Kabel aus Nanoröhren 01.10.2014, 06:55 Uhr

Japaner wollen bis 2050 einen Weltraumlift bauen

Ein Lift ins All soll keine schiere Science-Fiction-Vision mehr bleiben. Das japanische Bauunternehmen Obayashi, das Japans höchstes Gebäude, den Tokio Sky Tree, mit einer Höhe von 634 Metern gebaut hat, will bis 2050 einen 96.000 Kilometer hohen Aufzug ins All bauen. Die umfangreiche Konstruktion soll für den Transport von Astronauten und Fracht zu einer noch zu errichtenden  Raumstation benutzt werden und nur einen Bruchteil des Space Shuttles kosten. 

Mit dem Aufzug in den Weltraum: Was wie Science Fiction klingt, soll durchaus Wirklichkeit werden. In Japan arbeiten Unternehmen und Universitäten an derartigen Plänen. Weniger als 40 Jahre soll es dauern, bis die Reise zum Mond per Lift möglich ist.

Mit dem Aufzug in den Weltraum: Was wie Science Fiction klingt, soll durchaus Wirklichkeit werden. In Japan arbeiten Unternehmen und Universitäten an derartigen Plänen. Weniger als 40 Jahre soll es dauern, bis die Reise zum Mond per Lift möglich ist.

Foto: Obayashi

Dem ehrgeizigen Zukunftskonzept von Obayashi zufolge sollen Roboter-Fahrzeuge mit Hilfe eines Kabels aus Nanoröhren mit einer Geschwindigkeit von rund 200 Kilometern in der Stunde bis zu 30 Menschen ins All befördern. Das neuartige Transportsystem soll durch neueste Weiterentwicklungen im Bereich Kohlenstoff-Nanoröhren und generell der Nanotechnologie möglich werden. Nach Aussagen von Yoji Ishikawa, Leiter des Bereichs Forschung und Entwicklung bei Obayashi, sollen die dafür entwickelten Röhren hundertmal stärker als Stahl sein und deutlich weniger wiegen.

Erst drei Zentimeter lange Kabel möglich

Noch ist es dem Baukonzern allerdings nicht gelungen ausreichend lange Röhren zu produzieren. „Bisher sind wir erst in der Lage drei Zentimeter lange Kabel herzustellen. Das ist nicht lang genug“, so Ishikawa. Hinzu kommt dass die Röhren aus Kohlenstoff korrodieren. Eine geeignete Isolation muss daher gefunden werden. Der Baukonzern rechnet aber damit, bis 2030 für die Massenproduktion gerüstet zu sein.

Materialtransport mit Aufzug günstiger als mit Space Shuttle

Japanische Experten sind der Meinung, dass ein Raumfahrtlift das Ende der auf der Erde stationierten Raketen, die extrem teuer und gefährlich sind, signalisieren könnte. Der Transport von Material ins Weltall kostet mit einem Space Shuttle 22.000 Dollar je Kilogramm. Die Kosten mit einem Weltraumaufzug könnten sich Schätzungen zufolge auf nur 200 Dollar belaufen. Damit würden die Weltraumforschung und der Weltraumtourismus ungleich billiger werden. Aus der Sicht von Obayashi würde der futuristische Lift den Raumfahrttourismus revolutionieren. Ähnliche Pläne hegt der Gründer und Chef des amerikanischen Unternehmens LiftPort.

Nach dem Zukunftskonzept von Obayashi sollen Roboterfahrzeuge mit Hilfe eines Kabels aus Nanoröhren mit einer Geschwindigkeit von rund 200 Kilometern in der Stunde bis zu 30 Menschen ins All befördern. 

Nach dem Zukunftskonzept von Obayashi sollen Roboterfahrzeuge mit Hilfe eines Kabels aus Nanoröhren mit einer Geschwindigkeit von rund 200 Kilometern in der Stunde bis zu 30 Menschen ins All befördern.

Quelle: Obayashi Corporation

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Die Reise der 36.000 Kilometer langen Strecke von der Erde zu der Weltraumplattform würde gut eine Woche dauern. Der Gedanke ist, dass die Touristen dort aussteigen, während die Wissenschaftler weiter fahren könnten.

Internationale Kooperation gefragt

Obayashi arbeitet inzwischen mit einer Anzahl japanischer Universitäten zusammen und denkt zugleich auch an eine stärkere internationale Kooperation. „Kein einzelnes Unternehmen kann das Projekt verwirklichen. Das Ganze sollte ein globales Projekt sein”, so Ishikawa.

Ein Team an der Kanagawa Universität in Yokohama arbeitet derzeit an so genannten Roboterautos oder Kletterern, die sich am Kabel eines Weltraumlifts hochziehen. Nach Aussagen von Professor Tadashi Egami “variiert die Spannung der Kabel je nach der Höhe und der Schwerkraft. Das Team arbeitet an Mechanismen, die das Aufsteigen in verschiedenen Höhen ermöglichen und zugleich auch an geeigneten Bremssystemen“ für den Abstieg.

 

Ein Beitrag von:

  • Peter Odrich

    Peter Odrich studierte Betriebswirtschaftslehre mit Schwerpunkt Verkehrsbetriebe. Nach 28 Jahren als Wirtschaftsredakteur einer deutschen überregionalen Tageszeitung mit langer Tätigkeit in Ostasien kehrte er ins heimatliche Grossbritannien zurück. Seitdem berichtet er freiberuflich für Zeitungen und Technische Informationsdienste in verschiedenen Ländern. Dabei stehen Verkehrsthemen, Metalle und ostasiatische Themen im Vordergrund.

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