Satellitenortung empfing Signale 14.03.2014, 16:43 Uhr

Vermisstes Flugzeug MH370 flog noch stundenlang weiter

Offenbar ist die seit dem vergangenen Samstag spurlos verschwundene Boeing 777 der Malaysia Airlines noch rund fünf Stunden nach ihrem plötzlichen Verschwinden weitergeflogen. Die malaysische Polizei geht von Sabotage oder einer Entführung aus.

Suche nach der vermissten Boeing der Malaysian Airline: Bislang wurden keine Spuren der Maschine gefunden. Am Wochenende soll die Suche auf den Indischen Ozean ausgeweitet werden.

Suche nach der vermissten Boeing der Malaysian Airline: Bislang wurden keine Spuren der Maschine gefunden. Am Wochenende soll die Suche auf den Indischen Ozean ausgeweitet werden.

Foto: dpa

Seit Samstag, 8. März, ist die Boeing 777-200 der Fluggesellschaft Malaysia Airlines wie vom Erdboden verschwunden. Die Maschine war auf dem Weg von Kuala Lumpur nach Peking und verschwand urplötzlich von den Radarschirmen, kurz nachdem sie ihre Reiseflughöhe von 10.668 Metern erreicht hatte. „Es ist ein Luftfahrt-Mysterium ohne Beispiel“, sagte der Chef der zivilen Luftfahrtbehörde Malaysias, Azharuddin Abdul Rahmanthe. Der 53-Jährige Pilot der Maschine gilt als erfahren, er hatte mehr als 18.000 Flugstunden hinter sich. Seitdem rätselt die Welt über den Verbleib der Maschine mit 227 Passagieren und 12 Besatzungsmitgliedern an Bord.

Plötzliche Kursänderung von 25 auf 40 Grad

Aufgrund der vom Flugzeug übermittelten Daten des ADS-B-Systems, bei dem ein Bordsender ständig Positionsdaten übermittelt, lässt sich der Flug von MH370 rekonstruieren. Danach ist MH370 unmittelbar nach dem Start um 16:41 Uhr auf einen Nordostkurs von 25 Grad gegangen. Um 17:01 Uhr erreichte sie südlich des Kenyir-Sees die vorgegeben Flughöhe von 35.000 Fuß (10.668 Meter).

Acht Minuten später überflog die Maschine die malaysische Ostküste nördlich von Kuala Terenggano in Richtung auf die Südspitze Vietnams. Um 17:21 Uhr leitet MH370 bei einer Geschwindigkeit von rund 873 km/h eine Rechtskurve ein. Die letzte Kursangabe lautet jetzt 40 Grad. In diesem Moment verschwindet das von der ADS-B-Station WMKC1 in Kota Bharu empfangene Signal.

Eine Frau auf dem Flughafen von Kuala Lumpur schaut auf eine Maschine der Malaysia Airlines: Seit dem 8. März wird eine Boeing mit 227 Passagieren vermisst.

Eine Frau auf dem Flughafen von Kuala Lumpur schaut auf eine Maschine der Malaysia Airlines: Seit dem 8. März wird eine Boeing mit 227 Passagieren vermisst.

Foto: dpa

Seit dem vergangenen Samstag sind in diesem Seegebiet in einer beispiellosen Suchaktion Dutzende Flugzeuge und Schiffe im Einsatz, um das Flugzeug zu finden. Vergebens: Bisher gab es nicht die kleinste Spur eines Flugzeugabsturzes oder einer Explosion. Keine Wrackteile, nichts als Wasser.

Noch fünf Stunden lang Borddaten übermittelt

Jetzt gibt es Hinweise darauf, dass Flug MH370 nach ihrem plötzlichen Verschwinden vom Radarschirm weitergeflogen ist. Das Wall Street Journal berichtet, dass die Maschine noch fünf Stunden lang regelmäßig ihre aktuelle Position, Höhe und Geschwindigkeit an Kommunikationssatelliten gesendet hat.

