Unterirdischer Eis-See 25.11.2016, 10:23 Uhr

Riesiges Wasserreservoir auf dem Mars entdeckt

Künftige bemannte Marsmissionen müssen sich wohl keine großen Gedanken mehr über die Wasserversorgung auf dem Roten Planeten machen: Dicht unter der Oberfläche könnten sie auf gewaltigen Reserven zugreifen.

In der Tiefebene Utopia Planitia auf dem Mars hat die Nasa einen riesigen Eis-See entdeckt, der nur wenige Meter unter der Oberfläche liegt und für Raumstationen angezapft werden könnte. Der See hat die Größe Österreichs.

In der Tiefebene Utopia Planitia auf dem Mars hat die Nasa einen riesigen Eis-See entdeckt, der nur wenige Meter unter der Oberfläche liegt und für Raumstationen angezapft werden könnte. Der See hat die Größe Österreichs.

Foto: NASA/JPL-Caltech/Univ. of Arizona

Dass es Wasser auf dem Mars gibt, ist schon fast ein alter Hut. An den Polen des Planeten haben Forscher schon vor längerer Zeit Eis entdeckt – und damit die entscheidende Voraussetzung für Leben gefunden. Die Polregionen sind allerdings schwer zugänglich. Wenn in einigen Jahren wirklich die ersten Menschen auf dem Mars landen sollen, dann werden sie das eher in einer Tiefebene wie der Utopia Planitia tun, die relativ flach ist. Und genau dort haben Wissenschaftler der Universität Texas jetzt Eis gefunden, in großen Mengen und teils nur ein paar Meter unter der Oberfläche.

Die Entdeckung ist dem Nasa-Orbiter „Reconnaissance“ zu verdanken, der schon seit zehn Jahren den Mars untersucht. Mit Radartechnik wurde nun das Wasserreservoir gefunden, das die Nasa mit Superlativen beschreibt: Die Menge sei so groß wie die im Lake Superior, dem größten Süßwassersee der Erde. Dessen Volumen lässt sich im Vergleich mit dem hier zu Lande vertrauteren Bodensee erahnen: Es ist mit gut 12.000 Kubikkilometern etwa 250 Mal größer. Die Fläche des Sees ist etwa so groß wie Österreich.

Top Stellenangebote

Zur Jobbörse
Airbus-Firmenlogo
Program Certification Engineering (d/m/f) Airbus
Manching Zum Job 
INOTEC GmbH-Firmenlogo
Projektleiter (m/w/d) Nahrungsmittelindustrie INOTEC GmbH
Reutlingen Zum Job 
Bühler Motor GmbH-Firmenlogo
Entwicklungsingenieur (m/w/d) Vorentwicklung - Mechatronische Systeme Bühler Motor GmbH
Nürnberg Zum Job 
Dohm Pharmaceutical Engineering-Firmenlogo
Projektingenieur (m/w/d) Verfahrenstechnik, Pharmatechnik Dohm Pharmaceutical Engineering
Mannheim Zum Job 
Dohm Pharmaceutical Engineering-Firmenlogo
Prüfingenieure (m/w/d) Dohm Pharmaceutical Engineering
Ulm, Ludwigshafen am Rhein Zum Job 
MAXIMATOR GmbH-Firmenlogo
Vertriebsingenieur / Sales Engineer (m/w/d) Schwerpunkt Wasserstofftechnik MAXIMATOR GmbH
Sinsheim Zum Job 
Dohm Pharmaceutical Engineering-Firmenlogo
Ingenieur Verfahrenstechnik, Pharmatechnik, Prozesstechnik, TGA, Bauwesen (m/w/d) Dohm Pharmaceutical Engineering
Leverkusen Zum Job 
ASK GmbH-Firmenlogo
Ingenieur / Techniker (m/w/d) im Bereich Automatisierung und Steuerungstechnik ASK GmbH
Wolfenbüttel bei Braunschweig Zum Job 
RheinEnergie-Firmenlogo
Gruppenleiter Maschinen- und Verfahrenstechnik (m/w/d) RheinEnergie
Köln (Niehl) Zum Job 
WACKER-Firmenlogo
Procurement Manager (m/w/d) CSA / Bauleistungen WACKER
Burghausen Zum Job 
EUROVIA Verkehrsbau Union GmbH-Firmenlogo
Bauleiter (m/w/d) für den Bereich Straßen- und Tiefbau EUROVIA Verkehrsbau Union GmbH
Berlin, Michendorf Zum Job 
Eurovia Verkehrsbau Union GmbH-Firmenlogo
Bauleiter (m/w/d) für den Bereich Asphaltstraßenbau Eurovia Verkehrsbau Union GmbH
Berlin, Michendorf Zum Job 
agap2 - HIQ Consulting GmbH-Firmenlogo
Junior Technical Business Manager (m/w/d) agap2 - HIQ Consulting GmbH
Frankfurt am Main, München, Mannheim Zum Job 
agap2 - HIQ Consulting GmbH-Firmenlogo
Projektingenieur:in Automatisierungs- & Elektrotechnik agap2 - HIQ Consulting GmbH
Mannheim, Frankfurt oder München Zum Job 
DEKRA Automobil GmbH-Firmenlogo
Bausachverständiger Immobilien (m/w/d) DEKRA Automobil GmbH
agap2 - HIQ Consulting GmbH-Firmenlogo
Testingenieur:in Mechatronik & Elektrotechnik agap2 - HIQ Consulting GmbH
Großraum Frankfurt am Main, Mannheim oder München Zum Job 
DEKRA Automobil GmbH-Firmenlogo
Experte Digitale Markenführung (m/w/d) DEKRA Automobil GmbH
Stuttgart Zum Job 
DEKRA Automobil GmbH-Firmenlogo
SAP & Salesforce Service Manager (m/w/d) DEKRA Automobil GmbH
Stuttgart Zum Job 
DEKRA Automobil GmbH-Firmenlogo
Sachverständiger Umweltschutz & Emission (m/w/d) DEKRA Automobil GmbH
Karlsruhe Zum Job 
DEKRA Automobil GmbH-Firmenlogo
Fachkraft Arbeitssicherheit & Gesundheit (m/w/d) DEKRA Automobil GmbH
Oberfranken, Oberpfalz Zum Job 

