17-fache Masse 03.06.2014, 15:25 Uhr

Astronomen entdecken „Mega-Erde“

Astronomen haben einen Planeten entdeckt, dem sie wegen seines Gewichtes die neue Bezeichnung „Mega-Erde“ verpasst haben. Entdeckt wurde er mit dem US-Weltraumteleskop Kepler und heißt deshalb offiziell auch Kepler-10c. 

Im Bild vorne ist die neu entdeckte "Mega-Erde" Kepler-10c zu sehen, dahinter die kleine Lava-Welt Kepler-10b. Gemeinsam umkreisen sie einen sonnenähnlichen Stern im Sternbild Draco. 

Im Bild vorne ist die neu entdeckte "Mega-Erde" Kepler-10c zu sehen, dahinter die kleine Lava-Welt Kepler-10b. Gemeinsam umkreisen sie einen sonnenähnlichen Stern im Sternbild Draco. 

Foto: CfA/David A. Aguilar

Die Forscher waren zunächst davon ausgegangen, es mit einem Gasriesen zu tun zu haben. Denn der entdeckte ferne Planet wiegt das 17-fache der Erdmasse, ist aber trotzdem ein Gesteinsplanet, wie die Entdecker um Xavier Dumusque vom Harvard-Smithsonian Zentrum für Astrophysik (CfA) jetzt erstmals berichteten. Sie hatten sich die überraschende Nachricht offenbar für die Jahrestagung der Amerikanischen Astronomischen Gesellschaft AAS in Boston aufbewahrt.

„Der Godzilla unter den Erden“

Das Besondere: Normalerweise gibt es keine Gesteinsplaneten in dieser riesigen Größe. Ein Gebilde dieser Art reichert sich ständig mit Wasserstoff an, bis sich daraus ein Gasriese wie beispielsweise der Jupiter entwickelt. „Wir waren sehr überrascht, als uns klar wurde, was wir gefunden hatten“, berichtete Dumusque. „Dies ist der Godzilla unter den Erden“, ergänzte sein Institutskollege Dimitar Sasselov. Ein Monsterplanet eben.

29.000 Kilometer Durchmesser in 560 Lichtjahren Entfernung

Es ist bereits drei Jahre her, dass die Wissenschaftler den Planeten entdeckten und ihm die Katalognummer „Kepler-10c“ gaben. Er kreist in 560 Lichtjahren Entfernung gemeinsam mit der kleinen, heißen „Lava-Welt Kepler-10b“ im Sternbild des Drachen umher, welches das gesamte Jahr über von Mitteleuropa aus zu sehen ist. Aus dem Transit des großen Planeten, berechneten die Forscher, dass Kepler-10c einen Durchmesser von knapp 30.000 Kilometern hat, rund 2,3 Mal so viel wie die Erde.

Die Zeichnung zeigt das Teleskop Kepler im Weltall.

Die Zeichnung zeigt das Teleskop Kepler im Weltall.

Quelle: dpa/NASA

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Bis hierhin nicht Ungewöhnliches. Als sie aber mit dem Spektrographen Harps-N am italienischen Galileo-Teleskop auf der Kanareninsel La Palma schließlich die Masse des fernen Planeten auf 17 Erdmassen festlegten, mussten sie umdenken. Denn damit ist die Dichte von Kepler-10c viel zu groß für einen Gasplaneten wie Uranus oder Neptun.

14-fache Masse ist noch Super

Planeten, die eine bis zu 14-fache Masse der Erde besitzen, werden „Super-Erde“ genannt. Kepler-10c hat diese riesige Masse also übertroffen. Damit ist er nicht nur super, sondern eben „mega“. Die Forscher rechnen nun damit, dass sie unter den Himmelskörpern noch weitere „Mega-Erden“ finden werden.

Keine Hinweise auf Leben

Die Bezeichnung „Erde“ bedeutet dabei lediglich, dass es sich um einen Gesteinsplaneten handelt. Ob dort auch Leben möglich sein könnte, sei dahingestellt. Was Kepler-10c betrifft, wurden derlei Hinweise bislang jedenfalls nicht gefunden.

 

Ein Beitrag von:

  • Petra Funk

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