Welt-Roboter-Report 2017 13.04.2018, 09:47 Uhr

Deutschland führend beim Einsatz von Industrierobotern

Mit einem Einsatz von 309 Industrierobotern pro 10.000 Beschäftigte liegt Deutschland weltweit auf Rang 3. Auch die restliche EU besetzt im Wettlauf um die Automation einen Spitzenplatz. Die Wachstumsmärkte aber liegen in China, Südkorea, Japan und den USA.

Roboter in einer Autofabrik

Die Automobilindustrie hat von allen Branchen die höchste Roboterdichte.

Foto: panthermedia.net/zhuzhu

Eine Übersicht über die Länder mit der höchsten Roboterdichte.

Foto: IFR/World Robotics 2017

Und eine Übersicht über die Länder, die bisher kaum auf Industrieroboter setzen.

Foto: IFR/World Robotics 2017

China gehört zu den Ländern, die weniger Industrieroboter haben als der Durchschnitt der Länder. Die Wachstumsraten aber zeigen, dass sich das rasch ändern wird.

Foto: IFR/World Robotics 2017

Bis 2020 werden rund um den Globus rund 3,05 Millionen Industrieroboter im Einsatz sein. So lautet die Prognose des Weltbranchenverbandes International Federation of Robotics (IFR) in seinem aktuellen Welt-Roboter-Report 2017. Der weltweite Wettlauf um die Automation im produzierenden Gewerbe ist in vollem Gange. Der Markt wächst, in einigen Ländern etwas verlangsamt, dafür boomt der Absatz in anderen Staaten.

Deutschland und die Europäische Union

In Deutschland kommen auf 10.000 Beschäftigte 309 Industrieroboter, das bedeutet Rang 3 weltweit. Mehr Roboter setzen nur noch Südkorea (631) und Singapur (488) ein. Danach folgen Japan, Schweden, Dänemark und die USA. Auch die Europäische Union besetzt einen Spitzenplatz in dieser Rangliste, sie liegt mit durchschnittlich 99 Robotern pro 10.000 Beschäftigte deutlich über dem globalen Durchschnitt von 74. Die hohe Roboterdichte ist vor allem auf die Automatisierung in den großen Branchen, in der EU v.a. der Automobil-und in Singapur die Elektro- und Elektronikindustrie zurückzuführen. Südkorea bietet großen Unternehmen beider Industrien eine Heimat und ist deshalb deutlich führend.

Besonders auffällig ist der hohe Robotereinsatz in den Staaten Osteuropas. Ob Slowenien (137 Einheiten pro 10.000 Beschäftigte), die Slowakei (135) oder die Tschechische Republik (101), sie alle liegen deutlich vor Staaten wie Großbritannien oder Australien. Das Vereinigte Königreich hat ohnehin relativ wenig Industrieroboter im Einsatz. Mit 71 Einheiten pro 10.000 Beschäftige hat sich im Vergleich zu 2015 auch kein Ausbau der Automatisierung ergeben. Das Land liegt sogar noch unter dem weltweiten Durchschnitt. Die Autoren der Studie warnen, dass die dortige Industrie dringend einen Modernisierungsschub nötig hätte, der auch mit der Installation neuer Roboter einherginge. Angesichts des ungewissen Auswirkungen des EU-Austritts Großbritanniens dürften in- und ausländische Investoren jedoch weiterhin zurückhaltend agieren.

Der größte Hersteller von Industrierobotern ist weiterhin Japan. Das Land produzierte im Jahr 2016 mit 153.00 Robotern die Hälfte aller weltweit verkauften Industrieroboter. Ein Großteil ging in den Export.

Riesiger Wachstumsmarkt China

Führender Absatzmarkt bei den Industrierobotern ist China, wo im vergangenen Jahr 84.000 Einheiten verkauft worden sind. Das waren 28 % der weltweiten Anschaffungen, was den Roboterbestand in der Volksrepublik auf 340.000 Einheiten erhöht. Ihr selbst gestecktes Ziel würden die Chinesen damit allerdings dennoch nicht erreichen. Im nationalen Zehn-Jahres-Plan „Made-in-China-2025“ lauten die von Peking anvisierten Zahlen, dass bis 2020 eine Roboterdichte von 150 Einheiten erreicht werden soll. Das ist ehrgeizig, denn aktuell hinkt China mit 68 Einheiten deutlich hinter Europa her. Um den Plan zu erfüllen, müsste China in den kommenden Jahren mindestens 500.000 neue Industrieroboter installieren. Und auch in der Produktion eigener Industrieroboter ist das selbst gesteckte Ziel von 100.000 Einheiten im Jahr 2020 bei aktuell 27.000 produzierten Robotern noch Zukunftsmusik.

Wie wirken sich Roboterinstallationen auf den Arbeitsmarkt aus?

Der Branchenverband IFR betont in seinem Jahresbericht, dass die „enormen Roboterinstallationen einen positiven Effekt auf die Beschäftigung“ hätten. Hier stützt sich der IFR auch auf eine Studie, die das Mannheimer Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) gemeinsam mit der Universität Utrecht durchgeführt hat. Die Studie, die auf 27 EU-Länder zwischen 1999 und 2010 bezogen ist, hatte die Auswirkungen des technologischen Wandels auf die Arbeitsnachfrage untersucht. Die Wissenschaftler kamen darin zu dem Schluss, dass „Automatisierung durch sinkende Produktionskosten für Unternehmen und dadurch sinkende Angebotspreise zu höherer Produktnachfrage geführt hat. Die gestiegene Produktnachfrage wiederum führt zu einem Anstieg der Arbeitsnachfrage.“

Insgesamt stellen die Wissenschaftler fest, dass der Gesamteffekt des technologischen Wandels auf die Arbeitsnachfrage zwischen 1999 und 2010 positiv war. Zwar hätten Maschinen menschliche Arbeit ersetzt und die Arbeitsnachfrage reduziert. Aber die gestiegene Produktnachfrage habe in einem noch größeren Umfang die Arbeitsnachfrage erhöht. Das wiederum sei aber nicht gleichbedeutend damit, dass mehr Jobs in der Realwirtschaft entstünden. „Aufgrund kurz- oder mittelfristiger Anpassungskosten infolge von Verschiebungen zwischen Berufen, Sektoren oder Regionen lassen sich die Effekte nicht eins-zu-eins in die Anzahl neuer Arbeitsplätze übersetzen“, sagte Ulrich Zierahn, Wissenschaftler am ZEW und Mitautor der Studie.

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