Der Eis-See ist so große wie Österreich

Die schiere Wassermenge ist aber nicht der einzige große Pluspunkt. Weil der eingefrorene See nur zwischen einem und zehn Metern unter der Oberfläche liegt, könnte er unmittelbar angezapft werden, um Trinkwasser zu gewinnen und sogar Treibstoff daraus zu erzeugen. Würde das Eis aber direkt an der Oberfläche liegen, bliebe es nicht lange Eis, denn es würde in der dünnen und trockenen Atmosphäre des Planeten sehr schnell verdampfen.

Dieses Bild wurde schon 1979 von der Marssonde Viking Lander 2 in der Tiefebene Utopia Planitia aufgenommen. Es zeigt von einer leichten Eisschicht überzogenen Felsen. Was man erst heute weiß: Unter der Oberfläche liegt ein riesiger Eis-See.

Dieses Bild wurde schon 1979 von der Marssonde Viking Lander 2 in der Tiefebene Utopia Planitia aufgenommen. Es zeigt von einer leichten Eisschicht überzogenen Felsen. Was man erst heute weiß: Unter der Oberfläche liegt ein riesiger Eis-See.

Quelle: NASA/JPL

Das Wassereis liegt in dem Utopia-Becken nicht in Reinform vor, sondern ist mit Staub gemischt. Für die Nutzung dieser Quelle stellt das aber kein Problem dar.

Die Forscher wissen bislang nicht genau, wie das Eis sich überhaupt so weit entfernt von den Polregionen bilden konnte. „Eine Vermutung ist, dass es durch Schneefall entstand, und das zu einer Zeit, in der die Achse des Mars‘ deutlicher gekippter war als heute“, sagt die Geophysikerin Cassie Stuurman, Chefautorin des aktuellen Nasa-Berichts.

Die dünne Oberfläche aus Staub und Felsen hat verhindert, dass der darunter liegende, riesige Eis-See in der Tiefebene Utopia Planitia in der dünnen und trockenen Atmosphäre des Planeten verdampft.

Die dünne Oberfläche aus Staub und Felsen hat verhindert, dass der darunter liegende, riesige Eis-See in der Tiefebene Utopia Planitia in der dünnen und trockenen Atmosphäre des Planeten verdampft.

Quelle: NASA/JPL

Damals habe eine Eiszeit auf dem Planeten geherrscht, und als diese endete und die Achse kippte, hat vermutlich eine von Wind angetragene Staubschicht die Eisdecke bedeckt und damit vor dem Verdampfen geschützt.

Erkenntnisse über Geschichte des Planeten

Stuurmans Kollege Joe Levy betont, dass der Eis-See nicht nur eine Versorgungsquelle für künftige Missionen sei, sondern auch so tiefe Einblicke in die Klimageschichte des Planeten ermögliche wie nie zuvor. Voraussetzung dafür ist allerdings, dass Astronauten den See tatsächlich anzapfen können. Die aktuell optimistischsten Szenarien von Elon Musk für einen Besuch auf dem Mars liegen beim Jahr 2025.

Und wie könnte so eine Raumstation auf dem Mars aussehen? Das sehen Sie hier.

 

Ein Beitrag von:

  • Werner Grosch

    Werner Grosch ist Journalist und schreibt vor allem über Technik. Seine Fachgebiete sind unter anderem Elektromobilität, Energie, Robotik und Raumfahrt.

Zu unseren Newslettern anmelden

Das Wichtigste immer im Blick: Mit unseren beiden Newslettern verpassen Sie keine News mehr aus der schönen neuen Technikwelt und erhalten Karrieretipps rund um Jobsuche & Bewerbung. Sie begeistert ein Thema mehr als das andere? Dann wählen Sie einfach Ihren kostenfreien Favoriten.