Fertigung 25.03.2011, 19:52 Uhr

Energieeffizienz treibt Entwickler von Vakuumtechnik an

Ob Kühlschränke, Photovoltaik, Computer oder DVD: Ohne Vakuumtechnik wären diese Hightechprodukte nicht herstellbar. Auch in diesem Bereich ist Energieeffizienz ein Topthema, das auf der ComVac, internationale Leitmesse der Druckluft- und Vakuumtechnik, im Rahmen der Hannover Messe 2011 für Diskussionen sorgen wird.

Vor dem Hintergrund neuer Vorschriften zur Energieeinsparung bei Elektromotoren führt der Weg hin zu umweltfreundlicheren, effizienteren sowie kompakteren Vakuumpumpen und -systemen. Ulrich Wilkesmann, Mitglied der Geschäftsleitung bei Gebr. Becker, Wuppertal, nannte ein Beispiel: „Trocken verdichtende Pumpen stoßen keinen Ölnebel mit der Abluft aus und bieten in Kombination mit einem Frequenzumrichter zusätzliche Regelungsmöglichkeiten.“ Im Trend liegen auch direkt angetriebene Vakuumpumpen und Verdichter, die dem Luftverbraucher eine punktgenaue Regelung entsprechend seines Bedarfsprofils gestatten. Standzeiten von mehr als 20 000 Betriebsstunden werden bei Drehschiebervakuumpumpen oder -verdichtern erreicht, was seinen Niederschlag in hoher Betriebssicherheit und geringeren Wartungs- bzw. Servicekosten findet. Für Stefan Beierlein, Verkaufsleiter bei Gebr. Becker, besteht auch noch der Trend zu Leistung durch Drehzahl: „Höhere Antriebsdrehzahlen ermöglichen die Entwicklung effizienterer und kompakterer Vakuumpumpen und Verdichter, die sich aufgrund der damit höheren Leistungsdichte sehr gut in bestehende Maschinen integrieren lassen.“ Der Direktantrieb mit integriertem Frequenzumrichter bilde mit der Pumpe eine sehr kompakte Einheit.

Die großen produktübergreifenden Trends sieht Wolfgang Bremer, Marketingmanager Industrie bei Pfeiffer Vacuum, Asslar, in Energieeinsparung, vorbeugender Instandhaltung und Condition Monitoring. „Die Prozesse werden einerseits anspruchsvoller in Bezug auf Ablagerungen in den Pumpen, andererseits bedingt durch kleinere Strukturen vibrationsempfindlicher und sauberer“, stellte er fest. Bei Pfeiffer Vacuum gibt es auch vermehrt Anfragen zur Tritiumkompatibilität: „Diese Anfragen stehen im Zusammenhang mit dem Megatrend zu neuen Energien“, erläuterte Bremer. Kernfusion sei als eine mögliche Energiequelle der Zukunft vorgesehen, und für diese Technologie benötige man tritiumfeste Pumpen.

Paolo Urbanis, Geschäftsführer des Vakuumtechnikspezialisten Robuschi im italienischen Parma, freut sich darüber, dass die Anwendung von Vakuumtechnologie in der Industrie trotz der wirtschaftlichen Krisenperiode zugenommen hat. „Das bedeutet mit Sicherheit, dass man nach einer Verbesserung der Produktionsprozesse ebenso strebt wie nach höherer Qualität für die Endprodukte und nach Energieeinsparung“, lautet seine Überzeugung.

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An der Tatsache, dass viele moderne Fertigungsprozesse unter Vakuumkonditionen ablaufen, lässt sich für Christina Steigler von der Oerlikon Leybold Vacuum GmbH in Köln ablesen, wie sehr die Vakuumtechnik für große Teile des technischen Fortschritts mit verantwortlich ist. Hier sieht sie einen generellen Trend: „Von der Glühbirne über Kühlschränke, Automobile, Computer bis zu DVDs wird die Erzeugung industrieller Produkte durch Vakuum erst möglich.“ Aber Vakuum werde zunehmend auch für Forschungs- und Entwicklungszwecke sowie in der Analysentechnik benötigt. Aufkommende Technologien würden somit als Treiber für die Vakuumindustrie fungieren, wie an der Entwicklung der Photovoltaik und der Nanotechnologie deutlich werde.

Bei der technischen Umsetzung in die Pumpenkomponenten geht der Trend, wie auch Steigler bestätigt, deutlich zu trockenen Pumpprinzipien, die zwar die Herstellung durchaus verteuern, aber umweltfreundliche Parameter und geringere laufende Betriebskosten aufweisen. Zudem werde das Zusammenspiel von Mensch und Maschine auch in der Vakuumtechnik immer bedeutsamer und daher betont sie: „Intelligente, leicht verständliche Softwaresteuerungen erleichtern die Überwachung und die transparente Steuerung von Herstellungsprozessen.“

Eine eindeutige Entwicklung in Richtung trocken laufender und berührungsloser Technologien, wie sie bei Seitenkanalverdichtern oder Schrauben- und Klauen-Vakuumpumpen eingesetzt werden, sieht man auch bei der Gardner Denver GmbH, Schopfheim, deren Produkte unter dem Namen „Elmo
Rietschle“ vertrieben werden. Verkaufsdirektor Reinhard Asal hob hervor: „Der reine Anschaffungspreis ist nicht mehr das wichtigste Kriterium, sondern unsere Kunden fokussieren sich zunehmend auf die Life Cycle Costs einer Pumpe.“ Wenn mehrmals pro Jahr Ölwechsel nötig wären, bei denen mehrere 100 l belastetes Altöl anfallen, sei das teuer und verschlechtere die Umweltbilanz des Unternehmens. Der schonende Umgang mit Ressourcen spiele aber auch bei einem anderen Trend eine Rolle: Angesichts der Tatsache, dass eine Pumpe ein Mehrfaches ihres Anschaffungspreises pro Jahr an Energiekosten verursache, sei neben IE2-Motoren der Einsatz von Frequenzumrichtern nicht nur prozesstechnisch, sondern auch wirtschaftlich sinnvoll. U. W. SCHAMARI/KIP

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