner von Zhengzhou wurden in Sicherheit gebracht.

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Ein Vergleich: Während der Unwetter in der Schweiz waren in Kantonen wie Tessin und Graubünden in drei Tagen bis zu 200 Millimeter Regen gefallen. In Zhengzhou waren es in einer Stunde 624 Millimeter. 

Videoaufnahmen zeigen das verheerende Ausmaß: Aus mehrspurigen Straßen sind reißende Flüsse geworden. Autos schwimmen in den Fluten. Diese Bilder erinnern an die Flutkatastrophe in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz. Tief Bernd zog später auch über Sachsen und Teile Bayerns.

Damm des Guojiaju Wasserreservoirs gebrochen

Im Süden von Zhengzhou ist in den frühen Morgenstunden des Mittwochs (Ortszeit) der Damm des Guojiaju Wasserreservoirs gebrochen. Weitere Details liegen noch nicht vor. Zwei Dämme sollen kurz vor dem Einsturz stehen. Wassermassen hätten einen 20 Meter (m) hohen Riss im Yietan-Damm bei der Stadt Luoyang verursacht. Das Stauwerk könne „jederzeit einstürzen“, so die örtlichen Behörden. Es handelt sich um den Xiaolangdi-Stausee. Soldaten seien entsandt, um einen Notfalleinsatz einschließlich Überschwemmungsumleitungen durchzuführen. Das Flussufer wurde bereits schwer beschädigt.

Screenshot Google Maps Henan

Auf diesem Screen sehen Sie das Überschwemmungsgebiet von Henan.

Foto: Screenshot Google Maps

„Solche Regenfälle gibt es normalerweise nur einmal in 100 Jahren. Die Lage ist düster“, berichtet der Krisenstab.

Wann ein Damm einer Talsperre brechen kann, erklären hier Wasserbau-Experten.

Eindrücke des Dammbruchs sehen Sie auf Twitter:

Xiaolangdi-Talsperre

Die Xiaolangdi-Talsperre am Gelben Fluss (Huang He) liegt im Gebiet von Mengjin und Jiyuan, 40 Kilometer (km) nördlich von Luoyang in der Provinz Henan. Das zugehörige Wasserkraftwerk hat eine Leistung von 1.800 MW. Der Staudamm liegt 130 km unterhalb der Sanmenxia-Talsperre und 128 km oberhalb der Huayuankou-Talsperre. Er besteht aus Steinschüttung und ist erdbebensicher errichtet worden. Der Staudamm ist 160 m hoch und 1.667 m lang. Das Volumen beträgt 50,73 Mio. m³. Die Talsperre bewässert zwei Millionen Hektar Fläche. Um Wasser zu entnehmen und abzuleiten, gibt es neun Stollen. Xiaolangdi soll einem 10.000-Jahres-Hochwasser standhalten. Der Abfluss kann dabei von 45.000 m³/s auf 27.500 m³/s reduziert werden.

Reservoirfunktionen
Gesamtspeicher: 12,65 Mrd. m³
Hochwasserschutzspeicher: 4,05 Mrd. m³
Vorschrift Lagerung: 1,05 Mrd. m³
Sedimentlagerung: 7,55 Mrd. m³

Hydrologische Sedimentmerkmale
Einzugsgebiet oberhalb der Staumauer: 694.155 km2
Langfristiger durchschnittlicher Durchfluss: 1.342 m³/s
Spitzenhochwasserabfluss, einer in 1.000-Jahres-Hochwasser: 40.000 m³/s

Die heftigen Regenfälle wurden von Taifun „In-Fa“ ausgelöst. In der Provinz Henan regnet es bereits seit vergangener Woche stark. Vor allem im Süden Chinas kommt es in den Sommermonaten immer wieder zu schweren Überschwemmungen.

Ein Live-Bericht ist auf YouTube abrufbar:

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Ein Beitrag von:

  • Sarah Janczura

    Sarah Janczura

    Sarah Janczura schreibt zu den Themen Technik, Forschung und Karriere. Nach einem Volontariat mit dem Schwerpunkt Social Media war sie als Online-Redakteurin in einer Digitalagentur unterwegs.

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