Besonders bitter: Das letzte dieser Datenpakete sendete MH370 über dem offenen Meer und auf der üblichen Reiseflughöhe. Stimmen diese Angaben, dann sind alle bisherigen Thesen zum Verbleib des Flugzeugs Schnee von gestern. Denn die Boeing 777-200 wäre in diesem Fall noch stundenlang intakt und in der Luft gewesen. Diese Zeit reicht aus, um bis zu 4000 Kilometer weit zu fliegen. Bisher wurde eine Region von knapp 93.000 Kilometern durchkämmt, was in etwa der Größe Portugals entspricht. Die Suchregion muss nun ganz erheblich ausgeweitet werden.

Suche in der Region zwischen Thailand und den Andamanen-Inseln

Inzwischen wird das verschwundene Flugzeug auch westlich der bisher vermuteten Absturzstelle in der Andamanensee im Indischen Ozean gesucht. Indien hat drei Schiffe und drei Flugzeuge oder Hubschrauber in die Region zwischen Thailand und den Andamanen-Inseln geschickt, wie ein Regierungsbeamter in Neu Delhi sagte. Auch die USA wollen sich offenbar an der Suche beteiligen: „Aufgrund neuer Informationen ist es möglich, dass wir uns an der Suche in einem weiteren Gebiet beteiligen“, sagte der Sprecher des Weißen Hauses, Jay Carney in Washington.

US-Ermittlungskreisen zufolge übertrug die Boeing 777 zwar keine Daten, versuchte aber Kontakt zu den Satelliten herzustellen. Boeing bietet bei seinen Flugzeugen einen Satellitendienst an, mit dem während des Fluges die Funktion der Maschine kontrolliert werden kann. Malaysia Airlines hat diesen Dienst allerdings nicht abonniert, deshalb gab es keine Datenübertragungen, wohl aber Kontaktversuche. „Das ist so, wie wenn dein Handy aus ist, aber noch ein kleines Signal ‚Ich bin da‘ sendet“, erklärte ein Ermittler. „So kann man manchmal deine Position eingrenzen, ohne dass du telefonierst, einfach weil das Handy so oft kleine Signale von sich gibt.“ So ähnlich müsse man sich das auch bei einem Flugzeug vorstellen.

Erinnerungstafel auf dem Flughafen von Kuala Lumpur an die vermissten Passagiere des Fluges MH370: Offenbar ist die Maschine nach ihrem Verschwinden von den Radarschirmen noch fünf Stunden weitergeflogen.

Erinnerungstafel auf dem Flughafen von Kuala Lumpur an die vermissten Passagiere des Fluges MH370: Offenbar ist die Maschine nach ihrem Verschwinden von den Radarschirmen noch fünf Stunden weitergeflogen.

Foto: dpa

Gezielt in Richtung Westen geflogen

MH370 ist offenbar gezielt in Richtung Westen geflogen. Darauf deuten Daten der malaysischen Streitkräfte hin, sagten am Freitag mehrere mit den Ermittlungen vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters. Eine Maschine, die die vermisste MH370 sein soll, sei zwischen Luftfahrt-Wegmarken über dem Andamanischen Meer westlich von Malaysia aufgetaucht. Die Punkte nutzen Verkehrsflugzeuge auf dem Weg in den Nahen Osten oder nach Europa.

Das gilt als Hinweis darauf, dass MH370 bewusst in das Gebiet gesteuert wurde. „Wir ermitteln derzeit ebenso in Richtung Sabotage, doch auch eine Entführung ist noch immer nicht ausgeschlossen“, sagte ein ranghoher malaysischer Polizeibeamter der Nachrichtenagentur Reuters.

Chinesische Forscher registrierten seismisches „Ereignis“

Einen Hinweis auf einen Absturz des Flugzeugs lieferten indessen chinesische Forscher. Sie hatten etwa eineinhalb Stunden, nachdem der Kontakt zu Flug MH370 am Samstag abgebrochen war, ein seismisches „Ereignis“ auf dem Meeresboden zwischen Malaysia und Vietnam gemessen. Die Seismologen und Physiker der Universität für Wissenschaft und Technologie sagten, dass dieses „Ereignis“ durchaus von einem ins Meer gestürzten Flugzeug ausgelöst werden könne.

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