Neuauflage von NASA-Satellitenprogramm 13.02.2013, 14:32 Uhr

Verstärkung im Orbit: Landsat 8 gestartet

Eine Erfolgsgeschichte geht weiter: Am 11. Februar startete pünktlich und ohne Probleme eine Atlas-Rakete von einer kalifornischen Luftwaffenbasis in den blauen Himmel. An Bord: Landsat 8 – ein Erdbeobachtungssatellit der neuesten Generation.

Der Operational Land Imager (OLI) arbeitet mit zwei Spektralbereichen, um Veränderungen auf der Erdoberfläche zu registrieren.

Der Operational Land Imager (OLI) arbeitet mit zwei Spektralbereichen, um Veränderungen auf der Erdoberfläche zu registrieren.

Foto: NASA

Seit 1972 ziehen Landsat-Satelliten der amerikanischen Raumfahrtbehörde NASA hoch am Himmel ihre Bahnen und funken ohne Unterlass Bilder von der Erde zur Erde. Das Ziel der Landsat-Mission ist die Erderkundung. Wie verändern sich die natürlichen Ressourcen, wo drohen Katastrophen – Vulkane, Tornados, Überschwemmungen? All diese Informationen sammeln die Landsat-Satelliten und helfen so auf der Erde bei Städteplanung, Wasser- und Energiemanagement und dem Katastrophenschutz. NASA-Chef Charles Bolden ist sich sicher: „All das hat für die Wirtschaft der USA und der Welt unermesslichen Nutzen gebracht.“

Anfänge kommen von den Apollo-Mondlandungsmissionen

Letztlich war es der kalte Krieg: Die damalige Sowjetunion und die USA lieferten sich in den sechziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts einen erbitterten Kampf um die Vorherrschaft im Weltall. Es galt, mit allen zur damaligen Zeit zur Verfügung stehenden Mitteln, als erste Nation einen Menschen auf den Mond und auch hoffentlich wieder zurück zu befördern. Die Amerikaner starteten die Apollo-Raketen, die Russen starteten ihre Wostok-Raketen. Ein Nebeneffekt der Apollo-Unternehmen waren Bilder, zum ersten Mal Bilder von der Erdoberfläche, gesehen vom Weltraum aus. Und diese Bilder zeigten eines sehr deutlich: Die Verletzbarkeit unseres blauen Planeten.

Derart beeindruckt von der Wucht solcher Bilder machte 1965 der damalige Direktor der U.S. Geological Survey (USGS), William Pecora den Vorschlag, ein Fernerkundungssatelliten-Programm ins Leben zu rufen, um so Daten über die natürlichen Ressourcen der Erde zu erhalten. Die Idee fand schnell Anhänger: Noch im gleichen Jahr startete die NASA erstmals Flugzeuge, die mit Instrumenten zur methodischen Fernerkundung der Erdoberfläche ausgestattet waren. 1972 begann mit dem ersten Fernerkundungssatelliten Landsat 1 eine Erfolgsgeschichte, die nun mit Landsat 8 in eine neue Zukunft überführt wird.

Das Landsat-Programm liefert seit seinem Start zuverlässig grundlegende Kenntnisse über die Erdoberfläche. Die Detailtreue der Bilder erlaubt den Forschern Aussagen über das städtische Wachstum, die landwirtschaftliche Bewässerung und die tropische Entwaldung über das ganze Jahr hinweg. Landsat-Bilder helfen auch dabei, die Entwicklung der Korallenriffe und der antarktischen Gletscher zu verstehen. Landsat-Bilder machten auch schon Politik. 1982 zeigte die Ocean Earth Construction and Development Corporation der Weltöffentlichkeit Landsat-Bilder vom Falklandkrieg. Und auch so populäre Dienste wie Google-Maps und Google-Earth nutzen aufbereitete Landsat-Bilder.

Landsat 8 scannt die Erde öfter und mit mehr Sensoren

Mit dem Start von Landsat 8 am 11. Februar 2013 geht das erfolgreiche Landsat-Programm in eine Verlängerung auf unbestimmte Zeit und mit neuem Namen: Landsat Data Continuity Mission, kurz LDCM. Bei diesem Programm kooperiert die NASA mit der USGS, die einst in den sechziger Jahren des letzten Jahrhunderts die Idee der Fernerkundung der Erde vom Weltraum aus gebar. Ziel der LDCM-Mission ist es, die Datensammlung über die Erdoberfläche weiterzuführen. Mit einer Auflösung von rund 15 bis 100 Metern eignen sich die Bilder der LDCM-Satelliten beispielsweise dazu, Flächennutzungsänderungen zu registrieren.

Die LDCM-Bilder sollen die Geo- und Klimaforschung mit analysefähigen Daten versorgen. Der Satellit ist dafür mit zwei Arten von Instrumenten ausgestattet. Der eine nennt sich „Operational Land Imager“ und arbeitet in zwei Spektralbereichen. Mit dem einen Farbspektrum lassen sich besonders gut Cirrus-Wolken aufspüren, zu denen auch die Kondensstreifen von Flugzeugen zählen. Der andere Farbbereich dient dem Beobachten von Küstenregionen. Das zweite Instrument ist eine Infrarotkamera mit zwei Spektralbereichen im langwelligen Infrarotbereich. Der neue Landsat 8 soll 400 Bilder am Tag zur Erde senden, das sind 150 Bilder mehr, als seine Vorgänger schafften. So erhöht sich die Chance, wolkenfreie Aufnahmen von der Erdoberfläche zu erhalten.

Von Detlef Stoller
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